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Feature, Interview

„Genrefilme neigen dazu, am Ende alle Probleme zu lösen“

Interview mit Jessica Hausner zu LITTLE JOE

In ihren Filmen entwirft die Österreicherin Jessica Hausner Szenarien, die einerseits einen klaren Realitätsbezug haben – in ihrem „Horrorfilm“ HOTEL (2004) sind die dunklen Flure das Unheimlichste, ihr „Mysterienspiel“ LOURDES (2009) ist an realen Pilgerstätten gedreht, und AMOUR FOU (2014) bricht den Liebestod von Heinrich von Kleist und Henriette Vogel auf zermürbende Debatten herunter – und zugleich in eine sehr eigene, minutiös durchgestaltete Welt führen. In diesen entschleunigten Universen kann jederzeit alles passieren, und nichts davon muss wahr sein. Mit ihrem jüngsten Film LITTLE JOE war Hausner im Wettbewerb von Cannes zu Gast, die Hauptdarstellerin Emily Beecham erhielt dort den Preis für die beste Darstellerin. mehr

Film

Darstellerische Finesse

Matthias von Viereck über Das Vorspiel

Zuweilen korrespondieren Filme auf so stupende, wenn auch nicht intendierte Art miteinander, dass es verlockend ist, sie in Relation zueinander zu setzen. DAS VORSPIEL, Regie Ina Weisse, ist ein Film über Enttäuschung, Verhärtung, über eine Frau ohne Mitte. Ein Film über Musik-Besessenheit, ein Film über eine Frau (Nina Hoss) zwischen fünf Männern (Sohn, Vater, Mann, Liebhaber, Geigen-Schüler). Ihrer Mitte ist auch Lara, Protagonistin in Jan-Ole Gersters im November gestarteten gleichnamigen Film verlustig gegangen. Beide, Pianistin Lara und Violinistin Anna, haben auf eine ... mehr

Film

Auf dünnem Eis

Lars Tunçay über Die Wütenden

Schon die Eröffnungssequenz macht die Parallele deutlich: Eine Menschenmenge vor dem Arc de Triomphe in Paris. Die Tricolore weht vielfach im Wind. Der Nationalstolz wird gefeiert. Eine Momentaufnahme wie aus der Französischen Revolution. Aber die Bilder sind aktuell, von der vergangenen WM 2018. Darüber liegt in übergroßen Lettern der Titel: LES MISÉRABLES. Doch die Parallelen in Ladj Lys Sozialdrama zu Victor Hugos Klassiker gehen tiefer. Da wäre zunächst der Stadtteil Montfermeil vor den Toren der Hauptstadt, in weiten Teilen der Handlungsort von Hugos Werk. Auch 150 Jahre später ... mehr

Veranstaltungen

FILM & BUCH: WEDDING BÜCHER

Die Reihe Wedding-Bücher rechnet mit der häufig zu hörenden Behauptung, der Stadtteil sei „im Kommen“, ab. Natürlich stimmt das, aber der Wedding „kommt“ schon seit über 100 Jahren, mal mehr, mal weniger. Der 1929 von der linken „Prometheus“-Filmgesellschaft produzierte MUTTER KRAUSENS FAHRT INS GLÜCK porträtierte an Originalschauplätzen des Arbeiterbezirks die, die nicht vom Aufschwung profitierten, und stattdessen von den Veränderungen ihrer bereits prekären Existenz beraubt wurden.
Am 24.1. um 19 Uhr zeigt das City Kino Wedding Phil Jutzis ... mehr

Film

Witze salvenweise

Christian Klose über Jojo Rabbit

1944: Der zehnjährige Johannes Betzler bereitet sich auf die Aufnahmeprüfung für das Jungvolk vor. Dabei geht allerdings etwas schief, er hat den Namen „Jojo Hasenfuss“ weg und muss verletzt zuhause bleiben. Bei seiner Mutter (Scarlett Johansson) ist es schön, aber seit sie allein sind, muss er sich genauso um sie kümmern, wie sie um ihn. Und sie ist auch viel außer Haus. Für alle Fragen und Probleme hat Jojo einen imaginären Freund: den sehr kindischen Hitler (Regisseur Taika Waititi). Der kann Jojo aber kaum helfen, als der das jüdische Mädchen Elsa entdeckt, die sich ... mehr

Veranstaltungen

Hommage Bernhard Sinkel

Anlässlich des 80sten Geburtstages des Regisseurs, Autors und Produzenten Bernhard Sinkel zeigt das Bundesplatz-Kino in Zusammenarbeit mit der Deutschen Kinemathek drei seiner Filme: In seinem Debüt LINA BRAAKE ODER DIE INTERESSEN DER BANK KÖNNEN NICHT DIE INTERESSEN SEIN, DIE LINA BRAAKE HAT (1974) rächt sich Lina Braake (Lina Carstens) an der Bank, die sie aus ihrer Mietwohnung geworfen hat. DER MÄDCHENKRIEG (1977) nach dem Roman von Manfred Bieler erzählt die Geschichte der 30er und 40er Jahre aus der Sicht dreier tschechischer Schwestern. DER ... mehr

Film

Atemberaubende Kamera

Tom Dorow über 1917

Der Oscar für die beste Kamera dürfte in diesem Jahr wieder an Roger Deakins gehen. Es hat seit Alfred Hitchcocks THE ROPE schon viele „One Take“-Filme gegeben, also Filme, die wirken als gäbe es in ihnen keinen Schnitt, zuletzt etwa den Holocaust-Film SON OF SAUL (2015) von László Nemes, den Berlin-Thriller VICTORIA (2015) von Sebastian Schipper oder das Schauspieler-Drama BIRDMAN (2014) von Alejandro Iñárritu. Aber das, was Regisseur Sam Mendes und Roger Deakins in 1917 zeigen, hat man so noch nie gesehen. 1917 ist schlichtweg atemberaubend.

1917 erzählt die ... mehr

Film

Absurde Odyssee

Anna Hantelmann über Vom Giessen des Zitronenbaums

Ein Film von Elia Suleiman mit Elia Suleiman: In VOM GIESSEN DES ZITRONENBAUMS spielt sich der Filmemacher selbst und erlebt während seiner Odyssee von Nazareth nach Paris und New York allerlei Absurdes. Die große Polizei- und Waffenpräsenz gepaart mit politischer Verdrossenheit erinnert ihn auf Schritt und Tritt an zuhause. Und das obwohl er doch eigentlich nur weg von Palästina wollte, wo er einfach keine Ruhe bekommt und selbst das Gießen seines Zitronenbaums ihm von einem übergriffigen Nachbarn nicht vergönnt wird. Berühmt wurde Suleiman vor fast 20 Jahren mit dem Film GÖTTLICHEN ... mehr

Film

Eklige Situationen

Bernhard Lommel über Why Don't You Just Die?

Matvey klopft bei den Eltern seiner neuen Freundin. Am Esstisch beäugt Papa Andrey den jungen Mann argwöhnisch, und das Misstrauen des bulligen Kriminalkommissars ist gerechtfertigt: Statt Blumen hat Matvey einen Hammer mitgebracht, und die Absicht, Papa für das, was er seiner Tochter angetan hat, zu bestrafen. Was das sein soll, weiß Andrey nicht, aber wie man mit einem untalentiertem Mörder umgeht, schon. Weitere Fragen kann man auch klären, wenn der junge Mann im Badezimmer angekettet hängt. Nur hat Matvey auch ein paar Tricks auf Lager und die Situation eskaliert sehr schnell und ... mehr

Film

Es regnet ständig

Hendrike Bake über Weathering with You

Einer der hellsten Sterne am Anime-Himmel ist derzeit Makoto Shinkai, nach dem 2018 ein Asteroid benannt wurde, und dessen Meisterwerk YOUR NAME – HEUTE, GESTERN UND FÜR IMMER als erster seiner Filme überhaupt im vorletzten Jahr bei uns ins Kino kam. YOUR NAME erzählte eine komplexe, herzzerreißende Geschichte um einen Jungen und ein Mädchen, die sich eines Tages im Körper des anderen wiederfinden und erst in der Zeit vor und zurück reisen und eine Katastrophe verhindern müssen, bevor sie einander finden und die Welt wieder im Lot ist. Shinkais jüngster Film WEATHERING WITH YOU ist ... mehr

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