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Zoomania

Zootropolis ist eine Stadt, in der ausschließlich Tiere zusammenleben, jede Art nach den eigenen Bedürfnissen, Mäuse in kleineren Häusern, Elefanten in größeren. Officer Judy Hopps ist die erste Häsin, die bei der Zootropolis Polizei anheuert, wo sonst eher größere Tiere den Ton angeben.

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Der englische Titel von ZOOMANIA lautet ZOOTOPIA und tatsächlich entwirft der Film das Bild einer Utopie. ZOOMANIA sieht unserer Welt ziemlich ähnlich: es gibt Polizisten, Eisverkäufer, Banker und Kriminelle - allerdings sind alle Einwohner Tiere. ZOOMANIA ist eine inklusive Welt – jede Tierart lebt in den Bedingungen, die es braucht: kleine Tiere wie Nager leben in kleinen Stadtvierteln, große Tiere wie Giraffen bekommen ihr Eis weiter oben serviert und die faszinierende Metropole Zootropolis erstreckt sich über vier Klimazonen. In ZOOMANIA leben Beute- und Raubtiere friedlich nebeneinander, durch die Erzählungen geistert aber auch noch die Erinnerung an andere Zeiten, als die Raubtiere die Beutetiere gefressen haben. Auch mit der Gleichberechtigung ist es noch nicht so weit her – als die junge Häsin Judy Hopps Polizistin werden will, sind die hasenfüßigen Eltern entsetzt und die Raubtiere im Ausbildungszentrum machen sich lustig. Aber Judy setzt sich mit Witz und Geschwindigkeit durch und wird schließlich als beste Absolventin des Jahrgangs nach Zootropolis geschickt – wo sie als Politesse eingesetzt wird. Und das, obwohl die Polizei alle Hände voll zu tun hat, die 14 vermissten Raubtiere aufzuspüren, die unter mysteriösen Umständen verschwunden sind. Judy beginnt natürlich, den Fall auf eigene Faust zu lösen, unterstützt von einem kleinkriminellen Fuchs namens Nick Wilde.
Auf der Plot-Ebene ist ZOOMANIA ein Krimi mit vielen filmischen Anspielungen und einer Reihe von wenig überraschenden Wendungen. Natürlich werden aus den zwei traditionell verfeindeten Tieren Buddies und natürlich werden die wahren Bösen hinter den Entführungen entlarvt und natürlich wird Judy am Ende als Heldin gefeiert werden. Die Story funktioniert, ist aber nicht sehr mitreißend - aber sie führt Judy „Möhrchen“ Hopps und Nick Wilde in die verschiedensten wirklich hinreißend detailverliebt ausgemalten Parallelwelten Zootropolis‘. Seien es die Lemminge die in der „Lemming Brothers“ Bank arbeiten, die traurige eingeschweißte Ein-Personen-Fertiggericht-Karotte, die Judy in ihrer neuen Stadtwohnung isst, die Antilopen-Nachbarn „Wir sind laut und entschuldigen uns nie!“ oder, unschlagbar, die sehr sehr lang-sa-men Faultiere auf dem Amt. Ebenso faszinierend ist die Meta-Erzählung, die sich wie ein politischer Kommentar auf die innerlich zerrissene US-Gesellschaft liest, aber auch prima auf deutsche Debatten anwendbar ist. Im Kern erzählt ZOOMANIA von einer Welt, in der jedes Tierchen nach seiner Fasson leben kann – solange die Gesellschaft durchlässig genug ist, dass auch ein Häschen Polizistin werden kann und alle einander VERTRAUEN. Sobald aber die Beutetiere anfangen zu vermuten, dass die Raubtiere Böses im Schilde führen, möglicherweise sogar genetisch dazu programmiert sind, zeigt sich wie wertvoll und wie verletzlich das multiethnische Gebilde ist. In ZOOMANIA kann das Gift, das Pegida und Donald Trump verbreiten, noch einmal entschärft werden.

Hendrike Bake

Details

Originaltitel: Zootopia
USA 2016, 108 min
Sprache: Englisch, Norwegisch
Genre: Animation
Regie: Byron Howard, Rich Moore, Jared Bush
Drehbuch: Phil Johnston
Verleih: WDS - Walt Disney Studios
FSK: oA
Kinostart: 03.03.2016

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