Entfernung über GPS
ab PLZ

Krieg & Spiele

Software mit „Schuldparameter“

In ihrem Dokumentarfilm untersucht Karin Jurschik die technischen Möglichkeiten der Drohnentechnologie und stößt dabei letztendlich auf ethische Fragen.

Mehr

Die Zukunftssorge aus James Camerons Film TERMINATOR: Wenn die „Maschinen“ als Waffen- und Sicherheitssysteme irgendwann intelligent genug sind, werden sie dann nicht auf die Idee kommen, uns auszuschalten, da letztlich die Menschen das größte Sicherheitsproblem sind? Mit ihrer Fehleranfälligkeit, ihren oft allzu zweckrationalen Entscheidungen, ihren Gefühlen? Obwohl KRIEG UND SPIELE kein Science Fiction-, sondern ein solider Dokumentarfilm ist, stößt Regisseurin Karin Jurschick bei ihrer Untersuchung zur Drohnentechnologie schließlich auf genau diese Frage. Zunächst widmet sie sich jedoch den Verstrickungen des „Militainment“, das Erfahrungswissen von "Call of Duty" auf seine Brauchbarkeit für den echten Krieg hin abklopft, während umgekehrt die Games-Produzenten sich von militärischen Prototypen für ihre Spielszenarien inspirieren lassen. Jurschick befragt die unterschiedlichsten Experten, etwa inwiefern eine Minimierung von Opfern auf beiden Seiten eines Konfliktes als utilitaristische Rechtfertigung für targeted killings herhalten kann, und was geschieht, wenn die Entscheidung über einen Drohnenangriff nicht nur aufgrund von operativen Bildern aus weiter Ferne getroffen wird, sondern vielleicht ganz in der „Kompetenz“ der Drohne selbst liegt. Technisch ist es schon möglich, der Maschine einen Grad an Autonomie einzuräumen, der erschreckt. KRIEG UND SPIELE berichtet auch von begrenzenden Ansätzen, wie etwa einer Ethiksoftware für Waffensysteme, die nach einem Einsatz je nach Kollateralschäden einen „Schuldparameter“ berechnet, um damit zukünftiges Verhalten der Maschine zu regulieren. Zugleich sollen die Roboterwaffen jedoch militärisch effizient bleiben. Lernfähige Computer sind die Basis für differenzierte Aktionen, aber sie können uns nicht aus dem ethischen Dilemma befreien – und werden vielleicht selbst zum Problem.

Anna Stemmler

Details

Originaltitel: Krieg und Spiele
Deutschland 2016, 90 min
Genre: Dokumentarfilm
Regie: Karin Jurschick
Drehbuch: Karin Jurschick
Kamera: Johann Feindt, Drohnenkamera: Ziv Biton, Steffen Hammerich
Schnitt: Marc Schubert
Verleih: Real Fiction
FSK: 12
Kinostart: 18.08.2016

Website

Vorführungen

Vorführungen

ALLE ANGABEN OHNE GEWÄHR.
Die Inhalte dieser Webseite dürfen nicht gehandelt oder weitergegeben werden. Jede Vervielfältigung, Veröffentlichung oder andere Nutzung dieser Inhalte ist verboten, soweit die INDIEKINO BERLIN UG (haftungsbeschränkt) nicht ausdrücklich schriftlich ihr Einverständnis erklärt hat.