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Feature, Feature, Filme

Berlinale XIV: Doch, das ist schon große Kunst

Wettbewerb: ICH WAR ZUHAUSE, ABER

Man kann das ganze akademische Instrumentarium an diesen Film heranschleppen: die Geschichte des postdramatischen Theaters seit den 80er Jahren, die Collagetechniken, die Sprachexperimente, die Choreografien, die Chöre, die Nummernrevue statt des großen dramatischen Bogens. Oder das Nachdenken über Repräsentation nicht nur in der Gendertheorie. Kann man alles machen. Muss aber auch nicht sein. mehr

Veranstaltungen

Denis Côté Retrospektive

Der kanadische Regisseur Denis Côté gewann 2005 mit seinem Debütfilm DRIFTING STATES den Goldenen Leoparden beim Filmfestival von Locarno. Es folgten 10 weitere Filme in 14 Jahren und zahlreich Preise auf Filmfestivals, zuletzt war bei uns die hypnotische Bodybuilder-Doku A SKIN SO SOFT (2017) im Kino zu sehen. Mit seinem Film GHOST TOWN ANTHOLOGY ist Denis Côté zum dritten Mal - nach 2013 mit VIC & FLO SAW A BEAR (Gewinner Silberner Bär) und 2016 mit BORIS WITHOUT BEATRICE - im Wettbewerb der Berlinale 2019 vertreten. Aus diesem Anlass ... mehr

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Berlinale XIII: Fake News, journalistische Integrität und der Preis der Wahrheit

Wettbewerb: MR. JONES

Mit DIE SPUR gewann die polnische Regisseurin Agnieszka Holland 2017 den Silbernen Bären. Zwei Jahre später ist sie wieder in Berlin und bringt die intensiv inszenierte Geschichte eines außerhalb Wales wenig bekannten Helden mit. Der MR. JONES des Titels war Gareth Jones, geboren 1905, ein walisischer Journalist, der 1933, teils durch Glück, aber hauptsächlich durch persönlichen Einsatz, ein exklusives Interview mit Hitler führen konnte und sich dann dafür interessierte, wie es Stalin geschafft hatte, die UdSSR mitten in einer globalen Finanzkrise in ein Land zu verwandeln, in dem alle wirtschaftlichen Bereiche florieren. mehr

Film

Flamenco-Revolutionärin

Susanne Kim über Impulso

Wenn man sie am großen Tisch im Hause ihrer Eltern Paella essen sieht, während sie mit ihren Musikern scherzt, hat Rocia Molina die Ausstrahlung einer entspannten jungen Frau. Sobald sie aber die ersten Bewegungen ausführt, spürt man eine unbändige Energie.
Dafür braucht die mittlerweile 34-jährige, die sich selbst „Flamenca“ nennt, noch nicht mal eines ihrer extravaganten Kostüme anlegen. Und von denen hat sie viele. Mal verkörpert sie den „reinen“ Traum in Weiß, dann wird sie zur Domina oder beschreibt mit ihrem Körper und blutroter Farbe die Bühne. Ihre Knieschützer ... mehr

Film

Wie der Wind geht

Matthias von Viereck über Die Blüte des Einklangs

Etwas stimmt nicht in diesem, von Naomi Kawase in schönen Tableaus fotografierten japanischen Wald: Wie der Wind über die Wipfel geht, das seltsame Schwanken der Bäume, die unübliche Balance zwischen Regen und Licht…. Tomo (Masatoshi Nagase) weiß genug über diesen Wald, um sich beunruhigt zu zeigen – vor 20 Jahren schon hat der heute 48-Jährige der Stadt den Rücken gekehrt und sich in der Natur niedergelassen. „Ich schütze die Berge“, erklärt er der Französin Jeanne (Juliette Binoche), die in eben diesem Wald auf der Suche ist. Auf der Suche nach einer mysteriösen Pflanze ... mehr

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BERLINALE XII: Etwas zerbricht

Forum: BAIT

An BAIT wirkt alles alt. Das Bild ist auf körnigem 16mm-Schwarzweißfilm gedreht, der in einer Weise springt und zerkratzt ist, die man nicht mit Computern simulieren kann. Die Häuser und Menschen des Küstenorts in Cornwall sehen so aus, wie sich das gehört, wenn man schon sehr lange von Schifffahrt und Fischfang lebt, und die merkwürdigen Pausen zwischen den Sätzen, liegen vielleicht am Schnitt oder an einer Art des Schauspiels, die schon lange aus der Mode ist. mehr

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BERLINALE XI: Graue Menschen unter einem grauen Himmel

Wettbewerb: GHOST TOWN ANTHOLOGY

In der Pressekonferenz erzählt ein sehr aufgeräumter Denis Côté, dass er zu sehr Snob sei, um einfach nur aus Spaß einen Horrorfilm zu drehen. Er verstehe seinen Film als "offenes Objekt". Und tatsächlich spielt GHOST TOWN ANTHOLOGY (REPERTOIRE DES VILLES DISPARUES) zwar mit den Konventionen des Genres, hat aber eher etwas von einem Gedicht. mehr

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Berlinale X: Moderner Briefroman mit Twist

Berlinale Spezial: CELLE QUE VOUS CROYEZ

Jurypräsidentin Juliette Binoche spielt Claire, eine Literaturprofessorin um die 50, die sich darüber, von ihrem Toyboy unzureichend emotional unterstützt zu werden, hinwegtröstet, indem sie auf Facebook mit seinem WG-Genossen Alex anbandelt. mehr

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Berlinale IX: Braucht Deutschland endlich Serienkiller?

Auf der Pressekonferenz zu DER GOLDENDE HANDSCHUH

Die Pressekonferenz zu DER GOLDENE HANDSCHUH versprach, interessant zu werden. Hatte der Film auch nicht die blutigen Effekte geboten, die der Trailer angedeutet hatte, wird er mit seiner Mischung aus Maskengroteske, Sozialdrama und Gewaltszenen, die dadurch verstören, dass sie eben nicht albern splatterig sind, garantiert polarisieren. mehr

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Berlinale VIII: Jenseits der Gewalt liegt der Ekel

Wettbewerb: DER GOLDENDE HANDSCHUH

DER GOLDENE HANDSCHUH geht über die Schock-Effekte des Splatter-Films, die oft auch deutlich ausgestellte Spaß-Effekte sind, hinaus. Jenseits der Gewalt, die in der klassischen Ästhetik immer noch mit dem Erhabenen, und manchmal auch durch den Witz, gefasst werden konnte, liegt der Ekel als das völlig aus dem Ästhetischen Ausgeschlossene. mehr

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