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Winterreise

Bruno Ganz' letzter Film

Günther Goldschmidt floh erst 1941 mit seiner Frau in die USA, mit der er gemeinsam im Orchester des Jüdischen Kulturbundes gespielt hatte. Anders Østergaard hat Gespräche zwischen Sohn Martin und Vater Günther Goldsmith mit Bruno Ganz verfilmt.

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Die einen wollen sich erinnern, die anderen wollen vergessen. Günther Goldschmidt hatte sich eigentlich schon früh dafür entschieden, seine jüdische Identität aus seinem Leben auszublenden. Als er 1935 als junger Mann im Zuge der Nürnberger Gesetze sein Musikstudium abbrechen musste, beschloss er, seiner Oldenburger Heimat den Rücken zuzukehren und ins Ausland zu gehen. Doch dann kam dem begabten Flötisten ein Konzert des jüdischen Kulturbundes dazwischen, bei dem er seine zukünftige Frau kennenlernte, die ebenfalls im Orchester spielte. Er blieb, sie wurden ein Paar und konnten unter dem Schutzmantel der Künstlerorganisation weiter im nationalsozialistischen Deutschland leben, bis sie 1941 schließlich gemeinsam nach Amerika flohen. Dort gab George Goldsmith, wie er von nun an hieß, nicht nur das Flötespielen, sondern auch seine Vergangenheit auf. Doch je mehr sein Sohn Martin den Vater im Alter über sein Leben in Nazideutschland befragt, um so deutlicher und intensiver blitzen die Erinnerungen, Gedanken und Bilder wieder auf – zumindest die, wie er es selbst sagt, die der Erinnerung wert sind. Diese Gespräche zwischen Vater und Sohn hat Anders Østergaard in WINTERREISE mit Bruno Ganz verfilmt und anhand von Archivmaterial, Fotografien und nachgestellten Aufnahmen zu einer spannenden Collage aus Dokumentation, Fiktion und Reflexion verarbeitet. Die künstlerische Verspieltheit, mit der der Regisseur dabei ans Werk geht, entspricht dem Wesen des großen Schauspielers, der hier in seiner letzten Rolle zu sehen ist. Allein deshalb ist WINTERREISE wert gesehen zu werden, denn Ganz ist hier tatsächlich noch einmal völlig in seinem Element. Zugleich gelingt es Østergaard dieser inszenierten und doch höchst privaten Filmerzählung über Musik, Identität und die Gräuel des Nationalsozialismus einen Blick abzugewinnen, der nicht nur einmal mehr bekannte historische Ereignisse neu betrachtet, sondern dabei das Fremde im Eigenen zu orten versteht.

Pamela Jahn

Details

Originaltitel: Winter Journey
Deutschland/Dänemark 2019, 88 min
Genre: Dokumentarfilm
Regie: Anders Østergaard, Erzsébet Rácz
Drehbuch: Martin Goldsmith, Anders Østergaard
Kamera: Henner Besuch, Mitja Falk, Ágnesh Pákózdi, Lars Skree
Schnitt: Anders Villadsen
Verleih: Real Fiction
Darsteller: Bruno Ganz
Kinostart: 22.10.2020

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Winterreise

(Winter Journey) | Deutschland/Dänemark 2019 | Dokumentarfilm | R: Anders Østergaard, Erzsébet Rácz

Günther Goldschmidt floh erst 1941 mit seiner Frau in die USA, mit der er gemeinsam im Orchester des Jüdischen Kulturbundes gespielt hatte. Anders Østergaard hat Gespräche zwischen Sohn Martin und Vater Günther Goldsmith mit Bruno Ganz verfilmt.

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