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Proxima – Die Astronautin

Der Druck wächst

Als Teil einer internationalen Crew wird Sarah die Landung der ersten Menschen auf dem Mars vorbereiten. Der Abschied von ihrer Tochter fällt ihr schwer, und der Druck im Männer-Team wächst, je näher der Countdown rückt.

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Sarah Loreau (Eva Green) ist zerrissen. Ihre Sehnsucht nach den Sternen hat sie dahin gebracht, wo sie heute ist: Als Teil einer internationalen Crew wird sie die Landung der ersten Menschen auf dem Mars vorbereiten. Für ein Jahr wird sie gemeinsam mit dem Russen Anton Ocheivsky (Aleksey Fateev) und dem Amerikaner Mike Shannon (Matt Dillon) auf einer Raumstation im Orbit kreisen. Das heißt aber auch, dass sie ihre Tochter Stella (Zélie Boulant) zurücklassen muss. Der Abschied fällt schwer. Das zerrüttete Verhältnis zu Stellas Vater Thomas (Lars Eidinger) macht es nicht einfacher. Der Umzug nach Darmstadt, das neue Umfeld, die neue Schule und dazu die Trennung von der Mutter setzen der Achtjährigen zu. All das muss Sarah hilflos mit anhören, ist sie doch tausende Kilometer weit entfernt in Baikonur, um sich auf ihre Mission vorzubereiten. Das Training ist erbarmungslos. Als einzige Frau im Team muss sie sich zusätzlich beweisen. Der Druck wächst, je näher der Countdown rückt.
In sehr intimen Einstellungen zeigt PROXIMA die enorme Entbehrung für Frauen in der Raumfahrt. In den Momenten mit ihrer Tochter wird spürbar, welche Qualen Sarah durchlebt, während sie nach außen hin immer stark wirken muss. Hinzu kommt der Chauvinismus in einer Männerdomäne, der hier vor allem durch Matt Dillons Charakter verkörpert wird. Das starke Sounddesign legt Telefonate mit Stella und Sarahs Tagebucheinträge, unterlegt mit Ryuichi Sakamotos elektronischem Score, über Montagen der Ausbildung. Die einzelnen Etappen des Trainings wurden zum Teil im European Astronaut Centre der ESA bei Köln gedreht. Der naturalistische Ansatz und die starke Leistung von Hauptdarstellerin Eva Green verleihen PROXIMA eine Faszination und Dringlichkeit, die nach dem Abspann, der die Leistungen der Pionierinnen der Raumfahrt würdigt, weiter wirkt. Auch wenn die Entscheidung des Verleihs, das viersprachige Original (Englisch, Französisch, Russisch, Deutsch) in der deutschen Kinofassung auf eine Sprache zu reduzieren, zumindest fragwürdig ist.

Lars Tunçay

Details

Originaltitel: Proxima
Frankreich 2019, 107 min
Genre: Drama, Thriller
Regie: Alice Winocour
Drehbuch: Alice Winocour
Kamera: Georges Lechaptois
Schnitt: Julien Lacheray
Verleih: Koch Films
Darsteller: Eva Green, Matt Dillon, Lars Eidinger, Zélie Boulant
FSK: 6
Kinostart: 24.06.2021

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