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Veranstaltungen

TEN YEARS

Am 1. Juli im Sputnik Kino

In Festland China wurde TEN YEARS (HK 2016, 104 Min, OmeU) der das diesjährige Hongkong Filmfestival gewann, umgehend verboten. Das staatliche Fernsehen weigerte sich, die Preisverleihung zu übertragen und der Film darf in den chinesischen Medien nicht erwähnt werden, es sei denn, es handelt sich um eine Verurteilung.
Das Sputnik Kino zeigt den Film am 1. Juli um 18 Uhr mehr

Filmkritik

In jeder Hinsicht exzessiv

Tom Dorow über High-Rise

Dr. Laing (Tom Hiddleston), mit sich selbst zufrieden, grillt sich im Abendrot einen Hund auf dem Balkon. Der Anfang zeigt, wie alles endet, der Rest des Films, wie es soweit kommen konnte. Mitte der siebziger Jahre, Laing hat er ein Apartment in einer beeindruckenden Gruppe von Hochhäusern gekauft, 25. Stock. Die Spitzen der Gesellschaft wohnen hier. Laing ist Neurochirurg, seine Wohnung liegt auf halber Höhe des Gebäudes. Ganz oben wohnt der Architekt (Jeremy Irons), ein Mann mit einer Vision. Darunter die Elite, zu der Laing noch nicht richtig gehört, unter Laing dann das Fußvolk: ... mehr

Filmkritik

Trauma über Generationen

Yorick Berta über Mittagssonne

MITTAGSSONNE erzählt von der Liebe und vom Krieg. Der Krieg ist der kroatisch-serbische Bürgerkrieg von 1991-95, aus dem Kroatien zwar als unabhängiges, doch verheertes Land hervorging. Den bis heute spürbaren Folgen dieses Bürgerkrieges geht MITTAGSSONNE in drei Episoden nach, in denen jeweils ein Liebespaar während des Kriegs und danach porträtiert wird. Doch nicht nur die romantische Liebe ist hier gemeint. Oft scheint die Liebe zu den Eltern wichtiger zu sein, zu den Verstorbenen und zur Heimat.
Alle drei Teile spielen in einem kleinen kroatischen Dorf. Die Stadt ist nur ein ferner ... mehr

Filmkritik

Von Freiheit und Familie

Hendrike Bake über Lou Andreas-Salomé

Die Philosophin, Schriftstellerin und Psychoanalytikerin Lou Andreas-Salomé wurde 1861 in St. Petersburg als Tochter eines hugenottischen Generals, der sich bis in den russischen Adel hochgearbeitet hatte, und einer norddeutsch-dänischen Mutter geboren. Kosmopolitisch, mehrsprachig und wohlhabend, war sie schon als Kind an Philosophie und Geisteswissenschaften interessiert und ziemlich eigensinnig. Mit 16 beschloss sie, sich nicht konfirmieren zu lassen – im Film stürmt die Halbwüchsige mitten in der Zeremonie aus der Kirche – und mit 19 begann sie als eine der ersten Frauen in ... mehr

Filmkritik

Kino aus dem Bauch

Lars Tunçay über Café Belgica

Mit der Romanadaption DIE BESCHISSENHEIT DER DINGE schuf Regisseur Felix van Groeningen ein rotzig-dreckiges Familiendrama, mit THE BROKEN CIRCLE eine herzzerreißende musikalische Liebesgeschichte. In seinem fünften Film CAFÉ BELGICA, zu dem der Belgier auch das Drehbuch verfasste, werden diese unterschiedlichen Elemente vereint: die ausschweifenden Partys im gleichnamigen Nachtclub und die berührende Geschichte zweier grundverschiedener Brüder. Jo und Frank haben sich aus den Augen verloren. Der schmächtige Jo mit dem hängenden Augenlid führt mit Leidenschaft das CAFÉ BELGICA, eine ... mehr

Filmkritik

Aus Sicht des Nachwuchses

Anna Stemmler über Gayby Baby

„Gaybies“ sind Kinder, deren Eltern in gleichgeschlechtlichen Beziehungen leben. Gus wurde per Samenspende als Kind zweier Lesben gezeugt, Ebony und Matt entstammen Heterofamilien, in denen sich die Mütter nach der Trennung von den Vätern mit Frauen zusammengetan haben, und Graham lebt bei seinen schwulen Adoptivvätern, weil er in seiner Biofamilie schwer vernachlässigt wurde und mit fünf Jahren noch nicht einmal zu sprechen vermochte. Regisseurin Maya Newell, die selbst als „Gayby“ aufwuchs, fragt mit ihrem Dokumentarfilm explizit nach der Sicht dieser Kinder auf ihre ... mehr

Filmkritik

Rache an Ikea

Christian Klose über Kill Billy

Harold glaubt an Qualität. Seit 40 Jahren betreibt er mit seiner Frau ein Möbelgeschäft und er ist stolz darauf, dass seine Stühle noch auf dieselbe solide Weise gebaut werden wie vor 400 Jahren. Wenig hasst er so, wie die billige Leichtbauweise von Ikea. Die ist es aber, die seine Welt zum Einsturz bringt. Bald nach Eröffnung des großen Möbelhauses in Sichtweise seines kleinen Ladens ist Harold bankrott, muss sein Auto verkaufen und das Versprechen, seine Frau nie in ein Heim zu geben, brechen. Als die sich durch einen spontanen Tod aus der Affäre zieht, beschließt Harold, sich mit ... mehr

Filmkritik

Beobachterin im Hintergrund

Jens Mayer über Die Frau mit der Kamera

Drei Tage nach ihrem Tod, nur zwei Wochen vor ihrem 61. Geburtstag, betreten Claudia von Alemann und ihr Kameramann im September 1996 die kleine Wohnung Abisag Tüllmanns. Die Aufnahmen, die sie machen, vermitteln auch zwanzig Jahre später noch den Eindruck, die Bewohnerinnen sei inmitten ihrer hochkonzentrierten Arbeit aufgebrochen, vielleicht um nur einmal kurz einkaufen zu gehen, den Kopf noch voll mit wichtigeren Dingen. Auf Tischen, Stühlen und Sesseln stapeln sich Papierberge, überall liegen Abzüge, Dias und Bücher herum. Der Blick aus dem Fenster fällt auf die bedrückend ... mehr

Filmkritik

Leben im Dazwischen

Anna Stemmler über Sworn Virgin

Im armen, weltabgeschnittenen Norden Albaniens, zwischen seinen rauen Bergfalten, gilt seit den 90er Jahren wieder verstärkt eine degenerierte Form des Kanun, des Gewohnheitsrechtes, das neben der Blutrache auch die Dominanz der Männer über die Frauen festschreibt. Frauen werden zwangsverheiratet und sklavisch ausgebeutet. Dieser wenig attraktiven gesellschaftlichen Stellung zu entkommen, ist nur über eine institutionalisierte Form des Geschlechterwechsels möglich. Als „eingeschworene Jungfrau“ kann eine Frau leben wie ein Mann, allerdings muss sie unter Todesandrohung auf sexuelle ... mehr

Filmkritik

Extremste Künstlichkeit

Michael Meyns über The Neon Demon

„Schönheit ist nicht alles, es ist das Einzige!“, heißt es einmal in Nicolas Winding-Refns wildem, durchgedrehten, exaltierten THE NEON DEMON, womit eigentlich alles gesagt ist. Zumal Winding-Refn damit in gewisser Weise die offensichtlichste Kritik an seinem Film gleich vorwegnimmt, nämlich die, dass THE NEON DEMON reine Oberfläche ist. Was auf den ersten Blick nicht falsch ist, aber auch wieder als Teil des Konzepts verstanden werden kann, denn Schauplatz ist Los Angeles, Thema die Modeindustrie. In diese Welt taucht die junge Jenny ein, die Elle Fanning anfangs mit jener ... mehr

Indiekino Magazin

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