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Triangle Of Sadness

Bitterböses Gesellschaftspanorama

Waren in THE SQUARE die großbürgerliche Kunstwelt und ihre hohlen Rituale die Zielscheibe für Ruben Östlunds Breitseiten, so sind es diesmal die Superreichen und Superschönen, kurz, Menschen mit Kapital. Die dystopische Gesellschaftssatire in drei Akten wurde in Cannes 2022 mit der Goldenen Palme ausgezeichnet.

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„Jetzt Balenciaga!“ Die Riege männlicher Models macht ernste, kantige Gesichter. Jeder für sich und gegen die Welt. „Jetzt H&M!“ Alle präsentieren ihr strahlendstes Lächeln und machen auf Freundesgruppe. „Balenciaga! H&M! Balenciaga! H&M!“ Wie eine menschliche Lichterkette knipsen die jungen Männer ihr Lächeln an und aus. Einer von ihnen ist Carl (Harris Dickinson), male Model im Abstieg begriffen. Seine Freundin, die Influencerin Yaya (Charlbi Dean) ist gerade im Kommen, trotzdem lässt sie ihn beim Dinner zahlen. Die Szene im Restaurant, bei der Yaya und Carl Geld, Status und Rollenverteilung verhandeln, gehört zu den besten des Films und erinnert an Ruben Östlunds HÖHERE GEWALT (2014), in dem er sehr präzise, gemein und amüsant eine Paarbeziehung vor dem Hintergrund eines schicken Ski-Ressorts auseinandernahm.

Der Rest der dystopischen Satire in drei Akten, die in Cannes dieses Jahr mit der Goldenen Palme ausgezeichnet wurde, knüpft eher an Östlunds THE SQUARE (2017) an, ebenfalls ein Palme d’Or-Gewinner. Waren damals die großbürgerliche Kunstwelt und ihre hohlen Rituale die Zielscheibe für Östlunds Breitseiten, sind es diesmal die Superreichen und Superschönen, kurz, Menschen mit Kapital. Yaya nimmt Carl als Begleitung auf eine Luxus-Kreuzfahrt mit, die sie promoten soll. Dort treffen sie unter anderem auf einen jovialen russischen Düngemittel-Unternehmer (Zlatko Buric) nebst Frau und Geliebter und ein distinguiert wirkendes britisches Waffenhändlerpärchen. Die Mitreisenden sind so, wie man sie aus DER DISKRETE CHARME DER BOURGEOISIE oder DAS GROSSE FRESSEN kennt, wahlweise langweilig, vulgär, egoistisch oder selbstgerecht, und ohne jedes Geheimnis. Aber Östlund hat auch die Angestellten im Blick - den versoffenen Kapitän (Woody Harrelson), die zackige Chefstewardess Paula (Vicky Berlin), das Personal an und das unter Deck – und die Beziehungen zwischen denen mit Kapital und denen ohne.

Ähnlich wie in THE SQUARE inszeniert Östlund das als deftige Satire mit psychologischen Einsprengseln und surrealen, fast theaterhaften Momenten, der dritte Akt hat dann sogar etwas von „Warten auf Godot“. Ein Sammelsurium aus Gästen und Mannschaft - darunter Carl und Yaya, der russische Unternehmer und die philippinische Putzfrau Abigail (Dolly De Leon) - hat sich nach einer Havarie auf eine einsame Insel gerettet und hofft dort auf Rettung. Ein Kiesstrand, ein Rettungsboot, ein Esel und Salzstangen nehmen tragende Rollen ein, und schon nach wenigen Stunden hat sich eine neue Hierarchie etabliert, mit Abigail, die als einzige in der Wildnis Nahrung zu beschaffen vermag, an der Spitze.

TRIANGLE OF SADNESS hat fulminante Momente, vor allem den rasanten Einstieg und das bitterböse Ende, zwischendrin gibt es auch ein paar Längen. Das Gesellschaftspanorama, das Östlund zeichnet, scheint manchmal etwas einfach konstruiert, dann wieder – etwa wenn die Reichen darauf bestehen, dass das Personal „Spaß“ hat, um selbst die Klassenunterschiede nicht so merken zu müssen – auf den Punkt. Der Film knappst an der gleichen Widersprüchlichkeit, wie schon THE SQUARE: Östlund prangert die Nutznießer*innen eines Systems an, das ausschließlich auf Verwertbarkeit ausgerichtet ist, aber er scheint nicht in der Lage, sich ein anderes System überhaupt vorzustellen. Ähnlich wie William Goldings Roman „Lord of the Flies“ liegt TRIANGLE OF SADNESS ein zutiefst pessimistisches Menschenbild zugrunde. Sobald man die bisherigen Zwänge wegnimmt, bildet sich eine neue Klassengesellschaft. Lediglich Kapitän Woody Harrelson stellt sich gegen die Verhältnisse, wenn er im Suff beim Captain‘s Dinner Marx zitiert – ohne jede Wirkung, aber mit Gefühl.

Hendrike Bake

Details

Originaltitel: Triangle of Sadness
Schweden 2022, 147 min
Genre: Drama, Komödie
Regie: Ruben Östlund
Drehbuch: Ruben Östlund
Kamera: Fredrik Wenzel
Schnitt: Mikel Cee Karlsson, Ruben Östlund
Verleih: Alamode Filmverleih
Darsteller: Harris Dickinson, Charlbi Dean Kriek, Woody Harrelson, Vicky Berlin, Zlatko Buric, Iris Berben, Amanda Walker, Oliver Ford Davies, Sunnyi Melles, Dolly De Leon
Kinostart: 13.10.2022

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Triangle Of Sadness

(Triangle of Sadness) | Schweden 2022 | Drama, Komödie | R: Ruben Östlund | Interview

Waren in THE SQUARE die großbürgerliche Kunstwelt und ihre hohlen Rituale die Zielscheibe für Ruben Östlunds Breitseiten, so sind es diesmal die Superreichen und Superschönen, kurz, Menschen mit Kapital. Die dystopische Gesellschaftssatire in drei Akten wurde in Cannes 2022 mit der Goldenen Palme ausgezeichnet.

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