Entfernung über GPS
ab PLZ

INDIEKINO gibt es jetzt bundesweit – zu welcher Ausgabe möchten Sie?

Der Standort ist jederzeit veränderbar unter „Programm > Standort ändern“ oder „Was läuft hier und heute?“.

In Joshua Bonnetas Film THE TWO SIGHTS (CA/UK 2020), der am 14. & 16.11.um 18 Uhr im fsk-Kino zu sehen sein wird, geht es um die Tradition des „zweiten Gesichts“ auf den zu Schottland gehörenden Äußeren Hebriden. Bewohner der Hebriden erzählen von Heimsuchungen durch Phantompferde und Geisterstimmen, während die Kamera 16mm-Aufnahmen der Inseln einfängt.
Dazu gibt es eine musikalische Einstimmung durch die Klangkünstlerin Felicity ... mehr

Film

Mystisch, sexy und pervers

Tom Dorow über Benedetta

BENEDETTA ist auch ein erotischer Nonnen-Schocker, ohne Zweifel. Ein heterosexueller Mann, der lesbische Nonnen filmt, ist zunächst verdächtig, und Verhoevens Blick ist deutlich ein männlicher. Aber in seiner Verfilmung des Lebens der Mystikerin Benedetta Carlini nimmt Paul Verhoeven sowohl deren Visionen als auch die religiöse Bedeutung ihrer sexuellen Beziehung zu der Novizin Bartolomea ernst. Vieles bleibt im Ungewissen, etwa ob sich Benedetta die Stigmata, die immer zu strategisch günstigen Zeitpunkten an ihrem Körper erscheinen, selbst zugefügt hat, ob sie in Trance mit der Stimme ... mehr

Film

Gemeinschaft der Trinkenden

Harald Mühlbeyer über Bloody Nose, Empty Pockets

„We hold these truths to be self-evident“, so lautet die Einblendung zu Beginn des Films unter Verweis auf die Unabhängigkeitserklärung – tatsächlich zeigt BLOODY NOSE, EMPTY POCKETS ganz unmittelbar ein Stück Ur-Americana: Die letzte Nacht einer amerikanischen Bar, irgendwo am Rande von Las Vegas, in der sich noch einmal, ein letztes Mal all die Rumhänger versammeln, für die sie zum zweiten (oder auch einzigen) Wohnzimmer geworden ist. Ein Kneipenfilm, und was für einer: Wir Zuschauer sitzen als Zaungäste mit an der Theke, wenn die ersten Typen eintrudeln und zu trinken ... mehr

Film

Zu Fuß nach Belgrad

Nina Linkel über Vater – Otac

Nikola ist ein Mann um die 40. Sein Aussehen spiegelt die Armut wider, in der er und seine Familie leben. Seine Kleidung ist abgetragen. Seine Fingernägel sind dreckig von der Arbeit als Tagelöhner. Emotionslos hält er seinen Kopf meist gesenkt. Doch trifft sein eindringlicher Blick die Kamera, erkennt man seine Trauer und Verzweiflung, aber auch seine Hartnäckigkeit. Als ihm das korrupte Jugendamt seine beiden Kinder wegnimmt, beschließt er, nach Belgrad zu gehen, um dort Beschwerde einzulegen. 300 Kilometer zu Fuß, denn er hat weder ein Auto noch Geld für den Bus.

Das Unterwegssein ... mehr

Film

Ganz große Oper

Hendrike Bake über House Of Gucci

Ridley Scotts Verfilmung der Geschichte um das unrühmliche Ende des Familienunternehmens Gucci – heute ist kein Mitglied der Gucci-Famili mehr am weltweiten Modeimperium beteiligt – und den Auftragsmord an Maurizio Gucci (Adam Driver), beauftragt durch seine Ex-Ehefrau Patrizia Reggiani (Lady Gaga), ist ganz große Oper. Scotts Film ist irgendwo zwischen Macbeth, DER PATE und einer Gala-Titelstory angesiedelt, zwischen schriller Farce und epischer Tragödie. In der englischen Fassung trägt zu diesem etwas zwiegespaltenen Eindruck auch die verwegene Entscheidung Scotts bei, alle ... mehr

Film

Skurriler Ensemble-Krimi

Clarissa Lempp über Das schwarze Quadrat

Auf Kasimir Malewitschs Gemälde „Das Schwarze Quadrat“ ist genau das zu sehen, was im Titel steht: ein schwarzes Viereck. Die Kunst von Gegenständlichem zu entledigen, war 1915 eine Sensation, wenn nicht Revolution. Wer jetzt aber eine kunstgeschichtliche Doku erwartet, liegt falsch. Regisseur Peter Meister schickt in seinem Langfilmdebüt zwei semi-professionelle Kunsträuber auf Beutezug. In der Komödie stehlen Fälscher Vincent und der etwas naive Nils „Das schwarze Quadrat“ und flüchten auf ein Kreuzfahrtschiff. Doch die beiden sind nicht die einzigen, die sich an Bord für ... mehr

Film

Enfant terrible durch und durch

Anna Hantelmann über Saint-Narcisse

Ein männlicher Schritt in Großaufnahme – eine typische Einstellung von Bruce LaBruce, wie sie auch im neusten Film SAINT NARCISSE des kanadischen Kultregisseurs nicht fehlen darf. Es folgt scheinbar ein Nostalgietrip: LaBruce begleitet den 22-jährigen Dominique auf seiner Spurensuche durch die wilden 1970er, natürlich in Ledermontur auf dem Motorrad und die Polaroidkamera immer griffbereit. Der junge Mann schießt mit großem Eifer Selbstporträts und sucht dabei nicht nur sich selbst, sondern auch einen Teil seiner Familie. Bisher ungeöffnete Briefe und ein Grabstein, der seinen Namen ... mehr

Film

Hinter Museumstüren

Stefanie Borowsky über In den Uffizien

Zur gelungenen Italienreise gehört neben Pasta, Vino und Dolce Vita auch ein Besuch in den Uffizien in Florenz, einem der berühmtesten Museen der Welt. In dem einstigen Bürogebäude der Familie Medici stellte die ihre Kunstsammlung erstmals 1581 aus. Das Regieduo Corinna Belz und Enrique Sánchez Lansch wirft einen filmischen Blick hinter Türen, die Besucher*innen sonst verschlossen bleiben, und dokumentiert kleine Geschichten aus dem großen Museum.
Da ist etwa das Gemälde „Venus von Urbino“ von Tizian, das vor einer grün gestrichenen Wand perfekt zur Geltung kommen soll. Zwölf ... mehr

Film

Annäherung an eine Generation

Stefanie Borowsky über Bilder (m)einer Mutter

Als die israelische Soziologin Orna Donath 2015 ihre Studie „Regretting Motherhood“ vorstellt, löst sie damit in Deutschland eine kontroverse Debatte aus. Mütter, die ihr Muttersein öffentlich bereuen, sich heute gegen Kinder entscheiden würden: für viele ein Tabubruch. In BILDER (M)EINER MUTTER spürt Melanie Lischker dem Lebensweg ihrer 1953 geborenen, früh verstorbenen Mutter nach, die für die Familie auf eigene Pläne verzichtete und nie in der Mutterrolle aufging. Aus Super-8- und Videoaufnahmen des Vaters, Tagebucheinträgen der Mutter und Gesprächen mit Vater und ... mehr

Film

Angst vor dem Abschied

Lars Tunçay über Hope

Nach vielen entbehrungsreichen Jahren ist Anja (Andrea Bræin Hovig) endlich dort angekommen, wo sie hinwollte. Ihre Tanzinszenierung feiert den Abschluss einer umjubelten Tour, ein Jahr, nachdem der Lungenkrebs drohte, sie aufzufressen. Zuhause ist immer etwas los. Das Jüngste ihrer drei Kinder ist zehn, die drei Kinder ihres Lebensgefährten Tomas (Stellan Skarsgård) haben sie als Stiefmutter akzeptiert, die Partnerschaft mit dem angesehen Regisseur ist geprägt von gegenseitigem Respekt – es herrscht eine scheinbare Harmonie im Haus, am Tag vor Weihnachten. Doch dann bricht eine ... mehr

Indiekino Magazin

Interviews

Filme heute