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Das Flüstern der Wälder

Nebel steigt auf

Statt wie so viele Tierdokus „Best-of“-Aufnahmen dramatischer Momente zusammenzustellen, erzählt Munier auch von der Zeit des Wartens im Versteck, lauscht der Film auf das Knacken und Pfeifen im Wald, lange bevor ein Tier zu sehen ist.

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In DER SCHNEELEOPARD machte sich der Tierfotograf Vincent Munier gemeinsam mit dem Schriftsteller Sylvain Tesson in den Hochebenen Tibets auf die Suche nach dem seltenen Tier. DAS FLÜSTERN DER WÄLDER ist nicht nur geografisch viel dichter an Muniers Zuhause angesiedelt. Die Protagonisten sind neben ihm selbst sein Vater – der Tierfotograf und Umweltaktivist Michel Munier - und sein Sohn Simon. An der Feuertonne in einer Hütte in den Vogesen berichten die beiden Männer dem Jungen von ihren ersten Erfahrungen in der Natur, der ersten Nacht, die sie alleine im Wald verbracht haben, und den Tierbegegnungen, die sie am glücklichsten gemacht haben. Für Michel Munier war es ein Auerhuhn im Morgennebel, und wie der Leopard zuvor, wird es nun zum Sehnsuchtstier des Films.

Die reduzierten, oft vorsichtig geflüsterten Dialoge der drei Muniers kommen an die poetischen Texte Tessons nicht heran. So ehrlich empfunden sie sein mögen, klingen sie doch auch gelegentlich nach Klischee. Auf der Bild- und Tonebene aber ist DAS FLÜSTERN DER WÄLDER wieder ein Gedicht. Statt wie so viele Tierdokus „Best-of“-Aufnahmen dramatischer Momente zusammenzustellen, erzählt Munier auch von der Zeit des Wartens im Versteck, lauscht der Film auf das Knacken und Pfeifen im Wald, lange bevor ein Tier zu sehen ist. Oft erhascht man nur Ausschnitte, aber gerade die Details sind betörend. Ein Vogel setzt seine Krallen auf, und in der Nahaufnahme ist das feine Knirschen des Schnees, das dabei entsteht, zu hören. Ein Specht zerbröselt einen morschen Ast, ein Schwarm Stare sieht nicht nur aus wie eine Meereswelle, sondern klingt auch so. Dazwischen steigt in langen Einstellungen der Nebel aus dem Wald auf und verwandelt die Leinwand in Op-Art.

Hendrike Bake

Details

Originaltitel: Le Chant des forêts
Frankreich 2025, 93 min
Genre: Dokumentarfilm
Regie: Vincent Munier
Kamera: Vincent Munier, Antoine Lavorel, Laurent Joffrion
Schnitt: Laurent Joffrion, Vincent Schmitt
Musik: Warren Ellis, Dom La Nena, Rosemary Standley
Verleih: Pandora Filmverleih
FSK: oA
Kinostart: 19.02.2026

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Das Flüstern der Wälder

(Le Chant des forêts) | Frankreich 2025 | Dokumentarfilm | R: Vincent Munier | FSK: oA

Statt wie so viele Tierdokus „Best-of“-Aufnahmen dramatischer Momente zusammenzustellen, erzählt Munier auch von der Zeit des Wartens im Versteck, lauscht der Film auf das Knacken und Pfeifen im Wald, lange bevor ein Tier zu sehen ist.

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