Entfernung über GPS
ab PLZ

Welcome to Sodom

Leben auf der Elektroschrotthalde

6000 Menschen leben auf der größten Elektronikmüllhalde der Welt im Stadtteil Agogbloshie von Accra. Sie nennen die einstige Lagune, die heute einer der giftigsten Orte der Welt ist, „Sodom”.

Mehr

6000 Menschen leben auf der größten Elektronikmüllhalde der Welt im Stadtteil Agogbloshie von Accra. Sie nennen die einstige Lagune, die heute einer der giftigsten Orte der Welt ist, „Sodom”. Die österreichischen Dokumentarfilmemacher Florian Weigensamer und Christian Krönes haben drei Monate auf der Halde verbracht, obwohl mehr als zwei Stunden an diesem Ort als gesundheitsschädlich gelten. Sie haben einen unglaublichen Film zurückgebracht, der weniger von der Umweltkatastrophe handelt, die der Konsum der Industrienationen in Ghana verursacht, als von den Menschen, die auf der Deponie leben. WELCOME TO SODOM lässt die Bewohner selbst sprechen. Sie erzählen aus dem Off ihre Geschichten und sprechen über ihre Hoffnungen und Träume, manche reden auch über ihre Verzweiflung. Ein Mädchen kleidet sich als Junge, wohl nicht nur, weil sie so an bessere Jobs kommt. Sie sammelt mit einem Magneten die letzten Eisenüberreste in der Asche. Für 18 Kilo Draht, die Frucht einer Woche Arbeit, erhält sie umgerechnet 1,40 Euro. Sie erzählt Legenden über die Entstehung des Feuers, das alle Hoffnungen verbrennt, vom Chamäleon, das alle Farben annehmen kann, und mit seinem Blick die ganze Welt erfasst, ohne selbst gesehen zu werden. Die jungen, starken Männer verbrennen Kabel, um an den Kupferdraht zu kommen, ältere zerlegen Computer und Monitore in ihre Einzelteile, um die Rohstoffe zu verkaufen. Sie hoffen auf den großen Deal, wenn sie unter dem Schrott funktionierende Geräte entdecken. Es gibt ein Tonstudio in einer Holzhütte, einen Friseur, der unter freiem Himmel arbeitet, Suppenküchen, Partys und Fußballspiele. Ein Mann spielt im Müll sogar Golf. WELCOME TO SODOM vermeidet Elendsbilder und zeigt die Arbeit, die Hoffnungen und den Mut der Bewohner von Sodom, aber auch die Verzweiflung. Eine der ältesten Frauen in Sodom, sie ist gerade Mitte 40, sagt: Dieser Ort frisst sehr schnell dein Leben auf.

Hannes Stein

Details

Österreich 2018, 90 min
Genre: Dokumentarfilm
Regie: Florian Weigensamer, Christian Krönes
Drehbuch: Roland Schrotthofer, Florian Weigensamer
Kamera: Christian Kermer
Schnitt: Christian Kermer
Musik: Jürgen Kloihofer, Felix Sturmberger
Verleih: Camino Filmverleih
FSK: 6
Kinostart: 02.08.2018

Website
IMDB

ALLE ANGABEN OHNE GEWÄHR.
Die Inhalte dieser Webseite dürfen nicht gehandelt oder weitergegeben werden. Jede Vervielfältigung, Veröffentlichung oder andere Nutzung dieser Inhalte ist verboten, soweit die INDIEKINO BERLIN UG (haftungsbeschränkt) nicht ausdrücklich schriftlich ihr Einverständnis erklärt hat.