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Der Wunsch

Nuancen der Liebe

Zehn Jahre lang hat Regisseurin Judith Beuth das Paar Maria und Christiane bei ihrem Versuch, ein Kind zu bekommen, begleitet.

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Die Regisseurin Judith Beuth ist schon seit Kindertagen mit ihrer Protagonistin Maria befreundet. 2013 hat sie begonnen, Maria und ihre Partnerin Christiane filmisch zu begleiten. Im Off-Kommentar spricht Beuth von einer „Essenz von Liebe“, die sie in der Beziehung der beiden Frauen wahrnimmt, auch weil sie „das Körperliche“ überwinden würden. Diese Sätze bleiben hängen. Denn in den zehn Jahren, die folgen, wird es sehr viel um Nuancen der Liebe und die Herausforderungen des Körpers gehen. Seit einem Badeunfall mit 17 ist Maria querschnittsgelähmt. Christiane lernte sie kennen, als diese als Alltagsassistentin bei ihr anfing. Die beiden näherten sich an, zogen zusammen, und irgendwann schrieben sie ihre Zukunftswünsche auf ein Blatt Papier. Maria, deren Animationen sich auch wie ein Tagebuch der Emotionen durch den Film ziehen, wollte damals gerne beruflich mit ihrer Kunst weiterkommen. Christiane wünschte sich ein Kind.
Beuth beleuchtet die Herausforderungen, die gleichgeschlechtliche Paare überwinden müssen, um schwanger zu werden – die politischen, die medizinischen, die finanziellen, aber auch die mentalen, wobei die Regisseurin sich auf die letzteren besonders fokussiert. Sie beobachtet mit viel Empathie die zahlreichen Versuche des Paares, ein eigenes Kind zu bekommen. Viele Recherchen sind nötig, Ehrlichkeit in den Diskussionen um biologische Mutterschaft, und Geduld. Christiane beharrt auf ihrem Wunsch, auch als die Erfüllung immer unwahrscheinlicher wird. Es ist ein kräftezehrender Kampf, bei dem die beiden Frauen sich gegenseitig stützen, voneinander entfernen und sich wieder annähern. Dabei teilen sie mit den Zuschauenden zutiefst persönliche, berührende Momente der Hoffnung, aber auch des Abschieds.

Susanne Kim

Details

Deutschland/Norwegen 2024, 104 min
Genre: Dokumentarfilm
Regie: Judith Beuth
Kamera: Judith Beuth, Yannick Bonica
Schnitt: Jana Dugnus
Musik: Amund Ulvestad
Verleih: Rise And Shine Cinema
FSK: oA
Kinostart: 14.03.2024

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