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Berlin Neukölln

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„Endstation Neukölln“ betitelte der „Spiegel“ im Oktober 1997 einen Artikel, der den Bezirk in düstersten Farben zeichnete und für viel Aufsehen sorgte. Auch Bernhard Sallmann (von dem wir bereits „Deutsche Dienststelle“ und „Menschen am Kanal“ gezeigt haben) erkannte seine Wahlheimat in diesem Zerrbild von einem Slum voller „Verwahrlosung, Gewalt und Hunger“ kaum wieder. Im Mai 2001 konnte der 1967 im österreichischen Linz Geborene, der seit 1988 in Neukölln lebt, endlich sein abendfüllendes Portrait über das verfemte Viertel drehen: Ein persönlicher Blick auf diesen Stadtteil und seine Bewohner, unaufgeregt und unaufdringlich, weshalb der Film auch ohne gesprochenen Kommentar auskommt. Sallmann schuf ein liebe- und vor allem respektvolles Bild Neuköllns und der Neuköllner, ohne in Postkartenbilder abzugleiten und ohne Probleme auszublenden. Nach ihrer Erstausstrahlung kurz nach Mitternacht im ZDF lief die Dokumentation noch zweimal auf Spartenkanälen. Seit gut einem Jahrzehnt war sie kaum mehr zu sehen, was um so bedauerlicher ist, als sie ein Neukölln zeigt, das mittlerweile verschwunden oder im Verschwinden begriffen ist: Der Stadtteil, kurz vor Beginn seiner Gentrifizierung, als ein Ureinwohner noch sagen konnte: „Es gibt keine Leute, die in Neukölln eine Wohnung suchen, es gibt nur Leute, die in Neukölln landen.“

Brotfabrik Kino

Details

D 2002, 90 min
Genre: Dokumentarischer Film
Regie: Bernhard Sallmann
Drehbuch: Bernhard Sallmann
Verleih: Unbekannt

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