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Der serbische Anwalt – Verteidige das Unfassbare!

Rechtsstaatlichkeit im konkreten Vollzug

Wie lassen sich der Glaube an Recht und Gerechtigkeit mit der juristischen Verteidigung von Schwerverbrechern vereinen? Aleksandar Nicolics einfühlsam beobachtendes Porträt des Rechtsanwalts Marko Sladojević, der den einstigen Präsidenten der serbischen Republik Radovan Karadžić vor dem Tribunal in Den Haag verteidigt, versucht Antworten.

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Mit seinem Porträt DER SERBISCHE ANWALT rückt Aleksandar Nicolic ganz dicht an eine schwer auflösbare Facette moderner Rechtsstaatlichkeit: Wie lassen sich der Glaube an Recht und Gerechtigkeit mit der juristischen Verteidigung von Schwerverbrechern vereinen? Etwa im Fall von Radovan Karadžić, dem einstigen Präsidenten der serbischen Republik, der sich seit seiner Verhaftung im Jahr 2008 vor dem Tribunal in Den Haag unter anderem für das Massaker von Srebrenica verantworten muss. Für Marko Sladojević aus dem Rechtsbeistand des Angeklagten stellt der Prozess aus Karrieregründen zwar eine einmalige Chance dar, doch aus biografischen Gründen zugleich auch eine besondere Herausforderung. Als junger Oppositioneller war er einst selbst vor Karadžićs Politik in die Niederlande geflohen. Eine schizophrene Haltung? Nur im Ansatz. Denn Nicolics einfühlsam beobachtendes Porträt zeigt nicht nur die identitären Widersprüche, die den Alltag von in der Diaspora lebenden Exilanten prägen. Es besticht auch als Demonstration von Rechtsstaatlichkeit im konkreten Vollzug: So macht sich ein guter Anwalt nicht mit der Position seines Klienten gemein - er trägt lediglich dafür Sorge, dass in der juristischen Bestandsaufnahme ein möglichst vollständiges Bild zur Kenntnis genommen wird, wie Sladojevićs Ehefrau, ebenfalls Anwältin aus Karadžićs Team, es an einer Stelle formuliert.
Rechtsstaatlichkeit als demokratisches Gut, das eine maßregelnde von einer rächenden Gesellschaft unterscheidet: Dort, wo sie besonders schmerzt, tut sie erst ihren Dienst.
Nicht zuletzt ruft Nicolics Film nochmals ins Gedächtnis, für welche Utopie Jugoslawien einst stand: Wenn Sladojević sich mit Freunden zum Fußball trifft und in den Heldentaten der einstigen Nationalmannschaft schwelgt, werden Erinnerungen daran wach, dass es am Rande Europas einst einen von Nationalismen zerriebenen Vielvölkerstaat gab.

Thomas Groh

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Details

Deutschland 2012-2014, 82 min
Regie: Aleksandar Nikolic
Drehbuch: Aleksandar Nikolic
Kamera: Aleksandar Nikolić, Caspar Brink
Schnitt: Andreas Preisner, Aleksandar Nikolić
Musik: Enrica Sciandrone
Verleih: Barnsteiner Film
Kinostart: 08.10.2015

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