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Was Dein Herz Dir sagt – Adieu ihr Idioten!

Nichts zu verlieren

Lasst euch nicht vom Titel verwirren! WAS DEIN HERZ DIR SAGT ist alles andere als das romantische französische Versöhnungskino, das hier suggeriert wird, sondern eine schnelle, kluge und sehr originelle Komödie, die uns eher ans belgische Kino erinnert hat.

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Lasst euch nicht vom Titel verwirren! WAS DEIN HERZ DIR SAGT ist alles andere als das romantische französische Versöhnungskino, das hier suggeriert wird, sondern eine schnelle, kluge und sehr originelle Komödie, die uns eher ans belgische Kino erinnert hat. Der französische Titel ADIEU LES CONS (zu dt. vielleicht Tschau, ihr Arschgeigen!) trifft es dagegen ganz gut: Unsere drei Held*innen sind fertig mit der Welt. Virginie Efira spielt die Friseurin Suze Trappet, deren vom Haarspray ruinierte Lungen nicht mehr lange durchhalten werden. Im Arztgespräch fragt sie „Wieviel Zeit habe ich noch?“, woraufhin der behandelnde Arzt, typisch für die Empathielosigkeit aller Autoritätspersonen des Films, erstmal in Ruhe anfängt zu philosophieren „Zeit ist ja relativ. Ihre Zeit mag ganz anders aussehen als meine Zeit…“ Als er aufsieht, ist Suze weg. Ihre Zeit ist kostbar, denn sie muss vor ihrem Tod das Kind finden, das sie als 15-Jährige zur Adoption freigeben musste. Auf dem Amt blitzt sie ab („Geschenkt ist geschenkt, wiederholen ist gestohlen“), findet aber durch eine wilde Verkettung von Umständen einen Verbündeten: den IT-Spezialisten Jean-Baptiste Cuchas, gespielt von Regisseur Albert Dupontel, der mit dem Leben abgeschlossen hat, nachdem er beim jüngsten Großprojekt übergangen wurde. Unterwegs gabeln sie noch den blinden Monsieur Blin (Nicolas Marié) auf, der einsam und abgeschoben ein Archiv verwaltet, von dem keiner in der Behörde überhaupt sicher ist, ob es existiert. 2021 räumte WAS DEIN HERZ DIR SAGT sehr zu Recht sechs der wichtigsten Preise bei den französischen Césars ab. Der Humor des Films entsteht aus Slapstick, treffsicheren Running Gags, albernen Verwechslungen und aus der Gewissheit der Figuren, wirklich nichts mehr zu verlieren zu haben. Dabei zeigt die so schwindelerregend wie grandiose Kamera immer wieder, was schon verloren ist. Wenn Suze innehält und an ihr unbekanntes Kind denkt. Oder, wenn der blinde M. Blin einen Weg beschreibt, während Suze fährt, und wir in den Spiegelungen sehen, dass nichts mehr übrig ist von der Stadt, die M. Blin noch kennt, nur ein Café, aber das ist verfallen und geschlossen.

Hendrike Bake/Tom Dorow

Details

Originaltitel: Adieu Les Cons
Frankreich 2020, 87 min
Genre: Komödie
Regie: Albert Dupontel
Drehbuch: Albert Dupontel
Kamera: Alexis Kavyrchine
Schnitt: Christophe Pinel
Musik: Christophe Julien
Verleih: Happy Entertainment
Darsteller: Albert Dupontel, Virginie Efira, Nicolas Marié
Kinostart: 20.10.2022

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