Magazin für unabhängiges Kino
Filmwecker
Filmnotiz

Neue Notiz

Schock

Kölner Neo-Noir-Thriller

Bruno (Denis Moschitto) ist Arzt, hat aber seine Approbation verloren. Jetzt hilft er in der Kölner Unterwelt all denen, die nicht ins Krankenhaus fahren können. Eine Anwältin (Anke Engelke) beauftragt ihn, das krebskranke Oberhaupt einer Mafia-Familie zu behandeln.

Mehr

Genrefilme haben es nicht leicht, besonders in Deutschland. Dass Filmen wie DIE THEORIE VON ALLEM, HAGAZUSSA oder SCHLAF große Aufmerksamkeit zukommt ist die Ausnahme. Deswegen ist es umso bedeutender, dass Denis Moschitto und Daniel Rakete Siegel die Möglichkeit bekommen haben, SCHOCK in Regie und Drehbuch selbst umzusetzen. Bruno (Denis Moschitto) ist Arzt aus Leidenschaft, allerdings ohne Approbation. Wie er diese verloren hat, wird nicht klar, die möglichen Entziehungsgründe sind aber allesamt mit Straftaten verbunden. Jetzt hilft er in der Kölner Unterwelt all denen, die nicht einfach in ein Krankenhaus fahren können. Neben Prostituierten mit entzündeten Zahnhälsen und Corona-Impfungen in Hausruinen wird Bruno von einer Anwältin (Anke Engelke) beauftragt, das krebskranke Oberhaupt einer Mafia-Familie zu behandeln. Ein Auftrag, der nicht nur ihm die Ausweglosigkeit der kriminellen Lebensrealität vor Augen führt.

SCHOCK muss sich als Kölner Neo-Noir Thriller in Sachen Intensität und Erbarmungslosigkeit keinesfalls vor internationalen Vergleichen fürchten. Die Stadt wird als dunkel und grau, als kalt und unberechenbar gezeichnet. Sie ist der verschwommene Hintergrund für all das, was Menschen bereit sind für Geld zu tun. Die Kamera ist stets bei Bruno, keine Einstellung vergeht, ohne dass sein ruhiges und intensives Spiel voller Schmerz und Trauer das Bild dominiert. Die Nacht verschwimmt in Rot und Blau, die Luft mischt sich mit Zigarettenrauch, es wird unmöglich, zwischen Gut und Böse zu unterscheiden. Große Bilder und großes Schauspiel treffen in kleinstem Raum aufeinander.

Schock ist ein Gefühl, die Handlung zweitrangig, Gewalt, Grausamkeit und Leid übernehmen die Leinwand. Darauf muss man sich einlassen wollen.

Lukas Hoffmann

Details

Deutschland 2023, 104 min
Genre: Crime, Drama
Regie: Daniel Rakete Siegel, Denis Moschitto
Drehbuch: Daniel Rakete Siegel, Denis Moschitto
Kamera: Paul Pieck
Schnitt: David Wieching
Musik: Hainbach
Verleih: Filmwelt Verleihagentur
Darsteller: Denis Moschitto, Aenne Schwarz, Fahri Yardim, Anke Engelke, Sandro Di Stefano
Kinostart: 15.02.2024

Website
IMDB

Vorführungen

Keine Programmdaten vorhanden.

ALLE ANGABEN OHNE GEWÄHR.
Die Inhalte dieser Webseite dürfen nicht gehandelt oder weitergegeben werden. Jede Vervielfältigung, Veröffentlichung oder andere Nutzung dieser Inhalte ist verboten, soweit die INDIEKINO BERLIN UG (haftungsbeschränkt) nicht ausdrücklich schriftlich ihr Einverständnis erklärt hat.