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Igor Levit. No Fear

Zuallererst zuhören

Ein schönes Porträt des berühmten und politisch engagierten Pianisten, das sich dem Porträtierten mit Zurückhaltung nähert und zuallererst zum Zuhören einlädt.

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Das Jahr 2020 sollte das arbeitsreichste und glamouröseste in Igor Levits Karriere werden. Bereits zu Jahresanfang war der Pianist für 108 Konzerte in den renommiertesten Konzerthäusern der Welt gebucht. Es sollte anders kommen. Am 10. März 2020 (seinem Geburtstag) spielt Levit noch in der Elbphilharmonie, bereits am 12. März gibt er das erste seiner 52 „Hauskonzerte“, die er live auf Twitter und Instagram streamt, und bei denen am Schluss jeweils 20.000 Menschen anspruchsvoller E-Musik lauschen – von Beethoven, immer wieder Beethoven, bis zu Ronald Stevenson und Morton Feldman. In ihrem Dokumentarfilm begleitet Regina Schilling den Künstler etwa ein Jahr lang, vom Herbst 2019 bis zum Dezember 2020, als Levit Open Air für die Klimaktivist*innen im Dannenröder Forst spielt. Auch wenn die Pandemie damit zu einer zentralen Passage wird, geht es Schilling in erster Linie um den Musiker und die Musik. Sie hört und sieht Levit bei Konzerten und Tonaufnahmen zu und lässt viele Stücke dankenswerterweise intakt. Biografisches und Persönliches ist eher am Rande eingestreut. Levits politisches Engagement spiegelt sich in seinen Social Media-Postings, die der Film immer wieder einblendet, oder in einem „Love Music Hate Racism“-T-Shirt. Auf seine Migrationsgeschichte wird Levit, der mit acht Jahren als jüdischer „Kontingentflüchtling“ in Hannover ankam, immer wieder angesprochen. Für ihn selbst hat seine russische Herkunft wenig Bedeutung. Ein kurzer Filmausschnitt erinnert an seine Wunderkind-Karriere. Im Gespräch erlebt man den Musiker freundlich, begeisterungsfähig aber auch in sich gekehrt, konzentriert. Im Umgang mit Freunden, Kolleginnen und Vertrauten zeigt er sich als sehr herzlicher Mensch. Ein schönes Porträt, das sich dem Porträtierten mit Zurückhaltung nähert und zuallererst zum Zuhören einlädt.

Highlights zum Nachhören:

Beethoven Waldstein Sonate Opus 53, 3. Satz

Ronald Stevenson Passacaglia on Dsch

J.S. Bach-Busoni BWV 617, Herr Gott, nun schleuß den Himmel auf

Morton Feldman

Fréderic Rzewski, The People United Will Never Be Defeated

Hendrike Bake

Details

Deutschland 2021, 118 min
Genre: Dokumentarfilm
Regie: Regina Schilling
Kamera: Jule Katinka Cramer, Johann Feindt, Thomas Keller, Piotr Rosolowski, Axel Schneppat, Hajo Schomerus
Schnitt: Carina Mergens
Verleih: Piffl Medien
FSK: oA
Kinostart: 06.10.2022

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Igor Levit. No Fear

Deutschland 2021 | Dokumentarfilm | R: Regina Schilling | FSK: oA

Ein schönes Porträt des berühmten und politisch engagierten Pianisten, das sich dem Porträtierten mit Zurückhaltung nähert und zuallererst zum Zuhören einlädt.

Vorführungen

Capitol

04.12. – So

12:00

Delphi LUX

04.12. – So

12:15

Eva-Lichtspiele

02.12. – Fr

TicketsKartenreservierung: Tel. 030/92 25 53 05 15:30

03.12. – Sa

TicketsKartenreservierung: Tel. 030/92 25 53 05 15:30

Filmtheater am Friedrichshain

04.12. – So

11:45

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