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Willkommen bei Habib

Das Leben ist eine Emulsion

Vier Hauptfiguren – Ingo, der geschasste Manager Bruno, der über-angepasste Imbissbudenbesitzer Habib und sein verträumter Sohn Neco – und zahlreiche Nebenfiguren begegnen sich am Stuttgarter Wilhelmsplatz und sind doch jede für sich. Im Verlauf zweier Tage spitzen sich lange schon herumgeschleppte Probleme zu, werden alte Geheimnisse gelüftet und neue Freundschaften geknüpft

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Irgendwann im ersten Drittel von WILLKOMEN BEI HABIB erklärt Ingo, der Pflegeheim-Flüchtling, der seine Tage vor Habibs Imbissbude verbringt, was eine Emulsion ist: die Mischung zweier Flüssigkeiten, die keine Verbindung miteinander eingehen. Eine Emulsion mag den Eindruck einer Einheit erwecken, in Wirklichkeit bleiben die Teilchen aber getrennt. So eine Emulsion ist auch der Mikrokosmos rund um den Stuttgarter Wilhelmsplatz, von dem Michael Baumann in seinem Debütfilm erzählt. Vier Hauptfiguren – der schon erwähnte Ingo, der geschasste Manager Bruno, der über-angepasste Imbissbudenbesitzer Habib und sein verträumter Sohn Neco – und zahlreiche Nebenfiguren begegnen sich hier und sind doch jede für sich. Im Verlauf zweier Tage spitzen sich lange schon herumgeschleppte Probleme zu, werden alte Geheimnisse gelüftet und neue Freundschaften geknüpft. Am Ende haben sich einige Lebensstrategien erledigt und wenn das Leben auch nicht wesentlich besser geworden ist, so zumindest ein Stück ehrlicher. Die Stimmungslage von HABIB schwankt dabei zwischen tragikomisch und absurd. Da stapelt sich einerseits der Müll an allen Ecken, weil die Stuttgarter Müllabfuhr streikt. Manager Bruno kampiert aus Protest auf der Verkehrsinsel vor seinem alten Büro und sortiert Habibs Imbiss in einer Aushilfsschicht mal eben neu. Wenn es dagegen um Habibs Familie geht, um das verdrängte Heimweh Habibs, oder um Neco, der sich vor Vaterschaft und Schulden in sein rotes Cabrio flüchtet, erinnert der Ton mehr an den Migrationsklassiker EAST IS EAST. Für ihr Drehbuch wurden Baumann und seine Ko-Autorin Sabine Westermaier mit dem Strittmatter-Preis der Filmförderung Baden-Württemberg ausgezeichnet. In der Umsetzung führt die Fülle der Einfälle, Personen und Geschichten jedoch dazu, dass die einzelnen Episoden und Figuren – guter Darsteller und hübscher Bildideen zum Trotz – wenig Tiefe entwickeln können.

Hendrike Bake

Details

Deutschland 2013, 111 min
Genre: Drama
Regie: Michael Baumann
Drehbuch: Michael Baumann, Sabine Westermaier
Kamera: Bernhard Keller
Schnitt: Uta Schmidt
Musik: Can Erdogan-Sus
Verleih: farbfilm Verleih
Darsteller: Teresa Harder, Thorsten Merten, Burak Yigit, Vedat Erincin, Klaus Manchen
Kinostart: 05.06.2014

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