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Interview

„Filme reflektieren nicht die wirkliche Rolle, die Frauen im Leben spielen“

Interview mit Iciar Bollaìn zu EL OLIVO

Iciar Bollaín begann ihre Karriere als Estrella in Victor Erices EL SUR (1983) und hat seither in über 30 Filmen mitgespielt, von denen allerdings nur einige wenige wie LAND AND FREEDOM (1994, R: Ken Loach) und RABIA – STILLE WUT (2009, R: Sebastián Cordero) in deutschen Kinos zu sehen waren. In den 1990ern begann Bollaín sehr erfolgreich, eigene Filme zu drehen. mehr

Filmkritik

Irre spannender Hai-Thriller

Tom Dorow über The Shallows – Gefahr aus der Tiefe

Zu den filmischen Ahnen des mitreißenden Hai-Thrillers THE SHALLOWS zählt weniger JAWS, als vielmehr kammerspielartige Thriller, in denen sich isolierte Einzelne in extrem widrigen Verhältnissen durchzusetzen versuchen, wie in 127 HOURS oder OPEN WATER. Nancy (Blake Lively) trauert um ihre verstorbene Mutter und lässt sich allein an deren einsamen Lieblingsstrand in Mexiko fahren, um dort zu surfen. Die erste halbe Stunde von THE SHALLOWS ist ein Wasser- und Farbenrausch, der es mit den besten Surf-Filmen aufnehmen kann. Flavio Martínez Labianos Kamera lässt das Wasser in allen Farben ... mehr

Filmkritik

Liebenswerte Protagonistin, charmante Geschichte

Lars Tunçay über Die fast perfekte Welt der Pauline

Charme – es wundert nicht, dass dieses Wort aus der französischen Sprache entliehen ist, schaut man sich die Vielzahl der Komödien aus dem Nachbarland an. Das deutsche Kinopublikum tut dies mit Wonne und auch deshalb vergeht kein Monat ohne einen Vertreter des Genres. Meist zurecht, denn im Gegensatz zu den oft bemüht wirkenden Humoresken des Deutschen Kinos, vergisst das Französische Kino auch bei aller Leichtigkeit nicht, dass zu einem guten Film auch gute Figuren gehören, mit denen man gern lacht und leidet. Die Mischung aus liebenswerter Protagonistin und charmanter Geschichte geht ... mehr

Filmkritik

Ab Donnerstag im KIno: Looping

Der Wind fegt durch den Strandhafer. Das Meer rauscht der Flut entgegen. Drei Frauen in Mützen und Mänteln liegen lachend auf dem Sand. So weit, so trügerisch. Statt im Strandurlaub unter Freundinnen befinden sich die Drei mitten in ihren verzweifelten Versuchen, nach ihrer Selbsteinweisung in eine psychiatrische Klinik mit den jeweiligen Traumata klar zu kommen. Kiffen. Sex. Ausbrüche des Nachts aus dem Psychiatrieheim in der Provinz zum nächsten privaten Indoorpool oder in einen Großstadtclub. Das alles scheint zu helfen. Für eine Weile.
Das, was stört an LOOPING: Das Wegdriften aus ... mehr

Filmkritik

Suche nach linken Idealen

Hannes Stein über Comrade, where are you today?

Im Sommer 1988 verbrachte die damals zwanzigjährige finnische Kommunistin Kirsi Marie Liimatainen ein Jahr an der Jugendhochschule „Wilhelm Pieck“ in Bogensee, um gemeinsam mit jungen Aktivisten aus über 80 Ländern Marxismus-Leninismus zu studieren. An der Jugendhochschule studierten auch zahlreiche „Illegale“, von ihren Regierungen verfolgte Kommunisten, und linke Aktivisten, von denen Liimatainen nur die Vornamen kannte, von denen alle wussten dass es sich um „Kampfnamen“ handelte. 25 Jahre später sucht sie, oft nur mit ein paar Fotos als Grundlage der Recherche, ihre ... mehr

Filmkritik

Die Ideen sind stärker als die Realität

Jan Künemund über Alles was kommt

„Die ist Lehrerin, die hat kein Leben!“ So reden einige ihrer Schülerinnen über Nathalie Chazeaux (Isabelle Huppert), die es nicht versteht, dass junge Menschen ihre Schule bestreiken – Demonstrationen gegen die Sarkozysche Anhebung des Renteneintrittsalters, für die Zukunft der Jungen. Für Nathalie ist die Rente mit 62 überhaupt kein Problem, sie würde am liebsten bis zum Umfallen unterrichten, „junge Menschen dazu erziehen, für sich selbst zu denken“, wie sie sagt, auch ein Dienst an der Zukunft.

DIE ZUKUNFT, L’AVENIR heißt der neue Film von Mia Hansen-Løve im ... mehr

Filmkritik

Software mit „Schuldparameter“

Anna Stemmler über Krieg & Spiele

Die Zukunftssorge aus James Camerons Film TERMINATOR: Wenn die „Maschinen“ als Waffen- und Sicherheitssysteme irgendwann intelligent genug sind, werden sie dann nicht auf die Idee kommen, uns auszuschalten, da letztlich die Menschen das größte Sicherheitsproblem sind? Mit ihrer Fehleranfälligkeit, ihren oft allzu zweckrationalen Entscheidungen, ihren Gefühlen? Obwohl KRIEG UND SPIELE kein Science Fiction-, sondern ein solider Dokumentarfilm ist, stößt Regisseurin Karin Jurschick bei ihrer Untersuchung zur Drohnentechnologie schließlich auf genau diese Frage. Zunächst widmet sie ... mehr

Filmkritik

Schmutziges Geschäft

Lars Tunçay über Lowlife Love

„Filmemachen ist, als wäre man einem dreckigen Miststück verfallen. Man kommt einfach nicht davon los. Also kann man genauso gut einfach weitervögeln.“ Dieses Credo, das in LOWLIFE LOVE von einem Regisseurs in das Ohr eines anderen gesprochen wird, zieht sich durch den gesamten Film von Eiji Uchida, der bitterbösen Bestandsaufnahme einer verkommenen Industrie. Das Ohr gehört Tetsuo. Einst gefeierte Indie-Ikone, ist der Glanz seines Erstlingswerks fast verblichen. Nur noch eine Handvoll Speichellecker lassen sich nur zu gern schlagen und treten, um in seinem Schatten zu wandeln. Seine ... mehr

Veranstaltungen

B-Movie: Lust & Sound in West Berlin

mit Gästen am 22. August im b-ware!ladenkino

Seit Filmstart vor über einem Jahr läuft B-MOVIE: LUST & SOUND IN WEST BERLIN jeden Monat in mindestens einem der Indie-Kinos. Im August zeigen b-ware!ladenkino, der Filmrauschpalast und das Sputnik Kino B-MOVIE und am 22.8. ist Protagonist und Ich-Erzähler Mark Reeder bei der Vorstellung im b-ware!ladenkino zu Besuch. mehr

Filmkritik

Nonkonforme Familie

Lars Tunçay über Captain Fantastic

Hippies, Kult, Sekte – die Gesellschaft stigmatisiert den Lebensstil der Familie Cash, nur weil sie nicht der Norm entspricht. Ben und seine Frau Leslie sind beide studierte Amerikaner mit gutbürgerlichem Background. Sie haben die Entscheidung bewusst getroffen, ihre Kinder fernab der Außenwelt in einer Hütte in den mächtigen Wäldern des pazifischen Nordwestens großzuziehen. Ben bringt ihnen das Überleben bei. Zum „Noam Chomsky-Day“ gibt es ein Jagdmesser für Jeden. Liebe und Verständnis gibt es immer. Doch dann steht Ben allein mit den sechs Kindern da und jedes Einzelne hat ... mehr