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Tod den Hippies!! Es lebe der Punk

Ohne Geld und Plan

Oskar Roehlers Berlin-in-den-80ern-Film TOD DEN HIPPIES sieht ein bisschen so aus, als hätte Didi Hallervorden in seiner Nonstop-Nonsens-Phase zu viel John Waters- und Lydia Lunch-Filme gesehen und sich gedacht, sowas müsste man mal für die beste Sendezeit machen. Das ist einerseits total bescheuert, aber gerade deshalb eine ziemlich treffende Beschreibung einer Zeit, die besoffen und auf Speed besser aussah, als sie war.

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Oskar Roehler ist schon eine recht spezielle Nummer. Sein Film über Berlin (West) in den achtziger Jahren interessiert sich nicht die Bohne für quasi-authentische Darstellung der Epoche, sondern ist eine Art „Lümmel von der letzten Bank“-Klamotte, die auf vollkommen beknackte Art die ziemlich beknackte Zeit ganz treffend beschreibt. Er schickt sein alter ego Robert, einen Internatsschüler, der Hippies hasst, ohne Geld und Plan nach Berlin, wo er einen Job als Putze in der erstaunlich keuschen Peepshow seines Kumpels Schwarz bekommt. Tagsüber wird Wichse gewischt, auch die vom Bürgermeister. Gelegentlich schauen Blixa Bargeld und Nick Cave vorbei und belegen die Hinterzimmer. Nachts gibt es Speed und Wodka im Risiko, wo Blixa manchmal hinterm Tresen steht und manchmal bedient, wo alle viel älter aussehen, als sie wirklich sind, und wo alle so bedröhnt sind, dass sie nur noch in den Ecken herumstehen. Robert besucht manchmal Mutti Gisela Elsner, die den Mord ihres Bruders plant, und manchmal Vati Klaus Roehler, der Kassenwart der RAF war und noch ein Gudrun-Gedenk-Geldpäckchen im Hängeboden zu stehen hat. Auf wenn es auf dem Sozialamt reichlich Geld gibt, das ein Stammkunde der Peepshow gelassen aushändigt, könnten Schwarz und Robert Vatis RAF-Reserve gut gebrauchen um einen Drogenring aufzubauen. Außerdem taucht noch der schwule Nazi Gries auf, es gibt Sex und Liebe mit den Stripperinnen/Künstlerinnen Gina und Sanja und einen fiesen Job im Altersheim.
TOD DEN HIPPIES sieht ein bisschen so aus, als hätte Didi Hallervorden in seiner Nonstop-Nonsens-Phase zu viel John Waters- und Lydia Lunch-Filme gesehen und sich gedacht, sowas müsste man mal für die beste Sendezeit machen. Das ist einerseits total bescheuert, aber gerade deshalb eine ziemlich treffende Beschreibung einer Zeit, die besoffen und auf Speed besser aussah, als sie war.

Tom Dorow

Details

Originaltitel: Tod den Hippies – Es lebe der Punk!
Deutschland 2015, 94 min
Genre: Drama
Regie: Oskar Roehler
Drehbuch: Oskar Roehler
Kamera: Carl-F. Koschnick
Schnitt: Peter R. Adam
Musik: Martin Todsharow
Verleih: X-Verleih
Darsteller: Tom Schilling, Samuel Finzi, Wilson Gonzalez Ochsenknecht, Frederick Lau, Emilia Schüle, Gabrielle Scharnitzky, Luisa Wietzorek
FSK: 16
Kinostart: 26.03.2015

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