Entfernung über GPS
ab PLZ

Veranstaltungen

ITALIENISCHE ABENDE

Die „italienischen Abende“ fallen im April international aus: Das Il Kino zeigt am 18.4., Paolo Virzís amerikanische Produktion THE LEISURE SEEKER, mit Helen Mirren und Donald Sutherland, die gemeinsam eine letzte Reise in ihrem geliebten Caravan unternehmen. Im Bundesplatz-Kino ist am 20.4. um 18 Uhr Ian Diltheys Dokumentarfilm VILLA MASSIMO über die renommierte Kulturinstitution in Rom zu sehen. Der Film porträtiert acht Stipendiaten, die ein Jahr gemeinsam in der Villa verbrachten.
Der Regisseur ist zur Vorführung anwesend. mehr

Film

Teenage Langeweile

Hardy Zaubitzer über Lady Bird

„I wish I could live through something.“ “Ich wünschte, ich könnte etwas durchmachen.” Es ist die Sehnsucht nach Erfahrung, die Regie-Debütantin Greta Gerwig hier durch ihre Hauptfigur ausdrückt. Eine Sehnsucht, die besonders groß ist, wenn man noch ganz am Anfang seines Lebens steht, gefühlt noch nichts gesehen hat und der eigenen Blase viel zu nah ist, um ihre individuelle Schönheit zu erkennen. Die sich selbst „Lady Bird“ nennende Christine McPherson (Saoirse Ronan) ist vom idyllischen Sacramento, vom behüteten Kalifornien und vom Jahr 2002 gelangweilt. All das wirft ... mehr

Film

Symptom: Herzlosigkeit

Hendrik Jackson über Arrhythmia

Die Arrhythmie, die diesen Film von Boris Khlebnikov zeichnet, ist eine mehrfache. Vor allem ist damit die Krise der Liebe zwischen dem jungen Notarzt Oleg, hervorragend gespielt von dem mehrfach ausgezeichneten Aleksandr Yatsenko, und seiner im selben Krankenhaus stationär arbeitenden Frau Katja (Irina Gorbacheva) gemeint. Die „Rhythmusstörung“ steht natürlich auch stellvertretend für all die Notfallpatienten, die zumeist Opfer einer schlecht funktionierenden Infrastruktur und brutalen Umwelt sind. So wird der Filmtitel Metapher einer Herzlosigkeit, der sich auch der Notfallarzt ... mehr

Film

Mann hinter den Kulissen

Tom Dorow über Roman J. Israel, Esq.

Mit Roman J. Israel hat der Regisseur und Drehbuchautor Dan Gilroy eine der interessantesten Figuren des letzten Kinojahres geschaffen. Der Schwarze Rechtsanwalt und Aktivist arbeitet seit Jahrzehnten in einem Büro als Mann hinter den Kulissen. Er bereitet die Fälle akribisch vor, sein Partner übernimmt die Präsentation vor Gericht. Als Romans Partner stirbt und die Praxis aufgelöst werden soll, muss Roman sich neu orientieren, aber der starrsinnige, penible Roman J. Israel ist nicht für den Kontakt mit Menschen geschaffen. Denzel Washington spielt den Rechtsanwalt in übergroßen, gut ... mehr

Film

Opfer des Fortschritts

Lars Tunçay über Farewell Halong

Duc Ngo Ngoc ist in Vietnam geboren und in Deutschland aufgewachsen. Mit fünf kam er nach Ost-Berlin, wo sein Vater eine Anstellung als Vertragsarbeiter gefunden hatte. Duc – dessen Name auf Vietnamesisch „Deutschland“ bedeutet – studierte in Babelsberg Film und gewann mit dem charmanten Kurzfilm OBST UND GEMÜSE viele Preise. Auch in seinem ersten Langfilm reflektiert er seine vietnamesischen Wurzeln: FAREWELL HALONG wirft einen Blick auf die Lebensumstände der Bewohner der schwimmenden Dörfer in der Halong Bay vor dem Jahr des Umbruchs 2014. Die Bucht, von der UNESCO zum ... mehr

Film

Lieber spielen

Hendrike Bake über Kindheit

Regisseurin Margreth Olin stellt ihrem Dokumentarfilm einen Gedanken voran: „Spielen ist die eigentliche Arbeit des Kindes“. Der Rest ist unkommentierte Beobachtung. Ein Jahr lang begleitet KINDHEIT die Kinder des norwegischen Waldkindergartens Aurora, vom Herbst, wenn die ältesten Kinder in den „Club der Sechsjährigen“ aufgenommen werden, bis zu den nächsten Sommerferien, wenn es für sie heißt, Abschied zu nehmen von der wilden, behüteten, märchenhaften Kindergartenwelt. Olins Kameraarbeit ist ebenso unauffällig wie beeindruckend. Die Kinder scheinen völlig zu vergessen, ... mehr

Film

Linke Geschichte

Hannes Stein über Deckname Jenny

Enthält Spoiler. Anders als die vielen Filme, die in den letzten Jahren die radikal linke Tradition beerdigt haben, will der crowd-finanzierte Film DECKNAME JENNY von Studierenden der selbstverwalteten Filmschule Filmarche und der Regisseurin Samira Fansa (VERDRÄNGUNG HAT VIELE GESICHTER) daran anknüpfen. Samira Fansa ist auch durch den Farbbeutelwurf auf den grünen Außenminister Joseph Fischer bekannt, der beim Bundesparteitag 1999 die Partei auf den Krieg in Bosnien und Nato-Auslandseinsätze der Bundeswehr einschwor. Nun gibt es allerdings gute Gründe, derentwegen linke ... mehr

Film

Erfindungsreiche Freunde

Hendrike Bake über Solange ich atme

Sonnenlicht und guter Wille durchströmen SOLANGE ICH ATME. Wir sind im England der 50er Jahre. Da ist der lässige junge Mann mit dem schnellen Lächeln, dem fröhlichen Selbstbewusstsein und dem leger zerrissenen Kricketpullunder. Da ist die schöne, junge, rotblonde Frau, die das Kricketspiel aufmerksam verfolgt. Er kriegt sie rum, sie folgt ihm - er arbeitet als Teezwischenhändler - nach Afrika, sie wird schwanger. Dann, eines sonnigen Nachmittags im Jahr 1958, zerplatzt der Traum von Jugend, Glück und Abenteuer. Robin (Andrew Garfield) bricht nach dem Tennis zusammen. Die Ärzte ... mehr

Film

Therapie und Revolution

Christian Klose über SPK Komplex

Das Sozialistische Patientenkollektiv begann als Therapiegruppe für Psychiatriepatienten, die der Assistenzarzt Wolfgang Huber 1970 an der Universität Heidelberg gründete. Ganz im Sinne der 68er versuchte die Gruppe einerseits, das traditionelle Arzt-Patient-Verhältnis aufzubrechen und alternative Therapieformen zu finden, betrieb aber andererseits auch eine stark von Hegel beeinflusste Gesellschaftskritik. Kernidee war die These, dass es nicht das Individuum ist, das geisteskrank ist, sondern dass eine wahnsinnige Gesellschaft den Menschen krank macht.
Das Kollektiv wuchs schnell, ... mehr

Film

Brücken in die Postwachstumsökonomie

Susanne Kim über Zeit für Utopien

Die Ökonomin und Journalistin Ulrike Herrmann bringt das Anliegen, das Regisseur Kurt Langbein umtreibt, auf den Punkt: Es gehe darum, „eine Brücke“ zu finden, zwischen dem „dynamisch wachsenden Kapitalismus“ der Jetztzeit und der „Postwachstumsökonomie“. Wie kann es gelingen, diesen unaufhaltsamen Transformationsprozess ohne verheerende wirtschaftliche Krisen zu meistern, oder ihn gar gänzlich scheitern zu sehen, weil die Welt in Diktatur und Krieg versinkt? Langbein reist um die Welt, um nachhaltige Ansätze, die auf Ökologie und soziale Verträglichkeit setzen und sich ... mehr

Indiekino Magazin

Interviews

Filme heute