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Mirai – Das Mädchen aus der Zukunft.

Nervige neue Schwester

Eigentlich hatte sich der vierjährige Kun auf die Geburt seines Schwesterchens gefreut. Aber dann ist die neue Schwesterganz anders als erwartet und auf einmal ist Kun nicht mehr die wichtigste Person im Haus.

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Eigentlich hatte sich der vierjährige Kun auf die Geburt seines Schwesterchens gefreut. Er hatte sich sogar schon vorgestellt, wie sie zusammen mit seiner Sammlung von Shinkansen-Zügen spielen. Die Schwester, die mit der Mutter zusammen aus dem Krankenhaus kommt, ist dann aber total nutzlos. Sie schreit und schläft, man darf nicht richtig mit ihr spielen, und auf einmal ist Kun nicht mehr die wichtigste Person im Haus. Es ist fast, als wäre er auf einmal gar nicht mehr da. Niemand bekommt auch nur mit, wenn er traurig und beleidigt in den kleinen Garten flüchtet. Dort öffnet sich Kun ein Zugang zu einer magischen Welt, in der er Mitgliedern seiner Familie zu verschiedenen Zeiten ihres Lebens begegnet und mit ihnen Abenteuer erlebt. Er trifft seinen Großvater als jungen Mann, seine Mutter als kleines Mädchen und seine Babyschwester Mirai als Teenager und lernt in den Begegnungen, (seine) Familie besser zu verstehen und zu schätzen. Für einen Animationsfilm ist MIRAI außergewöhnlich realitätsnah und persönlich. In MIRAI hat Mamoru Hosodo viele eigene Erfahrungen, die er als Vater und Teilzeit-Hausmann gemacht hat, eingearbeitet. Sehr liebevoll, amüsant und mit vielen genau beobachteten Details beschreibt er den Alltag einer Familie, in der auf einmal ein neues Geschwisterkind die Dynamik umkrempelt und alle gelegentlich am den Rand des Nervenzusammenbruchs agieren. So viel Kindergeschrei war selten im Kino. Etwas weniger überzeugt war ich zunächst von den fantastischen Episoden, die wenig zielgerichtet scheinen und einer mehr assoziativen Logik folgen. Wenn man sie allerdings als Spielfantasien Kuns versteht, der sich aus vorhandenen Alltagselementen neue Welten baut, macht gerade diese Ziellosigkeit Sinn.

Hendrike Bake

Details

Originaltitel: Mirai no Mirai
Japan 2018, 98 min
Genre: Fantasy, Animation
Regie: Mamoru Hosoda
Drehbuch: Mamoru Hosoda
Kamera: Ryo Horibe
Schnitt: Shigeru Nishiyama
Musik: Masakatsu Takagi
Verleih: AV Visionen
FSK: 6
Kinostart: 30.05.2019

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