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Sorry Angel

Schönheit, Coolness und Vergänglichkeit

Eine Sehnsuchtrsmelodie in Blau: Der Schriftsteller Jacques ist an AIDS erkrankt. Er verliebt sich in den jüngeren Arthur, der seine sexuelle Orientierung gerade erst erkundet.

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Jacques, ein Pariser Schriftsteller Anfang dreißig und der mal schweigsame, mal wortgewandte Held von Christophe Honorés SORRY ANGEL (PLAIRE, AIMER ET COURIR VITE), hasst Sentimentalitäten. Als der junge Arthur – so schön, so unschuldig und so hartgesotten – mit ihm den Sonnenuntergang auf dem Mont St. Michel ansehen möchte, wehrt er ab. Zu kitschig. Jacques bevorzugt seine Affären unglücklich, seine Möbel aus Metall, seine Hemden blau und seine Abschiede kurz. Als Arthur in seinem Leben auftaucht, gerade als dieses rapide zu Ende geht, als die Krankenhausbesuche dichter aufeinander folgen und die T4-Zellen weniger werden, wehrt er sich. Doch der Junge aus Rennes, dessen Augen so abenteuerlustig blitzen können, der sich nachts aus der Wohnung stiehlt und durch die Straßen streunt, um Männer aufzusammeln, der betrunken vom Abenteuer der Pissoire doziert, lässt sich ein, ohne Sicherheiten zu brauchen.
Jacques mag Sentimentalitäten hassen, SORRY ANGEL aber ist eine einzige blaufarbene, zigarettenrauchdurchwehte Sehnsuchtsmelodie, erzählt in einer Aneinanderreihung von Szenen, die allesamt Begegnungen sind. Die Personen – von denen Jacques und Arthur nur zwei sind – kreisen umeinander, stoßen einander ab und ziehen einander an, verpassen, vermissen, enttäuschen, verletzen, bergen, lieben und verführen einander. Nichts ist von Dauer, alles hat den Zauber eines ersten, eines letzten Males, ist alles-entscheidend und vollkommen unbedeutend, tragisch und lächerlich zugleich. Von den ultrahippen Titelschriftzügen über den ersten Blick auf ein Paris in der Dämmerung bis zum sehnsuchtsvollen letzten Bild ist SORRY ANGEL eine Hymne auf Schönheit, Coolness und Vergänglichkeit – und die frühen 90er Jahre.

Hendrike Bake

Details

Originaltitel: Plaire, aimer et courir vite
Frankreich 2018, 132 min
Genre: Drama, Komödie
Regie: Christophe Honoré
Drehbuch: Christophe Honoré
Kamera: Rémy Chevrin
Verleih: Edition Salzgeber
Darsteller: Vincent Lacoste, Pierre Deladonchamps, Denis Podalydès, Adèle Wismes
Kinostart: 25.10.2018

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