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3 Herzen

Katz-und-Maus-Spiel der Gefühle

In einer kleinen Provinzstadt treffen zufällig mitten in der Nacht Marc (Benoît Poelvoorde) und Sylvie (Charlotte Gainsbourg) aufeinander. Sie verbringen die Nacht miteinander und wollen sich in Paris wiederzusehen. Doch wie es zu einem klassischen Melodrama gehört, verpassen sich die beiden. Irgendwann später kehrt Marc in das Örtchen zurück und trifft auf Sophie (Chiara Mastroianni). Er verliebt sich, ohne zu wissen, dass sie Sylvies Schwester ist.

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In Benoît Jacquots neuem Film 3 HERZEN verfangen sich die Protagonisten in einem Netz der Gefühle und unterdrückten Sehnsüchte. In einer kleinen Provinzstadt treffen Marc (Benoît Poelvoorde) und Sylvie (Charlotte Gainsbourg) zufällig mitten in der Nacht aufeinander. Sie verbringen die Nacht miteinander und am nächsten Morgen eilt Marc zum Bahnhof. Sie vereinbaren noch, sich am Wochenende darauf in Paris wiederzusehen – ohne jedoch Nummern oder auch nur Namen auszutauschen. Doch wie es zu einem klassischen Melodrama gehört, verpassen sich die beiden. Irgendwann später kehrt Marc in das Örtchen zurück und trifft auf Sophie (Chiara Mastroianni). Er verliebt sich, ohne zu wissen, dass sie Sylvies Schwester ist.
Obwohl Jacquot die Ménage-à-trois als klassisches Melodrama aufbaut, steuert seine Geschichte auf ihren dramatischen Höhepunkt – dem erneuten Aufeinandertreffen von Marc und Sophie – in einer gemächlichen Ruhe zu, die sicher auch Jacquots elliptischem Umgang mit Zeit geschuldet ist. Der Zuschauer kann sich zu keiner Zeit sicher sein, wieviel Zeit zwischen den einzelnen Episoden, die durch gemeinsame Essen im Elternhaus der beiden Schwestern strukturiert werden, vergangen ist. Wie lange etwa liegt die romantische Nacht zwischen Marc und Sylvie zurück? Wie lange ist Marc nun schon mit Sophie zusammen ist? Einzigen Anhaltspunkt liefert eine Erzählstimme aus dem Off an zwei Stellen des Films, die Marcs Leben für den Zuschauer noch einmal zusammenfasst und natürlich der kleine Sohn, der irgendwann im Film zwischen Marc und Sophie herumspringt.
Spannend wird Jacquots Film aber auch dadurch, dass er in seine Dreiecksgeschichte sachte thrillerhafte Elemente einfließen lässt, die nicht nur für Marc die Erkenntnis, dass er mit der Schwester seiner großen Liebe zusammen ist, zu einer Art Katz und Maus-Spiel machen. Immer wieder pendelt die Kamera zwischen den Gesichtern der drei hin und her, so als würde sie in den Regungen und Blicken nach Antworten suchen. Antworten, die weder Marc, Sylvie noch Sophie liefern können, weil sie ebenfalls auf der Suche danach sind.

Eileen Reukauf

Details

Originaltitel: 3 coeurs
Frankreich 2014, 106 min
Genre: Drama
Regie: Benoît Jacqout
Drehbuch: Julien Boivent, Benoît Jacqout
Kamera: Julien Hirsch
Schnitt: Julia Gregory
Musik: Bruno Coulais
Verleih: Wild Bunch Germany
Darsteller: Chiara Mastroianni, Charlotte Gainsbourg, Catherine Deneuve, Benoît Poelvoorde
FSK: 6
Kinostart: 19.03.2015

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