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Wonder Wheel

Ausgeträumt

Unter den Spielzeugfarben des Riesenrads von Coney Island verliebt sich eine ältere Frau in einen jüngeren Mann, der sich aber in deren Schwiegertochter verliebt.

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Normalerweise leben Woody Allens Filme von ihren Dialogen und der komischen, seltener auch tragischen Dynamik ihrer neurotischen Hauptpersonen. WONDER WHEEL dagegen bleibt vor allem wegen seiner leuchtend bunten, von Altstar-Kameramann Vittorio Storaro (APOCALYPSE NOW, DER LETZTE KAISER, GOYA) dahingezauberten Bilder im Gedächtnis. Sein Coney Island der 1950er Jahre sieht aus wie eine Mischung aus Spielzeugladen, Douglas Sirk-Melodrama und Urlaubsprospekt, und wenn es Nacht wird, taucht das titelgebende Riesenrad jede Szene in ein anderes Licht.

In diesem Nostalgietraum spielt eine theatralische Geschichte, die ein viel düsteres Bild der 50er Jahre evoziert – die bitteren Dramen um Enttäuschung und Verrat von Tennessee Williams oder Eugene O’Neil. Kate Winslet ist Ginny, Mutter eines pyromanischen Sohnes, die ehemals Ambitionen als Schauspielerin hatte, nun aber als Kellnerin arbeitet und in einer lieblosen zweiten Ehe mit dem Karussellbetreiber und Alkoholiker Humpty (James Belushi) feststeckt. Wenig später erscheint noch Humptys Tochter aus erster Ehe auf der Bildfläche, die junge und naive Carolina (Juno Temple), die mit ihrem Gangster-Ehemann gebrochen hat, und sich nun vor seinen Schergen verstecken muss.
Zu Beginn des Sommers verliebt sich Ginny in den Erzähler des Films, den 26-jährigen Badewächter und Literaturstudenten Mickey (Justin Timberlake), und die beiden beginnen eine Affäre, die für Ginny bald zum zentralen Lebensinhalt wird. Als Mickey sich dann jedoch in ihre quasi Stieftochter (!) Carolina verguckt, beginnen Ginnys Träume von einer gemeinsamen Zukunft zu wanken, und mit jeder Szene erinnert sie mehr an die derangierte Blanche DuBois aus „Endstation Sehnsucht“. Kate Winslet spielt diese Figur zwischen Tragik und Lächerlichkeit mit vollem Einsatz, hat dabei aber mit einem wie mal eben so dahingeschrieben wirkenden Skript und mit Allens antiquiertem Frauenbild zu kämpfen.

Hendrike Bake

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Details

USA 2017, 101 min
Genre: Komödie
Regie: Woody Allen
Drehbuch: Woody Allen
Kamera: Vittorio Storaro
Schnitt: Alisa Lepselter
Verleih: Warner Bros. Entertainment GmbH
Darsteller: Kate Winslet, James Belushi, Justin Timberlake, Juno Temple, Debi Mazar
FSK: 12
Kinostart: 11.01.2018

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Wonder Wheel

USA 2017 | Komödie | R: Woody Allen | FSK: 12

Unter den Spielzeugfarben des Riesenrads von Coney Island verliebt sich eine ältere Frau in einen jüngeren Mann, der sich aber in deren Schwiegertochter verliebt.

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