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Filmkritik

Ehrliche Komödie

Toni Ohms über Das unerwartete Glück der Familie Payan

Bei Familie Payan hängt der Haussegen ziemlich schief. Mutter Nicole (Karin Viard) hält alles zusammen: Sie arbeitet in der Mautstation und verdient das Geld. Sie kümmert sich um ihre Mutter „Mamilette“, die im Rollstuhl sitzt und immer öfter kleine Aussetzer hat. Und sie versorgt ihre Enkelin im Grundschulalter, da deren Mutter, ihre Tochter Arielle, lieber Party macht. Einziger Fels in der Brandung ist der bedächtige kanadische Krankenpfleger Toussaint, der mit Mamilette hilft und die Chaosfamilie irgendwie ins Herz geschlossen hat. Vater Jean-Pierre (Philippe Rebbot) ist seit zwei ... mehr

Filmkritik

Es war einmal...

Antonia Wolff über Die Geschichte der Liebe

Leo Gursky (Derek Jacobi) ist ein schrulliger, liebenswerter alter Mann. Gegenüber Fremden gibt er gern den unbeholfenen Greis, mal, um in der New Yorker U-Bahn einen Sitzplatz zu ergattern, mal, um Kellnerinnen zu ärgern, indem er scheinbar versehentlich seinen Kaffee verschüttet. Leos Marotten amüsieren, aber sein Einzelgängertum hat einen tragischen Hintergrund: In der ländlichen Idylle eines polnischen Schtetls schworen er (als Junge: Mark Rendall) und Alma (Gemma Arterton) sich einst ihre ewige Liebe. Doch der Krieg riss die beiden auseinander und führte Alma ins amerikanische ... mehr

Filmkritik

Unterwegs mit der „Gay Cruise“

Patrick Heidmann über Dream Boat

Dass Kreuzfahrtschiffe sich bestens als Vehikel eignen, um einen ganzen Strauß von Geschichten zu erzählen, ist wahrlich keine Neuigkeit. Schon in den Siebziger Jahren stach im US-Fernsehen das „Love Boat“ in See, und auch das „Traumschiff“ dreht bekanntlich noch immer seine Runden auf den Meeren der Welt. Anders als in den Anfangstagen dieser TV-Serien sind Kreuzfahrten heute aber nicht mehr ultimativer Luxus, sondern längst Allerwelts-Urlaube und nicht selten auf ganz spezifische Zielgruppen zugeschnitten. So wie die „Gay Cruise“, auf die sich Tristan Ferland Milewski für ... mehr

Filmkritik

Neue Wohnung, neue Freiheit

Katharina Franck über Meine glückliche Familie

Manana (Ia Sgugliashvili) hat Geburtstag. Die Literaturlehrerin wird 52 und obwohl sie sich ausdrücklich keine Feier gewünscht hat, steht ihre Mutter alsbald für das große Fest kochend am Herd und am Abend die Freunde ihres Mannes Soso (Merab Ninidze) singend im Wohnzimmer. Am nächsten Tag verlässt Manana ohne große Worte die Wohnung, die sie sich mit ihrem Mann, ihren Eltern, den beiden erwachsenen Kindern und dem Lebensgefährten der Tochter teilt, für eine eigene. Ihre stets lamentierende Mutter kann den Schock kaum verkraften. Soso und die Kinder sind völlig verunsichert und ... mehr

Veranstaltungen, Filme

WALTER STEFFEN - EIN REGISSEUR UND SEINE REGION

13. - 19.7. Bali Kino

Im Juli stellt das Bali dem Berliner Publikum einen bayerischen Filmemacher vor: Bevor Walter Steffen über Praktika an den Münchner Kammerspielen und bei verschiedenen TV- Produktionen zum Film kam, arbeitete er unter anderem als Skilehrer, Trucker und Autor. Inzwischen hat er sich auf Dokumentarfilme spezialisiert. mehr

Filmkritik

Geniale Lobbyistin

Paul Sharratt über Die Erfindung der Wahrheit

„Bei der Lobbyarbeit geht es um Voraussicht“, sagt Miss Sloane in John Maddens neuem Film, „Es geht darum die Opposition zu überraschen, damit sie dich nicht überrascht.“ In DIE ERFINDUNG DER WAHRHEIT gibt es auf jeden Fall reichlich Überraschungen, und nicht alles sind erfreulich. Elizabeth Sloane, herausragend gespielt von Jessica Chastain, ist eine rücksichtslose Lobbyistin in Washington, ein aufsteigender Stern in einer Industrie, die moralische Flexibilität belohnt. Im Zentrum des Films steht der Konflikt zwischen zwei Lobby-Firmen, die auf verschiedenen Seiten eines ... mehr

Veranstaltungen, Personen

Robby Müller – Master of Light

Juli - November: Ausstellung im Filmmuseum

Die tanzende Björk in einem Fabrikgebäude, der in einem Kanu dahingleitende Johnny Depp oder die schöne Nastassja Kinski im leuchtend pinkfarbenen Pullover – der Niederländer Robby Müller ist der Kameramann, der große kinematografische Momente in modernen Klassikern wie DANCER IN THE DARK, DEAD MAN oder PARIS, TEXAS geschaffen hat. I mehr

Filmkritik

Schnapsideen

Tom Dorow über Small Town Killers

„Na, ihr Idioten, Dick und Doof, Dumm und Dümmer!“ So begrüßt der Dorfpolizist Heinz die Kumpel Ib und Edward in Ole Bornedals neuer Komödie SMALL TOWN KILLERS und trifft damit genau die Vorbilder des Films. SMALL TOWN KILLERS ist eine Slapstick-Buddy-Komödie mit zwei reichlich trotteligen Typen als Hauptpersonen. Ib und Edward denken dauernd an Sex, aber ihre Frauen Gritt und Ingrid lassen sie nicht mehr ran. Stattdessen tanzen sie Salsa mit dem schwulen Malte. Ib und Edwards erste Schnapsidee ist es, sich scheiden zu lassen und dann wild herum zu bumsen. Als ein schmieriger Anwalt ... mehr

Filmkritik

Britischer All-Star-Cast

Paul Sharratt über Ihre beste Stunde

Die britische romantische Komödie IHRE BESTE STUNDE spielt zu Beginn des 2. Weltkriegs in London und folgt einer Werbetexterin, die den Auftrag hat, authentische Dialoge für weibliche Charaktere in Kriegs-Propaganda-Filmen zu schreiben. Während sie und ihre Kolleginnen an einem Film schreiben, der das Ziel hat, die Moral der britischen Zuschauer zu stärken, wird die Arbeit unserer Heldin zum Mittel der Emanzipation in einer männlich dominierten Gesellschaft. Regisseurin Lone Scherfig (WILBUR WANTS TO KILL HIMSELF) verhandelt in IHRE BESTE STUNDE die gleichen Themen wie in AN EDUCATION: ... mehr

Filmkritik

Verblichener Glamour

Hendrike Bake über Ein Chanson für Dich

Im Fernsehen läuft ein Quiz: Gefragt ist eine französische Schlagersängerin, diese kleine Person, die damals im ESC gegen ABBA verlor. Alle erinnern sich vage, aber niemand kommt auf ihren Namen. Das kollektive Gedächtnis hat Laura schon lange vergessen. Auch Liliane (Isabelle Huppert) hat fast vergessen, dass sie einst Laura war. Heute arbeitet sie in einer Pastetenfabrik. Mit den Kolleginnen redet sie kaum und zuhause ist der weiße Flügel mit den Tasten zur Wand gedreht. Dann setzt sich eines Tages ein junger Aushilfsjobber an ihren Tisch und fragt: „Bist du nicht Laura?“. Sein ... mehr

Indiekino Magazin

Interviews

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