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Interview

"Es gibt nur eine wie Catherine Deneuve"

Interview mit Hirokazu Kore-eda über LA VERITÉ

Hirokazu Kore-eda ist einer unser absoluten Lieblingsregisseure, seit uns NOBODY KNOWS (2004) um vier Geschwisterkinder, von denen das älteste gerade mal zwölf Jahre alt ist und die sich umeinander kümmern, als die Mutter eines Tages spurlos verschwindet, mit seiner Zartheit und Präzision einfach umgehauen hat. Dann kamen unter anderem der rührende LIKE FATHER, LIKE SON (2013) und im vorletzten Jahr dann der verdiente Cannes-Gewinn mit SHOPLIFTERS (2018). LA VERITÉ ist nun Kore-edas erste im ... mehr

Film

Zeitgenössische Melancholie

Yorick Berta über Cronofobia

Die Hauptfigur in CRONOFOBIA bleibt blass, und das ist ihr auch recht. Michael (gespielt von Vinicio Marchioni) verdingt sich als privater Ermittler. Er deckt jedoch keine Korruptionsskandale oder Seitensprünge auf, sondern überführt als falscher Kunde Mitarbeiter*innen von Tankstellen, Sportgeschäften und Juwelieren der Unterschlagung. Seine Freizeit verbringt er in einer 24-Stunden-Bar über der Autobahn oder in seinem zum Wohnmobil und Detektivbüro umgebauten Van. Film Noir im Spätkapitalismus.
Der tristen Ortlosigkeit dieser Existenz als Schattenbild des kapitalistischen Ideals ... mehr

Film

Island im Nebel

Stefanie Borowsky über Weisser, weisser Tag

Vor lauter Nebel ist alles ein einziges großes Weiß an dem Tag, als Ingimundurs Frau mit dem Auto von der Straße abkommt und stirbt. An weißen Tagen, wenn Himmel und Erde verschmelzen, sprechen die Toten mit den Lebenden, heißt es in Island. In langen Einstellungen aus der gleichen Perspektive fängt die Kamera aus der Ferne ein, wie sich Ingimundurs einsam gelegenes Haus im Lauf der zwei Jahre nach dem Unfall verändert. Erst danach nähert sie sich Ingimundur. Der ehemalige isländische Polizist hat den Tod seiner Frau noch nicht überwunden. Seine Tochter Elín, seine Enkelin Salka, ... mehr

Film

Zwischen Blackout und Höllentrip

Christian Klose über Bliss

Für Menschen, die wie ich in den späten 1990ern viele direct-to-video Horrorfilme geschaut haben, bietet BLISS ein interessantes Suchspiel: Ist dies wirklich ein aktueller Film? Außer einer modernen Nutzung von „Hipster“ als Beleidigung und einer Sexszene, die 1998 wahrscheinlich noch etwas zurückhaltender gedreht worden wäre, gibt es keine Anhaltspunkte, dass der Film nicht aus dem letzten Jahrhundert stammt. Diese Unklarheit dürfte gewünscht sein, da Joe Begos den Film auf Super-16 mit allen seinen Macken gedreht hat. Die Szenen spielen in wenigen Wohnräumen, Kneipen und Clubs ... mehr

Veranstaltungen

ALPHA CITY im Z-INEMA

Am 23.2. um 17 Uhr zeigt das Z-inema Eckhard Schmidts West-Berlin-Noir ALPHA CITY aus dem Jahr 1985. Der Film schildert die Talfahrt von Frank (Claude-Oliver Rudolph). Frank verdient sein Leben als Pianist in einer schmierigen Spielhölle, in seiner Freizeit treibt er durch die Stadt oder streitet und liebt sich mit Raphaela (Isabelle Willer). Tageslicht hat er seit Jahren schon nicht mehr gesehen. Von da an geht es abwärts.

Eckhart Schmidt wird den Film persönlich präsentieren und vorab Ausschnitte aus seinem provokativen “Roman Cycle III” (2020) zeigen.

Der ... mehr

Feature, Interview

„Man muss raus und sich einmischen, nicht nur dasitzen und jammern.“

Interview mit Ken Loach zu SORRY WE MISSED YOU

Ken Loach muss man eigentlich nicht vorstellen. Zum Oeuvre des Regisseurs gehören Klassiker wie KES (1969), RIFF RAFF (1991), LADYBIRD, LADYBIRD (1994), LAND AND FREEDOM (1995), THE NAVIGATORS (2001), JUST A KISS (2004), LOOKING FOR ERIC (2009), JIMMY’S HALL (2014) und Cannes-Gewinner I, DANIEL BLAKE (201). In seinen Filmen, die mal mehr Komödie, mal mehr Drama, und meist irgendwo dazwischen angesiedelt sind, ist Loach immer fest auf der Seite der Underdogs, seien es Bauarbeiter, Putzfrauen, Sozialist*innen im Spanischen Bürgerkrieg oder irische Wiederstandkämpfer*innen. mehr

Film

Ferrara, metatextuell

Michael Meyns über Tommaso und der Tanz der Geister

Seit Jahren lebt der amerikanische Regisseur Abel Ferrara in Rom, ist mit der Schauspielerin Cristina Chiriac verheiratet. Das Paar hat eine Tochter Namens Anna und arbeitet immer wieder an einem aufwändigen Filmprojekt, das in Sibirien spielen soll. In TOMMASO UND DER TANZ DER GEISTER, dem neuen Film von Abel Ferrara spielt Willem Dafoe den amerikanischen Regisseur Tommaso, der in Rom mit seiner Frau Nikki und der Tochter Deedee lebt (gespielt von Chiriac und Anna Ferrara) und angesichts der Probleme, einen aufwändigen Film, der in Sibirien spielen soll, zu drehen, zunehmend verzweifelt ... mehr

Film

Trockener Humor

Tom Dorow über La Gomera – Verpfiffen und Verraten

Corneliu Porumboiu ist einer der wichtigsten Vertreter der rumänischen Neuen Welle und ist mittlerweile einer der internationalen Regiestars auf Filmfestivals, aber in Deutschland sind seine Filme bisher knapp unter dem Radar geblieben, zumindest beim Publikum. Das könnte sich mit LA GOMERA ändern. In der verwickelten Noir-Geschichte, die Porumboiu hier erzählt, spielt die berühmte Pfeifsprache Silbo, die auf La Gomera einst zur Kommunikation in der bergigen Landschaft benutzt wurde und heute vor allem als Kulturgut gepflegt wird, eine wichtige Rolle. Der korrupte Bukarester Polizist ... mehr

Film

Gedenken und Mahnung

Eva Szulkowski über Spuren

Neun Männer mit Migrationshintergrund wurden zwischen 2000 und 2007 von rechten Terroristen, dem sogenannten NSU, ermordet. Sie lebten in Hamburg, München, Rostock, Dortmund, waren Friseure, Kioskbetreiber, Restaurantbesitzer, Blumenhändler; Väter, Söhne, Ehemänner, Brüder und Freunde. Der Dokumentarfilm SPUREN unternimmt eine Reise quer durch dieses Deutschland, in die dunkelsten Ecken unserer jüngsten Vergangenheit. Regisseurin Aysun Bademsoy besuchte Orte der Verwundung und der Heilung, begleitete und interviewte die Angehörigen dreier Mordopfer, Mehmet Kubaşık, Süleyman ... mehr

Film

Das Leben und die Bilder

Susanne Stern über Varda par Agnes

Agnès Varda sitzt auf einer Theaterbühne, zeigt Ausschnitte aus ihren Arbeiten und erzählt. Die zu dem Zeitpunkt 90-jährige, 2019 verstorbene Regisseurin gibt eine persönliche Filmgeschichtsstunde, so subjektiv und uneitel wie in ihren Filmen, offen für Zufälle und hochinteressiert an Details, Randständigem, scheinbar Unwichtigem. Sie gibt keine Anleitung, sondern erzählt von ihren Erfahrungen, Erlebnissen und Veränderungen im Verhältnis zum Finden, Inszenieren und Filmen von Bildern.
Vardas Name ist ein großer in der Filmgeschichte. 1954 drehte sie mit LA POINTE-COURTE de facto ... mehr

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