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Unruh

Antihierarchisches Projekt

UNRUH erzählt von Kropotkins Zeit im Juratal, der Umwälzungen der Uhrenindustrie im 19. Jahrhundert und der anarchistische Selbstorganisation der Uhren-Arbeiter*innen, aber auch vom kapitalistischen Diktat der Zeit, subtiler Unterdrückung und stillem Widerstand.

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Was haben Schweizer Uhren mit dem Anarchismus gemeinsam? Was wie ein Witz klingt, ist ein weitgehend vergessener historischer Zusammenhang: Die Schweizer Uhrenindustrie im Berner Juragebirge war im 19. Jahrhundert ein Zentrum der internationalen anarchistischen Bewegung.
Die Organisation der Arbeiter*innen war auch eine Reaktion auf ihre zunehmend prekären Arbeitsbedingungen. Die Industrialisierung der Produktion machte die menschliche Arbeitskraft schlecht bezahlt und austauschbar, die zunehmend globale Konkurrenz drückte die Löhne weiter. Trotzdem brachten die Arbeiter*innen noch regelmäßig Geld auf, um anarchistische Gruppen in Nordamerika, Spanien oder England zu unterstützen. Und Anarchist*innen aus der ganzen Welt, unter ihnen auch Bakunin und Kropotkin, besuchten ihrerseits die Genoss*innen im Juratal.

Regisseur Cyril Schäublin hatte mit UNRUH jedoch kein Historiendrama und schon gar kein Biopic im Sinn. Der Film bewegt sich zwischen konkreter Geschichte und assoziativer Kritik: Es geht zwar auch um Kropotkins Zeit im Juratal, um die Umwälzungen der Uhrenindustrie und um anarchistische Selbstorganisation, aber auch abstrakter um das kapitalistische Diktat der Zeit, um fotografische Vermarktung, um subtile Unterdrückung und stillen Widerstand. UNRUH stellt gängige Konzeptionen von Zeit, Arbeit, Erinnerung, kollektiver Identität und nicht zuletzt von filmischer Erzählung in Frage, aber nicht in den Fokus. Auch die Laienschauspieler*innen bevölkern die ruhigen Einstellungen mehr als sie sie dominieren. UNRUH scheint selbst ein antihierarchisches Projekt zu sein, ein friedliches Nebeneinander von Umgebungsgeräuschen, historischen Charakteren und diskursiven Bezügen. Schäublin schafft hier einen sanften und atmosphärischen, doch dadurch nicht weniger kritischen Film.

Yorick Berta

Details

Originaltitel: Unrueh
Schweiz 2022, 93 min
Genre: Drama
Regie: Cyril Schäublin
Drehbuch: Cyril Schäublin
Kamera: Silvan Hillmann
Musik: Li Tavor
Verleih: Grandfilm
Darsteller: Clara Gostynski, Alexei Evstratov, Monika Stalder, Hélio Thiémard, Li Tavor
Kinostart: 05.01.2023

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Unruh

(Unrueh) | Schweiz 2022 | Drama | R: Cyril Schäublin | Interview

UNRUH erzählt von Kropotkins Zeit im Juratal, der Umwälzungen der Uhrenindustrie im 19. Jahrhundert und der anarchistische Selbstorganisation der Uhren-Arbeiter*innen, aber auch vom kapitalistischen Diktat der Zeit, subtiler Unterdrückung und stillem Widerstand.

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