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Und der Zukunft zugewandt

Tabuisierte linke Geschichte

Drei Frauen, die in den dreißiger Jahren nach Moskau emigriert sind, kehren 1952 in die DDR zurück, wo sie mit offenen Armen empfangen werden. Nur darüber, dass sie im Zuge der stalinistischen Säuberungen in Arbeitslagern waren, dürfen sie nicht reden.

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Die Revolution ist kein Wunschkonzert. Das haben die drei deutschen Frauen, die 1952 aus einem Arbeitslager in der UdSSR in ihre Heimat, nun die DDR, zurückkehren, bitterlich erfahren müssen. Als überzeugte Kommunistinnen in den 1930er Jahren nach Moskau gezogen, wurden sie dort unschuldig Opfer der Stalinschen Säuberungen. Nun werden die Frauen von der DDR nicht nur mit offenen Armen empfangen, sondern auch überdurchschnittlich versorgt, mit Wohnung, Arbeitsplatz und frühem Fernsehgerät. Einzige Bedingung dieses Arbeiterparadieses: kein Wort über das erlittene Unrecht und die Zustände im Lager. Während sich Antonia (Alexandra Maria Lara) nach anfänglichem Befremden über das Sprechverbot gut integrieren kann – geht es doch im Interesse der kommunistischen Sache darum, dem Image der jungen sozialistischen Republiken nicht zu schaden – fällt es ihren beiden Kolleginnen deutlich schwerer, sowohl mit dem erlittenen Trauma im Alltag anzukommen als auch die schlimmen Erfahrungen unter Verschluss zu halten. So entdeckt schließlich auch Antonias Geliebter, der idealistische Arzt aus Hamburg (Robert Stadlober), dass in seiner politischen Wahlheimat nicht alles nach Plan verläuft. Der Konflikt zwischen gesellschaftlichem Veränderungswunsch und individuellem Schicksal spitzt sich dramatisch zu und Antonia droht, im Zuge eskalierender Hingabe den schon in die Revolution versenkten persönlichen Kosten weitere Investitionen hinterherzuschicken. Regisseur Bernd Böhlich (KRAUSE), der auch das Drehbuch schrieb, erzählt ausgehend von realen Vorkommnissen ein lange tabuisiertes Stück linker Geschichte, ohne die Ambivalenzen einzuebnen oder das revolutionäre Versprechen von Freiheit und Geschwisterlichkeit preiszugeben. Die konzentrierte Kamera von Thomas Plenert (HERR ZWILLING UND FRAU ZUCKERMANN) ermöglicht dafür mitfühlendes und mitdenkendes Sehen.

Anna Stemmler

Details

Deutschland 2018, 108 min
Sprache: Deutsch, Russisch
Genre: Drama, Historienfilm
Regie: Bernd Böhlich
Drehbuch: Bernd Böhlich
Kamera: Thomas Plenert
Verleih: Neue Visionen
Darsteller: Alexandra Maria Lara, Karoline Eichhorn, Peter Kurth, Carlotta von Falkenhayn, Robert Stadlober, Jürgen Tarrach
FSK: 12
Kinostart: 05.09.2019

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Und der Zukunft zugewandt

Deutschland 2018 | Drama, Historienfilm | R: Bernd Böhlich | FSK: 12

Drei Frauen, die in den dreißiger Jahren nach Moskau emigriert sind, kehren 1952 in die DDR zurück, wo sie mit offenen Armen empfangen werden. Nur darüber, dass sie im Zuge der stalinistischen Säuberungen in Arbeitslagern waren, dürfen sie nicht reden.

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