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Yalda

Begnadigungs-Spektakel

In der fiktiven Realityshow „Joy of Forgiveness“ kämpft die 22-jährige, zum Tode verurteilte, Iranerin Maryam Komijani um ihr Leben: Wenn die Familie der geschädigten ihr vergibt, kann sie begnadigt werden.

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Vor laufenden Kameras muss Maryam Komijani (Sadaf Asgari) um Vergebung bitten, um der Todesstrafe zu entgehen – zwischen Promigast, Werbeeinblendungen und SMS-Abstimmung entscheidet sich die Zukunft der 22-jährigen Iranerin. „Joy of Forgiveness“ heißt die fiktive Realityshow, während deren Aufzeichnung sich die Handlung von YALDA ereignet. Der aus Teheran stammende Dokumentarfilmer Massoud Bakhshi verhandelt in seinem zweiten Spielfilm das muslimische Gesetz von Vergeltung und Vergebung, nach dem die iranische Justiz ausgerichtet ist: Demnach ist es möglich, dass zum Tode verurteilte Sträflinge begnadigt werden, wenn die Familie der Geschädigten ihnen vergibt. Dass ein Fernsehproduzent auf die Idee kommen könnte, daraus ein Unterhaltungsspektakel zu machen, könnte nicht allzu weit hergeholte Satire sein – tatsächlich jedoch werden derlei Shows seit vielen Jahren im iranischen Fernsehen produziert.
Im Neonlicht der Kulisse, im Schimmer der Leuchtdioden im Produktionsraum ringt Maryam um ihr Überleben in einer Gesellschaft, in der es für Arme und für Frauen nicht zum Besten bestellt ist. Zugleich sehen wir zahlreiche weitere aktive Frauen, die versuchen, sich innerhalb der diskriminierenden patriarchalen Systeme zu behaupten – allen voran Unternehmerin Mona Zia (Benhaz Jafari), die Maryam vergeben soll und sich schwer damit tut, und Maryams Mutter (Feresteh Sadre Orafaiy), die ihre Tochter um jeden Preis zu retten versucht. Die junge Frau steht von allen Seiten unter Druck. Alle entscheiden und verfügen über sie, drängeln, betteln, fordern. Mit sanftem Druck soll sie gefügig gemacht werden: Sieh es doch ein, es ist ja nur zu deinem Besten. Was Maryam wünscht und braucht, fragt niemand. Also muss sie selbst dafür kämpfen.

Eva Szulkowski

Details

Originaltitel: Yalda, a Night for Forgiveness
Iran/Frankreich/Deutschland/Schweiz 2019, 89 min
Sprache: Persisch
Genre: Drama
Regie: Massoud Bakhshi
Drehbuch: Massoud Bakhshi
Kamera: Julian Atanassov
Schnitt: Jacques Comets
Verleih: Little Dream Entertainment
Darsteller: Sadaf Asgari, Behnaz Jafari, Babak Karimi, Fereshteh Sadre Orafaiy
FSK: 12
Kinostart: 27.08.2020

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Yalda

(Yalda, a Night for Forgiveness) | Iran/Frankreich/Deutschland/Schweiz 2019 | Drama | R: Massoud Bakhshi | FSK: 12

In der fiktiven Realityshow „Joy of Forgiveness“ kämpft die 22-jährige, zum Tode verurteilte, Iranerin Maryam Komijani um ihr Leben: Wenn die Familie der geschädigten ihr vergibt, kann sie begnadigt werden.

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