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Film

Zombieapokalypse in Thüringen

Katharina Franck über Endzeit

Es ist soweit! Die Zombieapokalypse findet statt und das wortwörtlich vor unserer Haustür: In Thüringen sammeln sich die wenigen letzten Überlebenden. Während man in Jena angeblich an einem Gegenmittel forscht, konzentriert man sich in Weimar vollkommen auf die Grenzzaunsicherung, damit auch ja kein Zombie durchkommt. (Für Purist*innen: Ja, ich nenne sie Zombies, auch wenn sie sich schrecklich schnell bewegen können.) So unterschiedlich wie die beiden Städte mit der Situation umgehen, machen das auch Vivi (Gro Swantje Kohlhof) und Eva (Maja Lehrer). Eva hat keine Scheu oder ... mehr

Film

Beziehung in Übergängen

Sebastian Markt über Die Einzelteile der Liebe

Keine Totale zeigt jemals das Scheibenhochhaus, das Pierre Viago für das Berliner Hansaviertel entworfen hat, aber umso mehr bildet es mit seinen fließenden Übergängen zwischen innen und außen, zwischen verschiedenen Ebenen, einen Mittelpunkt in Miriam Blieses Spielfilmdebut. Sophie (Birte Schnöink) lebt dort, mit ihrem Sohn Jakob, mit Georg (Ole Lagerpusch) zumeist, der, an Jakobs Zeugung unbeteiligt, trotzdem sein Vater ist. Bliese wirft einen Blick auf das Ver- und Entlieben der Patchworkfamilie, der sich parallel zu jenem auf das Gebäude bewegt: Die Geschichte einer Trennung, in ... mehr

Film

Alleine Klarkommen

Hendrike Bake über Gloria

Sebastián Lelio erzählt im amerikanischen Remake seines eigenen Films GLORIA (Chile 2013) von einer Frau Mitte Fünfzig, seit zwölf Jahren geschieden mit zwei so gut wie erwachsenen Kindern, die der Einsamkeit, die sich langsam immer tiefer in ihr Leben schleicht, die Stirn zu bieten versucht. In den 1950er Jahren wäre die Geschichte als großes, buntes, herzzerreißend aussichtsloses Melodrama erzählt worden. Lelio dagegen entscheidet sich für Farben zwischen altrosa und Nachtbar und eine gedämpfte, alltäglichere Tonlage, irgendwo zwischen depressiver Verstimmung und absurder ... mehr

Film

Träume von Respekt und Prunk

Christian Klose über Paranza – Der Clan der Kinder

Nicola und seine Freunde haben dieselben Träume wie viele Jungs um die 15: von teuren Armbanduhren und Schuhen und – wenn sie an der lokalen Disco wieder von den Türstehern abgewiesen wurden – vom eigenen Separée, um die Mädchen aus der Gegend zu beeindrucken. Aber in der Hackordnung ihres Neapeler Armenviertels sind sie ganz unten. Nicolas Mutter verdient wenig mit ihrer Wäscherei, und einen großen Teil der Einnahmen kassiert die örtliche Mafia als Schutzgeld. Deren Handlanger können sich scheinbar alles rausnehmen, sind aber nicht sonderlich glamourös. Die Räume des Dons, der ... mehr

Film

Kollektiver Rausch

Michael Meyns über Once upon a Time ... in Hollywood.

Nach Adolf Hitler nun also Charles Manson? Schreibt Quentin Tarantino erneut die Geschichte um? Wird er die Manson-Familie auf seine typische Art, also auf möglichst brutale, exzessive Weise in einem Kugelhagel erledigen? "Ja und Nein" ist die Antwort, denn auch wenn ONCE UPON A TIME...IN HOLLYWOOD natürlich in einem Gewalt-Exzess endet – und das zu verraten ist angesichts der Filmografie von Tarantino wahrlich kein Spoiler – geht der genialische Autor und Regisseur erstaunlich sensibel mit dem brutalen Mord an Sharon Tate und ihren Freunden um, der sich an einem ... mehr

Film

Wie setzt man etwas in Verbindung?

Tom Dorow über Ich war zuhause, aber

Man kann das ganze akademische Instrumentarium an diesen Film heranschleppen: die Geschichte des postdramatischen Theaters seit den 80er Jahren, die Collagetechniken, die Sprachexperimente, die Choreografien, die Chöre, die Nummernrevue statt des großen dramatischen Bogens. Oder das Nachdenken über Repräsentation nicht nur in der Gendertheorie. Kann man alles machen. Muss aber auch nicht sein.

Let’s dance for fear your grace should fall. Let’s dance for fear that life is all.

Die Frau liegt auf einem Stein, neben einem Fluss. Die Kinder spielen im Wasser. Dann tanzen die ... mehr

Film

Western-Märchen im Kaff

Katharina Franck über Axel der Held

„Ich glaube nicht an Geld. Ich glaube an Liebe und Freiheit!“, ruft Axel (Johannes Kienast) entschieden. Allerdings nur in einem seiner zahlreichen Tagträume, die sich deutlich von seiner Realität unterscheiden. In der hat Axel weder Liebe noch Freiheit. Spielsüchtig und pleite lebt er in einem Kaff, in dem man nicht mal begraben sein möchte. Verliebt ist er zwar schon, aber ausgerechnet in Jenny (Emilia Schüle), die Freundin von Manne (Sascha Alexander Geršak), dem König des Ortes und Besitzer des Spielcasinos, für den er sich mit niederen Arbeiten verdingen muss. So weit so ... mehr

Film

Geldsack gefunden

Tom Dorow über Der unverhoffte Charme des Geldes

Der Paketbote und Philosoph Pierre-Paul erklärt seiner Freundin, der Bankangestellten Linda, dass er zu intelligent ist, um Erfolg zu haben. Pierre-Pauls Begründung – eine Variation über das richtige Leben im Falschen – ist plausibel genug, aber Linda hat genug vom Leben mit dem armen Schlucker, der keinerlei Ambitionen hat, seine ökonomische Lage zu verbessern. Dann allerdings stolpert Pierre-Paul über einen Geldsack, der bei einem spektakulär schiefgelaufenen Bankraub auf der Straße liegen bleibt. Was macht jemand, den Geld eigentlich nicht interessiert, mit den Möglichkeiten, ... mehr

News

Das neue Heft ist da!

INDIEKINO BERLIN Magazin #61, August 2019

Was bringt der August? Einerseits Kino für Erwachsene. In SO WIE DU MICH WILLST spielt Juliette Binoche eine Frau um die Fünfzig – in Facetten, die von „verliebt wie ein Teenager“ bis zu „mit allen Wassern gewaschen“ reichen. Julianne Moore liefert in GLORIA das zurückhaltende Porträt einer Frau in ähnlichem Alter, die sich eine neue Beziehung wünscht und feststellt, dass dies anders als es das Best-Ager-Wunscherfüllungskino suggeriert, seine Tücken hat... mehr

Film

Berliner Nummernrevue

Toni Ohms über Oben rum, Unten rum

Seit über 50 Jahren filmt Lothar Lambert Berlin. Zeitweise produzierte er einen Spielfilm jährlich, mit wenig Budget, viel Enthusiasmus, guten Freunden und reichlich Sexszenen. Ebenso entstand über die Jahre ein Archiv an Dokumentarfilmmaterial. Lambert machte Fotos von Stadt und Leuten, drehte Straßenszenen, Making-Ofs, filmische Kurzporträts und Interviews. Nun hat er ein paar dieser Filme und Fotos zu einer munteren Dokumentarfilm-Nummernrevue zusammengestellt.
Jeder Schnipsel hat eine andere Tonlage. In „Der letzte West-Berliner“ trägt Frank Schoppmeier zur Melodie von Rio ... mehr

Indiekino Magazin

Interviews

Filme heute