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Film

Prä-apokalyptische Winkefiguren

Hendrike Bake über Nope

Jordan Peeles US und GET OUT waren eindeutig im Horror-Genre angesiedelt, sein jüngster Film, der enorm unterhaltsame NOPE, tendiert mit seiner wilden Zusammenstellung unterschiedlichster filmischer Traditionen – Horror! Western! Aliens! – dagegen eher Richtung B-Movie. Wie bei den besten Filmen des Genres überrascht NOPE ständig mit Wendungen, Bildideen und Plot-Kombinationen, die man noch nie gesehen hat, oder zumindest nicht so. Peele schreckt vor ... mehr

Film

Wirrwarr aus Macht und Ausbeutung

Eva Szulkowski über Alcarràs

Herb, aber auch klar und ruhig ist die Landschaft rund um die Pfirsichplantage. Schwarze Arbeiter pflücken das Obst, während die Kinder der weißen Pächterfamilie im Zickzack durch die Pflanzenreihen rennen. Seit Generationen bewirtschaftet die Familie Solé das Landstück im südlichen Katalonien, doch nun plagen sie Existenzängste: Familie Pinyol, der das Grundstück gehört, will hier einen Solarpark errichten und setzt Landwirt Quimet (Jordi Jujol Dolcet) unter Druck. Weil die Solés keine schriftlichen Pachtverträge haben, scheinen sie dem Willen der Grundbesitzer ausgeliefert. ... mehr

Veranstaltungen

CALIGARI am Caligari-Platz

Der Caligari-Platz vor der Brotfabrik heißt seit 2002 so, aufgrund einer Initiative der Brotfabrik-Nutzer*innen. In einem Glashaus in Weißensee wurde 1919/1920 DAS CABINET DES DR. CALIGARI gedreht, der bedeutendste Film des deutschen Expressionismus. Das Brotfabrik-Kino zeigt den Film am 14.8. um 21 Uhr im Open Air am Caligari-Platz mit Live-Musikbegleitung. mehr

Film

Berliner Großstadtmärchen

Stefanie Borowsky über Sweet Disaster

Nach einem Besuch bei ihren Eltern in Finnland trifft die 40-jährige Frida (Friederike Kempter), Kunsttherapeutin in einer Kita, am Flughafen auf den Piloten Felix (Florian Lukas), der sich an der Bar betrinkt, nachdem ihn seine langjährige Freundin für einen Job in Boston verlassen hat. Schnell sieht Frida in Felix die Liebe ihres Lebens. Doch als sie feststellt, dass sie ungeplant schwanger ist, verhält sich Felix plötzlich seltsam. Immer häufiger ist er unterwegs und gesteht Frida schließlich, wieder mit seiner Ex-Freundin zusammen zu sein. Verzweifelt versucht die Risikoschwangere ... mehr

Film

Letzter Liebesdienst

Tom Dorow über Der Engländer, der in den Bus stieg und bis ans Ende der Welt fuhr

Trotz des an skandinavische Komödien angelehnten deutschen Verleihtitels ist DER ENGLÄNDER…(OT: THE LAST BUS) keine leichte Sommerkomödie. Timothy Spall, eine britische Institution, spielt den alten Tom, der vor dem Tod noch eine letzte Sache zu erledigen hat. Mit einem leichten Aktenkoffer in der Hand, von Kopf bis Fuß in Tweed gekleidet, will er, nur mit Regionalbussen, die er mit seinem Seniorenpass kostenlos benutzen kann, von John O’Groat in Schottland, dem nördlichsten Ort des britischen Mainlands, nach Land’s End in Cornwall fahren, ganz im Süden Englands. Vor Jahrzehnten ... mehr

Film

Durch die Wüste Sinai

Lars Tunçay über Nicht ganz koscher

Alles ist besser, als auf den Heiratsvermittler zu warten: Als Ben (Luzer Twersky) in Jerusalem landet, muss er nicht lange nachdenken, als ihm sein Onkel einen Auftrag anbietet. Er soll nach Ägypten reisen, um die letzte jüdische Gemeinde vor ihrem Aussterben zu retten. Doch Juden sind in dem muslimisch geprägten Land nicht gerne gesehen und so endet seine Busreise vorzeitig mitten im Nirgendwo. Zu Fuß schlägt sich der New Yorker mehr schlecht als recht durch die Wüste, die er in vier Tagen bis zum Pessachfest durchquert haben muss. Da kommt ihm ausgerechnet der Araber Adel zur Hilfe, ... mehr

Film

Durchs Leben tanzen

Tom Dorow über Warten auf Bojangles

Nach dem Roman von Olivier Bourdeaut hat Regisseur Régis Roinsard einen Film über die psychische Erkrankung eines Paares als Amour fou gedreht. WARTEN AUF BOJANGLES erzählt die Geschichte einer Krise ohne die typischen Stationen der Verelendung, ohne existentiellen Geldmangel, ohne Wohnungsverluste, ohne Dance-Clubs und Bumsschuppen und mit Champagner statt Partydrogen, im putzigen „Quirky“-Stil, der irgendwo bei Jean-Pierre Jeunets AMÉLIE anfängt und bei Wes Andersons THE FRENCH DISPATCH bereits in eine ähnliche, abstrakt-tragische Richtung geht. Untypisch ist auch die Besetzung: ... mehr

Film

Skandinavischer Pubertäts-Horror

Clarissa Lempp über Hatching

Tinja hat die perfekte finnische Mittelklasse-Familie. Die 12-jährige Gymnastin steht unter der Fuchtel ihrer Mutter, einst Profi-Eiskunstläuferin und jetzt engagierte Familien-Bloggerin. Dazu ein rücksichtsvoller, fast unsichtbarer Vater, der mit Kopfhörern Gitarre spielt und der kleine Bruder Matias, eher der vorlaute Typ. Wie so oft lauert unter der schönen Fassade aber der Abgrund, und zwischen den floral-gemusterten Wänden nimmt das Grauen bald seinen Lauf. Es kommt in Form eines Vogels, der beim Familien-Selfie-Schießen durch das Fenster kracht und auf seinem Panikflug das ... mehr

Film

Illusionslosigkeit und Pop

Tom Dorow über Die Magnetischen

Die Brüder Jerôme und Philippe betreiben 1981 eine Piratenradiostation auf dem Dachboden der Autowerkstatt ihres Vaters in einer französischen Provinzstadt. Der draufgängerische Jerôme ist der DJ, der schüchterne Philippe besorgt die Technik und bastelt avantgardistische Soundcollagen. Wenn Jerôme besoffen ist, schleppt Philippe ihn ins Bett. Dann wird Philippe zum Militär eingezogen und landet im französischen Sektor Berlins. Über einen Freund findet er einen Job beim BFBS, dem British Forces Broadcasting Service, in den achtziger Jahren die wichtigste Radiostation in ... mehr

Film

Sex-Arbeit in China

Clarissa Lempp über Moneyboys

Fei ist vom Heimatdorf in die Stadt gezogen, Geld verdienen und vielleicht ein wenig Freiheit finden. Denn Fei ist schwul, und auch wenn es in China kein gesetzliches Verbot gibt, ist queeres Begehren ein gesellschaftliches Tabu. In der Stadt findet Fei Freunde, einen Liebhaber und kommt als „Moneyboy“, als Sex-Arbeiter, zu Geld. Ein Teil davon geht zurück ins Dorf, der Rest hält ihn über Wasser. Aber weder hier noch da findet Fei die Akzeptanz für die er aufgebrochen war. Im Dorf munkeln sie über ihn, und der Onkel nennt ihn eine Schande, in der Stadt ist er als kriminalisierter ... mehr

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