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Holy Cow

Globalisierung Schwarz-bunt

Als der Familienvater Tapdiq beschließt eine Milchkuh aus Europa in sein aserbaidschanisches Dorf zu holen, um mit Hilfe ihrer größeren Produktivität die Lebensbedingungen seiner Familie verbessern zu können, stößt er auf eine Mauer aus Ablehnung und Vorurteilen.

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So schwarz und weiß wie die gefleckte Madonna sind auch die Ansichten der Dorfältesten in dem beschaulichen Bergdorf Aserbaidschans: Als der Familienvater Tapdiq ihnen davon vorschwärmt, dass er eine Milchkuh aus Europa ins Dorf holen wolle, um mit Hilfe ihrer größeren Produktivität die Lebensbedingungen seiner Familie verbessern zu können, stößt er auf eine Mauer aus Ablehnung und absurden Vorurteilen. Auch Tapdiqs Ehefrau hat Angst vor dem Neuen und Fremden, sie fürchtet vor allem um das Ansehen der Familie in der Dorfgemeinschaft. Nur seine jungen Söhne sind aufgeregt und neugierig, sie arbeiten bereits an ihrer Liste mit bescheidenen Wünschen, die durch den vom Vater versprochenen Wohlstand schon bald realisiert werden könnten.
Regisseur Imam Hasanov erzählt in HOLY COW auf ruhige und sorgfältige Weise von den kargen Lebensbedingungen der Menschen in dem Land, das als die Brücke zwischen Europa und Asien bezeichnet wird, und von den hartnäckigen Bemühungen eines ehrgeizigen Mannes, diese im Rahmen seiner Möglichkeiten zu verbessern. Tapdiq denkt „out of the box“ und hat dabei mit der gleichen konservativen Verweigerungshaltung zu kämpfen wie jeder Revolutionär der Weltgeschichte vor ihm. Doch wie ebenjene Vorgänger ist auch Tapdiq ein Sturkopf, der von seinem unerschütterlichen Glauben an seine Mission getrieben wird und sein Ziel konsequent weiterverfolgt.
In festen Einstellungen entwickelt der dokumentarische Spielfilm trotz seines vermeintlich simplen Sujets eine inhärente Spannung mit leisem Humor. Es ist gerade diese Einfachheit und die rührende Beziehung zwischen Tapdiq und der reizenden Kuh Madonna, die HOLY COW zu einer universellen Metapher für den globalen Fortschritt in einer multikulturellen Gesellschaft macht, von dem alle profitieren können.

Jens Mayer

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Details

Deutschland, Rumänien, Katar, Aserbaidschan 2015, 74 min
Regie: Imam Hasanov
Drehbuch: Imam Hasanov
Kamera: Sarvar Javadov
Schnitt: Phillipp Gromov
Musik: Le Trio Joubran
Verleih: Rise and Shine Cinema
Kinostart: 18.02.2016

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