Entfernung über GPS
ab PLZ

Filmkritik

Schwanger mit 17

Jens Mayer über Petting Zoo

Die konservative Gegend um San Antonio/Texas gehört zu den Regionen mit der höchsten Rate von Teenager-Schwangerschaften in den USA. Deswegen ist es auch keine göttliche Eingebung, dass die Schulkrankenschwester die 17jährige Layla (Devon Keller) nach dem Fiebermessen fragt, ob sie ungeschützten Sex gehabt habe. Die junge Frau verneint natürlich, doch nach einigen Tagen anhaltender Übelkeit bringt ihr ein Schwangerschaftstest die Gewissheit. Ihren dauerbekifften und verantwortungslosen Slackerfreund hat sie gerade aus guten Gründen verlassen, den Ausweg aus ihrem sozialschwachen ... mehr

Veranstaltungen

Klassiker des surrealen Films

am 25. Mai in den Eva Lichtspielen

Franz Stadler, Ex-Kinochef des filmkunst66, führt am 25.5. um 20.15 Uhr in den Eva Lichtspielen mit legendären Kurzfilmklassikern in die phantastische Alptraumwelt des surrealen Films ein. Zu sehen sind Filme von Salvador Dali und Luis Bunuel (EIN ANDALUSISCHER HUND), Roman Polanski (ZWEI MANN UND EIN SCHRANK), David Lynch (THE GRANDMOTHER), Maya Deren (MESHES OF THE AFTERNOON), Jan Svankmajer (FOOD und DIE WOHNUNG) Buster Keaton (SHERLOCK JR.) und THE RUNNING, JUMPING AND STANDING STILL FILM mit Peter Sellers, das Filmdebüt von Richard Lester. mehr

Filmkritik

Blick hinter die Kulissen

Harald Mühlbeyer über Die Prüfung

Dieter Bohlen und Konsorten haben den Ruf des Castings ziemlich in den Dreck gezogen. Umso interessanter, wenn man mal nicht Selbstdarsteller sieht, die andere Selbstdarsteller darin bewerten, wie selbstdarstellerisch sie sind. Till Harms blickt in seinem Dokumentarfilm DIE PRÜFUNG hinter die Kulissen der Staatlichen Schauspielschule Hannover und zeigt die verschiedenen Runden der Aufnahmeprüfungen, bei denen jährlich 687 Bewerber auf einen der zehn Studienplätze hoffen. Ein professionelles statt ein populär-populistisches Auswahlverfahren – und Harms geht noch weiter. Denn er erzählt ... mehr

Filmkritik

Koloniale Fußtritte

Tom Dorow über Monsieur Chocolat

Eine große Produktion, ein prächtiger und kluger Kostümfilm über den ersten schwarzen Clown in Frankreich, Ende des 19. Jahrhunderts. Omar Sy spielt Raffaël Padilla, der als Sklave in Kuba geboren wurde, nach seiner Flucht als Hafenarbeiter arbeitet und bei einem kleinen Wanderzirkus landet, wo er als „Negerkönig Kananga“ Kinder erschreckt. Dort begegnet ihm der einst erfolgreiche Clown George Footit – überragend gespielt vom Charles Chaplin-Enkel und Zirkusgenie James Thierrée – der am unteren Ende der Karriereleiter angekommen ist. Footit erkennt Padillas Bewegungstalent. Er ... mehr

Filmkritik

Provinzposse mit globalen Ausmaßen

Jens Mayer über Parchim International

Beharrlich dreht sich die Signalleuchte auf dem Dach des provisorischen Towers aus Wellblech. Der monoton quietschende Klang ist zum Soundtrack des Flughafens geworden, hier, im 18.000 Einwohner-Städtchen Parchim, zwischen Berlin und Hamburg. Ansonsten ist es nämlich meistens ruhig. Hasen hoppeln über die Startbahn, hin und wieder nutzen Piloten von Passagiermaschinen die Möglichkeit, hier die „Touch-and-go-Landung“-Prozedur zu üben, bei der das Flugzeug zwar mit dem Fahrwerk aufsetzt, anschließend aber wieder ohne Stillstand durchstartet und abhebt. Tausende Kilometer entfernt ... mehr

Filmkritik

Patel als genialer Mathematiker

Toni Ohms über Die Poesie des Unendlichen

DIE POESIE DES UNENDLICHEN ist in seiner bedächtigen Erzählweise vielleicht nicht unbedingt das Bio-Pic des Jahrhunderts, erzählt aber eine interessante indisch-englische Geschichte, die schon lange mal hätte verfilmt werden sollen. Außerdem spielt Dev Patel (SLUMDOG MILLIONAIRE, BEST EXOTIC MARIGOLD HOTEL) die Hauptrolle, den indischen Mathematiker Srinivasa Ramanujan. Ramanujan wuchs in den 1890er Jahren in bescheidenen Verhältnissen als Sohn einer orthodoxen Brahmanenfamilie auf. Schon früh galt er als mathematisches Wunderkind, sein Wissen eignete er sich in weiten Teilen ... mehr

Filmkritik

Männerfreundschaft grau in grau

Hendrike Bake über Happy Hour

„Männerfreundschaft bedeutet mir persönlich gar nichts.“ Das merkt man Franz Müllers außerordentlich geerdeter Männer-Midlife-Crisis-Tragikomödie auch an. Beschönigt wird hier eher wenig. So ganz klar ist eigentlich nicht einmal, ob HC, Wolfgang und Nic überhaupt befreundet sind und wenn ja, warum eigentlich. Gut, sie kennen sich halt länger und besser als sie andere Leute kennen, und das ist dann wohl Freundschaft. Jedenfalls geht es HC schlecht, weil seine Frau ihn unter demütigenden Umständen verlassen hat, und Wolfgang schlägt vor, in sein Ferienhaus nach Irland zu fahren. ... mehr

Interview

„Das Unausgesprochene ist das Wichtige“

Interview mit Omer Fast

Omer Fast, 1972 in Jerusalem geboren, wuchs in Jerusalem und New York auf und lebt und arbeitet heute in Berlin. Fast ist als Künstler erfolgreich und vor allem für seine Videoinstallationen bekannt. Er hat unter anderem bei der Biennale Venedig 2011 und bei der Documenta Kassel 2012 ausgestellt. REMAINDER ist sein erster Spielfilm. mehr

Filmkritik

Revolutionär des modernen Tanzes

Michael Meyns über Mr. Gaga

Auch in Berlin hat er in der aktuellen Spielzeit inszeniert: Der israelische Tänzer Ohad Naharin, der als bedeutendster zeitgenössischer Choreograf seiner Heimat gilt. Dass der 63-jährige Naharin als intensiver, fordernder Künstler ein bisschen gaga ist, überrascht wenig. Der Titel von Tomer Heymanns Dokumentarfilm bezieht sich jedoch auf etwas anderes. Als „Gaga“ bezeichnet Naharin eine Form des Tanzes, die er im Lauf seiner langen Karriere entwickelt hat: Aus höchster Körperspannung loszulassen, als wäre sämtliches Leben aus dem Körper, den Muskeln, gewichen. Gleich die erste ... mehr

Veranstaltungen

Drive-In Classics No. 5 & 6: EEGAH – THE NAME WRITTEN IN BLOOD / 2000 MANIACS

Am 17.+24. Mai im Z-inema

Die Drive-In-Reihe im Z-inema geht weiter mit zwei gnadenlosen Filmen aus den 60er Jahren. In EEGAH – THE NAME WRITTEN IN BLOOD (1962, R: Arch Hall Sr.) verliebt sich ein Steinzeitmensch in ein Teenagermädchen und verfolgt sie in die Stadt, wo er ordentlich Radau macht.
17.5. um 20 Uhr: EEGAH – THE NAME WRITTEN IN BLOOD
24.5. um 20 Uhr: 2000 MANIACS mehr