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Vilja und die Räuber

Rumtollen und wild sein

Vilja wird von einer wilden Räuberbande vor einem faden Familienurlaub gerettet. In dieser Verfilmung von Siri Kolus‘ populärer Buchserie ist Rumtollen und Wild sein nicht nur den Jungs vorbehalten.

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Es gibt sie noch, die nichts mehr als die persönliche Freiheit liebenden Piraten, die lieber raufen und saufen als sich um Gott und Vaterland zu kümmern. Zwar umsegeln sie nicht mehr die Welt. Doch mit ihren räudigen Familienbus - natürlich mit Totenkopf-Flagge - machen sie wenigstens das finnische Hinterland unsicher. Zumindest wenn man Siri Kolus in Serie gegangenem Kinderbuch VILJA UND DIE RÄUBER glauben kann.
Die finnische Autorin wird längst mit Astrid Lindgren verglichen: Die Geschichte von Vilja, die von einer Rasselbande polternder Räuber vor dem schrecklichen Schicksal eines Urlaubssommers mit ihrer faden Mittelschichtsfamilie bewahrt wird und nach anfänglicher Fremdelei in den Piratenpulk aufgenommen wird, weckt ohne Weiteres Erinnerungen an die Sommergeschichten der großen schwedischen Schriftstellerin und ihre kleinen Rebellen wie Pippi Langstrumpf und Michel von Lönneberga, die mit naseweisem Mutterwitz die Erwachsenenwelt umkrempeln. Nur dass es hier gewissermaßen umgekehrt abläuft: Viljas sortierte, doch viel zu enge Welt wird genauso auf den Kopf gestellt wie die Räuber erfahren, dass es seine Vorzüge haben kann, am Ende eines Supermarkt-Raubzugs die Beute auch mal zu bezahlen.
Jetzt kommt diese mit zwei, drei Seitenhieben auf unsere materialistische Gesellschaft versehene Geschichte auch ins Kino. Dass die Naivität einer solchen Geschichte ein wenig ins Alberne rutscht, wenn man sie aus der abstrakten Buchstabenwelt auf die konkrete Leinwand holt, ist rasch verziehen - spätestens beim großen Räuberwettkampf, bei der sich Viljas im Grunde ihres Herzens sehr lieben Hippie-Räuber gegenüber den bösen Punker-Räubern von der Konkurrenz behaupten müssen. Nicht zuletzt kriegen die Mädchen im Publikum nicht die schlechteste Botschaft mit auf den Weg: Rumtollen und wild sein ist beileibe nichts, was bloß den Jungs vorbehalten wäre.

Thomas Groh

Details

Originaltitel: Me Rosvolat
Finnland 2015, 85 min
Genre: Abenteuer, Familienfilm
Regie: Marjut Komulainen
Drehbuch: Marjut Komulainen, Melli Maikkula
Kamera: Harri Räty
Schnitt: Oskar Franzén
Musik: Janne Storm
Verleih: farbfilm Verleih
Darsteller: Kari Väänänen, Jussi Vatanen, Lotta Lehtikari, Sirkku Ullgren, Ilona Huhta, Mio Määtaa
FSK: oA
Kinostart: 03.09.2015

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