Entfernung über GPS
ab PLZ

Francois Ozon hat darum gebeten, das Geheimnis von Adrien nicht zu verraten. Diese Rezension enthält keine Spoiler.

In wundervollen, bald matten, bald schimmernden monochromen Bildern, die nur gelegentlich, wenn Glück und Begehren die Körper durchfluten, von Farbe gesättigt werden, hat Francois Ozon einen mitreißenden Film über die deutsch-französischen Beziehungen nach dem ersten Weltkrieg gedreht. Es würde an ein Wunder Grenzen, wenn FRANTZ im nächsten Jahr nicht den Oscar für den besten fremdsprachigen Film gewinnt.

Quedlinburg, kurz nach dem ersten Weltkrieg. Anna (Paula ... mehr

Filmkritik

Ein Mann schaufelt sich frei

Christian Horn über Hedis Hochzeit

Im ersten Bild von HEDIS HOCHZEIT bindet der Protagonist Hedi (Majd Mastoura) seinen Schlips, um zu seiner ungeliebten Arbeit zu gehen. Den schnöden Vertreterjob bei Peugeot hat ihm seine Mutter (Sabah Bouzouita) besorgt, genauso wie die hübsche junge Frau, die Hedi bald heiraten soll. Der 25-jährige Sohn lässt es stoisch über sich ergehen. Zwar versteht er sich gut mit der angedachten Braut, die er nachts heimlich zum Reden im Auto trifft, doch tatsächlich würde er lieber selbst über sein Leben bestimmen. Da wären etwa seine Comicstrips, die er gern veröffentlichen will. Als Hedis ... mehr

Filmkritik

Überwachung und Integrität

Tom Dorow über Snowden

Oliver Stone hat in seinen Filmen schon öfter in aktuellen politischen Debatten Position bezogen. Die Frage, ob Edward Snowden vom US-Präsidenten begnadigt werden sollte, ist Teil der Debatten im US-Wahlkampf. Trump, Clinton und Sanders sind dagegen, Gary Johnson von der rechts-anarchistischen Libertarian Party will darüber nachdenken, Jill Stein von der Green Party verspricht einen Kabinettsposten für Snowden. Oliver Stone muss also Überzeugungsarbeit bei gemäßigten Linken und Konservativen leisten. Edward Snowden (Joseph Gordon-Levitt) wird daher als so patriotisch inszeniert, dass ... mehr

Veranstaltungen

Amnesty Kreuzberg lädt ein zu Fiktion, Fakten und Fest

15.10. ab 19 Uhr, Sputnik Kino

Die Mitglieder von Amnesty International Berlin-Kreuzberg laden anlässlich ihres Jubiläums alle Interessierten am Samstag, 15.10., ab 19 Uhr, ins Sputnik Kino am Südstern ein. Für den gesamten Abend einschließlich Film, Infoveranstaltung und Buffet mit DJ ist der Eintritt frei. mehr

Filmkritik

Vertreibung aus dem Paradies

Lars Tunçay über Der Vollposten

Andere träumen davon Popstar zu werden, Schauspieler oder Pilot. Doch für den kleinen Checco gibt es nur eins: ein Beamter zu sein. Eine gut bezahlte Anstellung, sozial abgesichert und unkündbar – das ist sein Traum von einem Leben und so wie es der italienische Publikumshit DER VOLLPOSTEN darstellt, ist der Verwaltungsposten wirklich das höchste Maß einer beruflichen Perspektive. Checco wird von allen hofiert, Mama erfüllt ihm jeden Wunsch, seine Zukünftige liegt ihm nur wegen seiner Festanstellung zu Füßen und in der Vorratskammer neben seinem Büro türmen sich die ... mehr

Filmkritik

Proben für den Erstkontakt

Matthias von Viereck über The Visit – Eine ausserirdische Begegnung

Die Anzahl an entdeckten, so genannten Exoplaneten ist in den vergangenen Jahren stetig gestiegen. Mehr als 3000 dieser Himmelskörper außerhalb unseres Sonnensystems will die Wissenschaft bereits ausgemacht haben. Ob es aber irgendwo da draußen tatsächlich intelligentes Leben gibt, eine „zweite Erde“ gar, das bleibt weiter ungeklärt. In seiner „Dokumentation“ THE VISIT spielt der dänische Konzept-Künstler und Regisseur Michael Madsen (INTO ETERNITY) nun ein Szenario durch, das nicht nur die Wissenschaft, sondern auch die Künste beschäftigt: den ersten Kontakt der Menschheit ... mehr

Filmkritik

Kreischekstase um Garagenband

Tom Dorow über The Beatles: Eight Days a Week – The Touring Years

Vor 50 Jahren hörten die Beatles auf, Livekonzerte zu geben und wurden eine reine Studioband. Dass sich ein neuer Beatles-Film ausgerechnet auf die Zeit konzentriert, in der die Band live spielte, ist angesichts der Materiallage und der heutigen digitalen Bildbearbeitungsmöglichkeiten und Remaster-Technik plausibel. EIGHT DAYS A WEEK ist zum Teil typische Retro-Doku, bei der Promis erzählen, wie relevant die Band für sie gewesen ist, zum Teil Konzertfilm, zum Teil auch eine Neuinterpretation der Band als archetypisches Pop-Phänomen. Paradox an EIGHT DAYS A WEEK ist, dass der Film ... mehr

Filmkritik

Leben mit MS

Matthias von Viereck über Multiple Schicksale

Es ist nicht selbstverständlich, dass einem tagtäglich beide Hände, links und rechts, in voller Funktion zur Verfügung stehen. Rainer, einer der Protagonisten dieses eindringlichen Dokumentarfilms zum Thema Multiple Sklerose zeigt, wie wenig Kraft er noch in seiner rechten Hand übrig hat. Dass bei Rainer MS diagnostiziert wurde, liegt da bereits sieben Jahre zurück. Unter den im Film Porträtierten, die mit unterschiedlich starken Verlaufsformen der chronisch entzündlichen Erkrankung des zentralen Nervensystems zu kämpfen haben, ist auch die Mutter des Regisseurs. Seit Jahren schon ... mehr

Indiekino Magazin

Interviews

Filme heute