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WETTBEWERB: Dem irischen Rachewestern BLACK 47 ging der Ruf voraus, in der Tagespresse-Vorstellung hätten einige den Film nicht ertragen und die Vorstellung verlassen. Tatsächlich ist BLACK 47 ein finsterer Film über den größten Völkermord der Kolonialzeit auf europäischem Boden vor dem deutschen Faschismus. Die Kartoffelfäule, die 1847 die Ernten im von England besetzten Irland vernichtete, hatte zuvor bereits zwei Jahre zuvor in Kontinentaleuropa die Felder in schwarze, faulig stinkende Krautmassen verwandelt. mehr

Filme, Festivals

BERLINALE III: Manchmal lesen sie auch nur

Forum: CLASSICAL PERIOD

CLASSICAL PERIOD ähnelt ein bisschen dem Erlebnis, auf einer Party mit einem Menschen zu reden, der zwar Feuer und Flamme für sein/ihre Lieblingsthema ist, diese Begeisterung aber nur durch einen Redeschwall vermitteln kann. In langen Einstellungen, ganz klassisch im 4:3-Format und körnig auf 16mm-Film, referieren die Mitglieder eines Literaturdiskussionskreises über ihre Lieblingsstellen aus Dantes „Göttlicher Komödie“, Architektur und klassische Musik. mehr

Filme, Festivals

BERLINALE II: Saatgutkrise

Forum: WILD RELATIVES

2015 trat für die Hüter der Samen im Saatgutarchiv in Svalbard, Norwegen, der Ernstfall ein. Weil das International Center for Agricultural Research in the Dry Areas (ICARDA) wegen des Syrienkrieges umziehen und dabei sein Saatgutlager nicht mitnehmen konnte, mussten die einstmals von ihnen ans norwegische Archiv geschickten Samen wieder herausgeholt und zum Multiplizieren an den neuen Standort geschickt werden. mehr

Filme, Festivals

BERLINALE I: DIE SPIELE SIND ERÖFFNET

ISLE OF DOGS & RIVER'S EDGE

WETTBEWERB: Mit Wes Andersons ISLE OF DOGS zu eröffnen, war ein sehr schlauer Schachzug. Auf diese Weise hat man gleich die Herzen aller Besucher, die ‚Hundemenschen’ sind, erobert. Die Kombination aus Puppentrick, japanischem Setting und der typischen Andersonschen quirkyness, bei der Hunde in sich gehen und überlegen, wann ihr Leben die falsche Wendung genommen hat, kann ein Filmfestivalpublikum nur begeistern. mehr

Filmkritik

Der Preis war zu hoch

Tom Dorow über Alles Geld der Welt

„Da dem Geld nicht anzusehn, was in es verwandelt ist, verwandelt sich alles, Ware oder nicht, in Geld“ (Karl Marx, Das Kapital Bd.1)
Die Entführung von Paul Getty III war einer der spektakulärsten Kriminalfälle der 70er Jahre. Ridley Scott macht aus der Geschichte einen dicht inszenierten, spannenden Thriller, der sich vor allem für die Philosophie des Geldes interessiert. Das eigentliche Skandalon an der Getty-Entführung war, dass Gettys Großvater J. Paul Getty (Christopher Plummer), damals der reichste Mann der Welt, sich weigerte, das Lösegeld von zunächst 17 Millionen ... mehr

Filmkritik

Fröhliche Kakophonie

Hendrike Bake über Die Grundschullehrerin

Florence (Sara Forestier) lebt im Auge des Orkans. Als Grundschullehrerin und Mutter eines 11-jährigen Sohnes ist sie von morgens bis nachts von Chaos umgeben. Kümmert sie sich um eine Baustelle, braut sich drüben an der nächsten Ecke schon die nächste Krise zusammen. Florence liebt ihren Job und managt ihn mit großer Kompetenz. Der kleinen Tara, die es geschafft hat, sich bis in die fünfte Klasse durchzumogeln, ohne Lesen zu lernen, besorgt sie ein Anfängerlesebuch. Sie animiert die kleinen Rabauken zum Theaterspielen. Sie baut Provokationen elegant in eine Lehrstunde zum Thema ... mehr

Filmkritik

Nostalgie und Außenseiter

Tom Dorow über Shape of Water – Das Flüstern des Wassers

In Guillermo del Toros Filmen haben schon immer die Geister älterer Filme gespukt. Am deutlichsten war das in PANS LABYRINTH (2006), der die gleiche Geschichte erzählte wie Victor Erices DER GEIST DES BIENENSTOCKS (1973), nur etwas schlichter und mit Special Effects.

Durch SHAPE OF WATER spuken Dutzende Filme, von E.T. über die CREATURE FROM THE BLACK LAGOON bis zum Gesamtwerk von Jean-Pierre Jeunet (DELICATESSEN bis AMÉLIE), dem der Film seinen Look verdankt. Del Toros in Venedig mit dem Goldenen Löwen ausgezeichneter Film ist eine bizarre, sentimentale ... mehr

Filmkritik

"37"

Chris Brügges sichtlich von Terrence Malick inspirierter Debütfilm kreist um Marc, einen nicht mehr ganz jungen Surfer und ein traumatisches Ereignis, das ihn umzutreiben scheint. Während Marc im Off von Freiheit, Neuanfang und Liebe philosophiert, sieht man Sonnenuntergänge am Strand und Marc selbst - mit seiner Familie am Lagerfeuer, mit seinem besten Freund über den Dächern Berlins, mit der dänischen Freundin. Nach und nach wird klar, dass die assoziative Collage einen großen Verlust und einen Vater-Sohn-Konflikt verhandelt. mehr

Filmkritik

Integrative Band

Susanne Kim über Wann wird es endlich wieder Sommer?

Wenn Pegida-Demonstranten „Leise rieselt der Schnee“ singen, nachdem sie vorher „Abschieben, abschieben“ skandierten, bleibt einem das deutsche Liedgut im Hals stecken. Zum Glück gibt es in Dresden auch eine andere Form von Heimatmusik und die wird von der „Banda Internationale“ gespielt. Vormals als „Banda Comunale“ – auch frei als Dorfkapelle übersetzbar – gegründet, wollten die Musiker aus der Dresdener Neustadt mit ihrer eingängigen Brassmusik mit Balkaneinschlag der Pegida den Marsch blasen. Sie spielten Willkommenskonzerte vor Flüchtlingsunterkünften und gegen ... mehr

Veranstaltungen, News

35mm: GEGEN DIE WAND

Filmrauschpalast, 11. und 18. Februar (17.30 Uhr); 25. Februar (22 Uhr)

Erinnert sich noch jemand an die Berlinale 2004, als auf einmal ein deutscher Film am Horizont auftauchte, der leidenschaftlich, intensiv und mutig war? Mit zwei atemberaubenden Hauptdarstellern und einer drastischen Liebes- und Befreiungsgeschichte im Zentrum? Der Filmrausch zeigt GEGEN DIE WAND an drei Terminen im Februar im originalen 35mm Format. mehr

Indiekino Magazin

Interviews

Filme heute