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Wer war Hitler

Anti-ikonische Biografie einer Epoche

18 Jahre lang hat Herrmann Pölking Material für seine maßgebliche neue Hitler-Biografie gesammelt. WER WAR HITLER verfolgt eine anti-ikonische Strategie und arbeitet mit zeitgenössischem Bild- und Textmaterial.

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Hermann Pölkings Dokumentarfilm soll nicht weniger, als die im Umlauf befindlichen Hitler-Dokus ersetzen, in Deutschland vor allem Erwin Leisers MEIN KAMPF (1960), Joachim Fests HITLER – EINE KARRIERE (1977) und die TV-Reihe „Hitler – Eine Bilanz“ (2005) von Guido Knopp. Das ist dringend notwendig. Pölking wendet sich von der Methode älterer Filme ab, vor allem Material zu verwenden, das aus den nazistischen Medien selbst stammt, und verwendet auch keine dramatische Musik. Die Strategie ist hier anti-ikonografisch. Das Bildmaterial ist durchweg historisch, aber es zeigt nur selten die Bilder, mit denen das NS-Regime sich selbst repräsentiert wissen wollte. Hier dominieren Privataufnahmen, vom Alltagsleben im Faschismus, von fröhlichen Nazis bei ihrer Heirat oder im Urlaub, just in dem Sommer, in dem der Überfall auf Polen beginnt. Hitlers Reden sind nur selten im Original zu hören, meist spricht der Schauspieler Thorsten Pollfuß die Passagen, in denen Hitlers Worte zu hören sind – mit einem Anflug des gutturalen Akzents, aber ohne das dramatische Gebrüll und ohne große parodistische Überhöhung. Auch die übrigen Texte, die über den Bildern liegen, sie kontrastieren, ergänzen, selten erläutern, ihnen aber häufig eine neue Bedeutungsebene erschließen, sind zeitgenössische Zeugnisse von Hitler-Anhängern und –Gegnern. Sie entfalten das Psychogramm einer europäischen Gesellschaft auf dem Weg in den Abgrund, und sind dabei so gegenwärtig und direkt, dass es einem den Atem raubt und der Film ganz neue Bezüge zur Gegenwart eröffnet. Es wird von WER WAR HITLER auch eine längere TV-Fassung geben, die knapp über drei Stunden lange Kinofassung ist aber auch ein Kinoereignis, das einen eigenen ästhetischen Wert hat. Ein Psychohorror-Film, der in die Verfasstheit gesellschaftlicher Phantasmen führt, mit denen die Welt noch lange nicht zu Ende ist.

Tom Dorow

Details

Deutschland 2017, 460 / 190 min
Genre: Dokumentarfilm, Biografie, Historienfilm
Regie: Hermann Pölking
Drehbuch: Hermann Pölking
Schnitt: Julio Olmo Poranzke
Verleih: Salzgeber & Co Medien
FSK: 12
Kinostart: 16.11.2017

Website
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