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Die libanesische Regisseurin und Schauspielerin Nadine Labaki (*1974) begann ihre Karriere mit der Produktion von Musikvideos. 2007 drehte sie ihren ersten Spielfilm, die Komödie CARAMEL, in der sich fünf Frauen regelmäßig in einem Schönheitssalon treffen und dabei Liebe, Sexualität, Tradition, und das alltägliche Auf und Ab verhandeln – im Januar noch einmal im Il Kino zu sehen. 2010 folgte die Komödie WHERE DO WE GO NOW? über ein kleines Dorf, in dem Moschee und Kirche unmittelbar nebeneinander stehen und die Frauen das Mannsvolk davon abhalten, aufeinander loszugehen. CAPERNAUM, ihr dritter Spielfilm, wurde dieses Jahr in Cannes mit dem großen Preis der Jury ausgezeichnet. Patrick Heidmann hat sich mit Nadine Labaki über ihren Film unterhalten. mehr

Film

Unglaubliche Intensität

Hendrike Bake über Capernaum – Stadt der Hoffnung

Den Rahmen von CAPERNAUM bildet ein ungewöhnlicher Gerichtsprozess. Der 12-jährige Zain (Zain Al Rafeea) hat seine Eltern verklagt: Er wirft ihnen vor, ihn in die Welt gesetzt und damit einem schrecklichen Schicksal ausgeliefert zu haben. Während die Anklage vor Gericht verhandelt wird und Zain erzählt, spielt sich seine Lebensgeschichte ab. Sie führt zunächst in eine überfüllte Mietwohnung in einem endlosen Gewirr von Gassen und wüstenbraunen Wohnblocks, mitten in einem Moloch von Stadt, irgendwo im Libanon. Hier hausen Zain, seine Eltern und seine vielen Geschwister, allesamt ... mehr

Film

Klone aus dem Eis

Katharina Franck über Genesis 2.0

Mammutjäger und Genforscher*innen, eigentlich zwei Berufsgruppen die man in weit voneinander entfernten Abschnitten der Menschheitsgeschichte verorten würde. Dank des Erfolgsstrebens von Wissenschaftler*innen und Geschäftsleuten existieren sie heute parallel nebeneinander, wie der neue Film des Dokumentarfilmemachers Christian Frei zeigt, der in enger Zusammenarbeit mit dem Co-Regisseur Maxim Arbugaev entstanden ist. Arbugaev begleitet Mammutstoßzahnjäger auf den Neusibirischen Inseln, die in der so unwirtlichen wie unwirklichen Umgebung das weiße Gold für Handel und Forschung zu ... mehr

Film

Der MfS-Offizier strahlt

Christian Klose über Die Geheimnisse des schönen Leo

Schön war Leo Wagner eigentlich nicht. Mit seiner dicken Brille und dem zurückweichenden Haaransatz erinnert er eher an eine weniger lustige Version von Heinz Erhardt. Und auch wenn er dies wohl mit einem charmanten Lächeln ausgleichen konnte, waren es hauptsächlich die schönen Frauen, mit denen sich Wagner gerne umgab, die zu dem Spitznamen führten. Das Gründungsmitglied der CSU und der enge Vertraute von Franz Josef Strauß liebte das süße Leben und es war kein großes Geheimnis, dass er gerne im Kölner Rotlichtviertel viel Geld für Champagner und weibliche Begleitung ausgab und ... mehr

Veranstaltungen

"SHORTS REMAIN!" – DAS 12. BRITISH SHORTS KURZFILMFESTIVAL

Auch (oder gerade) im Jahr des drohenden Brexits präsentiert das British Shorts Kurzfilmfestival vielfältige filmische Perspektiven aus Großbritannien und Irland. Wie immer ist jedes Genre vertreten, von Comedy, Drama, Animation, Thriller, Dokumentarfilm, Experimental, Musikvideo bin hin zu Horror. International bekannte Namen - in der Vergangenheit waren unter anderem Michael Fassbender, Judi Dench, Martin Freeman und Edward Hogg in Festivalbeiträgen zu sehen - treffen auf vielversprechende Newcomer und talentierte Filmstudierende.

In diesem Jahr gibt es eine Reihe von ... mehr

Film

Dörfliche Doppelmoral

Stefanie Borowsky über Verlorene.

In einem Dorf im Kraichgau leben die Schwestern Maria (Maria Dragus) und Hannah (Anna Bachmann) allein mit ihrem Vater (Clemens Schick), der einen Zimmereibetrieb führt. Die 18-jährige, verantwortungsbewusste Maria liebt es, Orgel zu spielen, und träumt davon, an einer Musikhochschule zu studieren. Doch sie hat ein Geheimnis. Immer wieder sucht ihre jüngere, unbeschwertere Schwester Hannah das Gespräch, doch Maria schweigt beharrlich. Als die Familie Valentin (Enno Trebs), einen jungen Zimmermann auf der Walz, aufnimmt und Maria Gefühle für ihn entwickelt, kann sie die Wahrheit immer ... mehr

Film

Die Zukunft ungewiss

Lars Tunçay über Adam und Evelyn

Adam faährt. Er blickt aus dem Auto: Die Landschaft zieht an ihm vorbei. Fußball spielende Kinder, zwei rauchende Maädchen in blauen Kitteln vor einem Werkstor, ein Laster auf einem Feld – Kein Idyll, aber friedlich. So wird er die DDR in Erinnerung behalten. Es ist das Letzte, was Adam sieht, bevor er nicht zurückkehrt. Er folgt Evelyn, nachdem die ihn mit einer Anderen erwischt hatte und ins Auto nach Ungarn gestiegen war, mit dem Plan, ebenfalls nicht mehr zurück zu kehren. Die Flucht endet für Adam und Evelyn in einer Pension hinter der österreichischen Grenze – und doch ist ... mehr

Film

Tour de Force

Hendrike Bake über Ben is Back

Es ist Heiligabend, da steht Ben (Lucas Hedges) auf einmal in der Einfahrt. Nach einem kurzen Zögern läuft Holly (Julia Roberts) ihrem Sohn mit offenen Armen entgegen. Seine Schwester Ivy bleibt skeptisch und tatsächlich klingt Bens Erklärung, warum er auf einmal, noch dazu zu Fuß, auftaucht, wenig plausibel. Zumal die Familie Ben am folgenden Tag in der Einrichtung für junge Suchtkranke, in der er wohnt, besuchen wollte. Aber wie es auch sei, jetzt ist Ben da. Seine beiden kleinen Geschwister freuen sich maßlos, die Erwachsenen räumen derweil die Wertsachen und Medikamente weg, und ... mehr

Film

Sonnendurchflutet, sinnlich, revolutionär

Tom Dorow über Das Mädchen, das lesen konnte

Jean Francois Millets Gemälde „Der Sämann“, im Original „Un Semeur“ von 1850 ist heute in der Version van Goghs von 1888 bekannter. Beide Gemälde sind bestenfalls Kalenderblätter geworden, im schlimmsten Fall dienen sie zur Illustration des christlichen Gleichnisses vom Sämann, dessen Samen nur Früchte tragen, wenn sie auf den guten Seelenboden der Christenmenschen fallen. Zu seiner Zeit wurden Millets Bilder aus der bäuerlichen Arbeitswelt politischer verstanden. Millet malte das Bild zwei Jahre nach der Februarrevolution von 1848, die zuerst das Recht auf Arbeit erstritt und ... mehr

Veranstaltungen

Entspannter Schund im Januar

Das Z-Inema bringt im Januar wieder ein entspanntes Schundprogramm. Es beginnt mit dem Blaxsploitation-Klopper THE GUY FROM HARLEM (8. 1) geht eine Woche später weiter mit Jean Rollin, dem französischen Schrecken des halbverrückten Sex-Horrors und seinen DIENERINNEN DES SATANS – LES DÉMONIAQUES (15.1.) und endet mit der spanischen Thriller-Klamotte EIN FERPEKTES VERBRECHEN – CRIMEN FERPECTO (22.1.) unter der Regie von Alex de Iglesia.

Immer dienstags um 20 Uhr mehr

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