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Petting statt Pershing

Abstruse 80er

1983 war nicht lustig. Zweimal wäre der Kalte Krieg in diesem Jahr fast „heiß“ geworden. Außer Ursula interessiert sich in verklemmten ihrem Provinzkaff aber niemand dafür, bis der linksalternative Lehrer Grimm auftaucht.

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1983 war nicht lustig. Zweimal wäre der Kalte Krieg in diesem Jahr fast „heiß“ geworden. Außer Ursula interessiert sich in ihrem Provinzkaff in Westdeutschland aber niemand dafür. Was nützt es ihr, hochintelligent zu sein, wenn selbst ihr Schwarm sie „Obelix“ nennt und sie nur blamieren will? Für Ihre Eltern, die in einer lieblosen Ehe voller Missachtung und kaum versteckter Untreue stecken, bedeutet das Mobbing nur, dass Ursula auf dem Weg in die Schwangerschaft und Verkommenheit ist, so wie die Anhalterinnen bei „Aktenzeichen XY“, deren Geschichten ihre Mutter immer so erregen. Um dem moralischen Verfall entgegenzuwirken, soll Ursula auf die Hauswirtschaftsschule, die Mama damals schon die Ambitionen ausgetrieben hat. Der neue, linksalternative Lehrer Herr Grimm ist für Ursula da eine echte Heilsgestalt. Er umarmt, versteht und animiert sie, sich für Abrüstung und gewaltlosen Widerstand einzusetzen. Und wenn er schon die freie Liebe mit jeder Frau der Stadt praktiziert, könnte er Ursula doch auch von der Schmach der Jungfräulichkeit befreien...
Petra Lüschows autobiografisch angehauchter Film ist bitterer Kräuterschnaps in einer Flasche, in der man süßen Apfelkorn erwartete. Die Charaktere ihres Films könnten aus einer poppigen NDW-Nostalgie-Komödie stammen, schleppen sich aber durch gräulich-braune Wohnzimmer, in denen der Mief der Nazizeit noch sehr präsent ist, und Situationen, die feinsinnig von der Abstrusität ihres Lebens erzählen. Praktisch alle gehen bei dieser dorfweiten Schlüsselparty fremd, aber niemand traut sich, daran Spaß zu haben. Lieber ist man entsetzt von sich selbst, trinkt noch was und macht schuldbewusst weiter. Ursula hingegen wird ausdauernd gedemütigt, bis sie als einzige wagt, sich wirklich radikal zu befreien und fernab des kalten Kleinstadtkriegs ihrem inneren Frieden ein Stückchen näher kommt.

Christian Klose

Details

Originaltitel: Es ist aus, Helmut
Deutschland 2018, 97 min
Genre: Tragikomödie
Regie: Petra Lüschow
Drehbuch: Petra Lüschow
Kamera: Jutta Pohlmann
Verleih: NFP
Darsteller: Anna Florkowski, Florian Stetter, Thorsten Merten, Hermann Beyer, Oskar Bökelmann
FSK: 12
Kinostart: 05.09.2019

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Petting statt Pershing

(Es ist aus, Helmut) | Deutschland 2018 | Tragikomödie | R: Petra Lüschow | FSK: 12

1983 war nicht lustig. Zweimal wäre der Kalte Krieg in diesem Jahr fast „heiß“ geworden. Außer Ursula interessiert sich in verklemmten ihrem Provinzkaff aber niemand dafür, bis der linksalternative Lehrer Grimm auftaucht.

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