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Wir sind dann wohl die Angehörigen

Kleinste Bewegungen

Nach dem gleichnamigen Buch von Johann Scheerer hat Hans-Christian Schmid die Geschichte der Reemtsma-Entführung aus der Perspektive der Angehörigen als Familiendrama verfilmt.

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Als Jan Philipp Reemtsma (Philipp Hauß) entführt wird, rechnen Ann Kathrin Scheerer (Adina Vetter) und der 13-jährige Johann (Claude Scherer) aus, wie lange es dauern mag, bis der Ehemann und Vater wieder da ist. Zwei Tage für den Brief und dann noch die Übergabe der 20 Millionen. Freitag? Samstag? Es dauert dann fast fünf Wochen, in denen die Familie rund um die Uhr von Freunden, Polizei und „Angehörigenbetreuern“ umgeben ist und eine Geldübergabe nach der anderen scheitert, während Jan Philipps Briefe immer dringlicher werden. Nach dem gleichnamigen Buch von Johann Scheerer hat Hans-Christian Schmid die Geschichte der Entführung aus der Perspektive der Angehörigen als Familiendrama verfilmt. Dabei fällt zuallererst ins Auge, wie hanseatisch undramatisch die ersten Tage verlaufen. Sanft rüttelt Ann Kathrin Scheerer ihren Sohn wach, und erst, als er sich gesammelt hat, erzählt sie ihm ruhig, was vorgefallen ist, und ebenso ruhig hören die beiden dann den Polizeibeamten mit den Codenamen „Nickel“ (Enno Trebs) und „Vera“ (Yorck Dippe) zu. Erst als sie realisieren, dass diese im Wohnzimmer am Telefon übernachten werden, schluckt Ann Kathrin merklich. In seinem eleganten, wie eine Choreografie inszeniertem Ensemblefilm fängt Hans-Christian Schmid präzise diese kleinen und kleinsten Bewegungen ein, die anzeigen, wie das Zutrauen in die Polizeiarbeit langsam schwindet, und sich immer tiefere Risse in der Schicksalsgemeinschaft in der Hamburger Elbvilla auftun. Die Kamera fängt in jedem Moment genau ein, wie die Personen zueinander stehen, sich umeinander bewegen, einander ansehen, wegsehen, und die Schauspieler*innen sind allesamt fantastisch. Neben der Kernfamilie besonders Justus von Dohnányi als zunehmend derangierter Familienanwalt Johann Schwenn.

Hendrike Bake

Details

Deutschland 2022, 118 min
Genre: Drama, Krimi
Regie: Hans-Christian Schmid
Drehbuch: Hans-Christian Schmid, Michael Gutmann
Verleih: Pandora Film
Darsteller: Claude Heinrich, Adina Vetter, Yorck Dippe, Enno Trebs, Justus von Dohnányi, Hans Löw, Fabian Hinrichs
FSK: 12
Kinostart: 03.11.2022

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Wir sind dann wohl die Angehörigen

Deutschland 2022 | Drama, Krimi | R: Hans-Christian Schmid | FSK: 12 | Interview

Nach dem gleichnamigen Buch von Johann Scheerer hat Hans-Christian Schmid die Geschichte der Reemtsma-Entführung aus der Perspektive der Angehörigen als Familiendrama verfilmt.

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Delphi LUX

11.12. – So

11:30

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