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Die Känguru-Chroniken

Zukünftiger Berlin-Film-Klassiker

Der verpeilte Kleinkünstler Marc-Uwe und sein Anarcho-Mitbewohner, das Känguru, müssen einen Immobilienspekulanten überlisten, der Kreuzberg zubauen will. Adaption von Marc-Uwe Klings Kultklassiker „Die Känguru-Chroniken“.

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In Marc-Uwe Klings legendärer Kolumnensammlung „Die Känguru-Chroniken“ erzählt der Kleinkünstler und Ich-Erzähler Marc-Uwe Kling Anekdoten aus seinem Leben, in denen das Känguru, das eines Tages gegenüber von ihm und schließlich ganz in seine Kreuzberger Wohnung einzieht, eine tragende Rolle spielt. Das Känguru ist die Sorte Anarcho-Mitbewohner, die ungern zwischen „mein“ und „dein“ unterscheidet und im Zweifel alle Schnapspralinen selbst isst, das Kochen aber gern den anderen überlässt. Andererseits boxt das Känguru seine Freunde auch raus, wenn die Situationen, die es ihnen eingebrockt hat, wie zu erwarten war eskalieren. Es guckt gerne Bud-Spencer-und-Terence Hill Filme und bereichert Marc-Uwes Leben mit einem unermüdlichen Strom besserwisserischer Kommentare. Das im PADDINGTON-Stil genial animierte Känguru mit seinem cowboymäßig schwingendem Gang und der quäkigen Nerv-Stimme ist auch der Star der Verfilmung, aber anders als in den Büchern gibt es in Dany Levys Adaption auch einen lässigen Plot, der die rasant aufeinander folgenden Gags zusammenhält. Während das Ambiente eher an die Berliner Neunziger erinnert, ist das Drama top-aktuell: Der Immobilienspekulant und Rechtpopulist (wir sagen „Patriot“) Jörg Dwigs (Henry Hübchen) will den Görlitzer Park zubauen. Das noch nicht luxussanierte Eckhaus, in dem Marc-Uwe (Dimitri Schaad), das Känguru, Hertas Eckneipe und die Späti-Brüder ihr Habitat haben, sollte eigentlich bleiben, aber aufgrund einer Kette blöder Umstände, die vor allem das Känguru zu verantworten hat, beschließt Dwigs, dort doch lieber ein Parkhaus zu bauen… Meine Lieblingswitze waren die Szene in der Dwigs Geliebte Jeannette (Bettina Lamprecht als Alice Weidel) mit ihrem stahlharten Babybauch eine Fahrstuhltür blockiert, und der Späti-Bruder, den seine Eltern in einem Anfall von Überassimilation „Otto von“ getauft haben.

Ein zukünftiger Berlin-Film-Klassiker.

Toni Ohms

Details

Deutschland 2019, 92 min
Genre: Komödie
Regie: Dani Levy
Drehbuch: Dani Levy, Marc-Uwe Kling
Kamera: Filip Zumbrunn
Verleih: X-Verleih
Darsteller: Dimitrij Schaad, Rosalie Thomass, Carmen-Maja Antoni, Henry Hübchen, Tim Seyfi
FSK: oA
Kinostart: 05.03.2020

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