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White Shadow

Ein Albino-Junge auf der Flucht

Der Afrikaner Alias ist Albino und wird wegen seiner Hautfarbe verfolgt. WHITE SHADOW ist vor allem die Geschichte einer Flucht, eines endlosen Wegrennens vor Bedrohung und Verfolgung, unterbrochen von kurzen Momenten der Ruhe, in denen Alias so etwas wie Normalität erleben darf.

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So entwickelt und modern gerade die afrikanischen Großstädte inzwischen, Jahrzehnte nach Ende der Kolonialzeit, auch sind: Besonders in ländlichen Regionen herrscht oft noch ein extremer Aberglaube, der es gerade Menschen, die anders sind, die von der "Norm" abweichen, besonders schwierig macht. Um dieses Thema dreht sich WHITE SHADOW, der erste Spielfilm des in Berlin lebenden Israelis Noaz Desche, der soeben mit dem Hauptpreis des frisch gegründeten Filmfest Potsdam ausgezeichnet wurde. Desche erzählt von Alias, einem Albino. Als solcher gehört er in Ostafrika zu einer offensichtlich aus der Masse der Bevölkerung herausstechenden Bevölkerungsgruppe, die wegen ihrer Andersartigkeit oft verfolgt wird. Das geht so weit, dass den Organen von Albinos magische Wirkungen zugesprochen werden, sie gejagt, ermordet und geradezu ausgeweidet werden.
WHITE SHADOW ist vor allem die Geschichte einer Flucht, eines endlosen Wegrennens vor Bedrohung und Verfolgung, unterbrochen von kurzen Momenten der Ruhe, in denen Alias so etwas wie Normalität erleben darf. So impressionistisch die Erzählstruktur ist, so expressiv sind die Bilder, die Desche zusammen mit seinem Kameramann Armin Dierolf entwirft: Farbgesättigt, mit extremen Kontrasten, oft blutig und nicht zuletzt: reißerisch. So akut das Problem der verfolgten Albinos in Afrika auch ist, so ehrenwert Desches Intentionen fraglos auch sind, am Ende ist WHITE SHADOWS dann doch einer jener vielen westlichen Filme über Afrika, die sich in Missständen, die sich im Elend suhlen. Allein, dass nicht etwa ein spezifisches Land Schauplatz der Geschichte ist, sondern ein betont universelles „Afrika“ gezeigt werden soll, deutet die Problematik eines Films an, der zwar oft mitreißend inszeniert ist, aber auch ein bisweilen fragwürdig einseitiges Bild Afrikas abliefert.

Michael Meyns

Details

Deutschland/USA/Italien/Tansania 2013, 115 min
Sprache: Swahili
Genre: Drama
Regie: Noaz Deshe
Drehbuch: Noaz Deshe, James Masson
Kamera: Armin Dierolf, Noaz Deshe
Schnitt: Nico Leunen, Robin Hill, Xavier Box, Noaz Deshe
Musik: Noaz Deshe, James Masson
Verleih: temperclayfilm production & distribution GbR
Darsteller: Hamisi Bazili, Salum Abdallah, Riziki Ally, James Gayo, Glory Mbayuwayu, John S. Mwakipunda, Tito D. Ntanga, James P. Salala
Kinostart: 06.11.2014

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