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The Toxic Avenger (WA)

Tromas Hauptwerk wieder im Kino

TOXIC AVENGER ist der erfolgreichste Film aus der berühmt-berüchtigten Troma-Produktion, die in den achtziger Jahren überdrehte Billigproduktionen als Feier des schlechten Geschmacks herstellte. Troma ist Kult, was die Filme nicht unbedingt besser oder wenigstens erträglicher macht.

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Troma war eine Produktionsfirma, die billigste Z-Filme drehte, bei denen es im Kern darum ging, jedem auf den Schlips zu treten. In den Troma-Produktionen verband sich der Punk-Zeitgeist mit allen möglichen anderen Zeitgeistern, von denen einige auch damals schon einen ordentlichen Exorzismus verdient gehabt hätten. Titten, Gewalt, rassistische, sexistische und homophobe Witze (oder Witze über Sexismus, Gewalt, Rassismus und Homophobie, je nach Perspektive), Splapstick-Splatter und generell schlechter Geschmack waren Programm, wurden aber zugleich so sehr auf die Spitze getrieben, dass die Filme als Parodie ihrer selbst und ihres Genres gesehen werden konnten. In vieler Hinsicht ist vor allem THE TOXIC AVENGER ein Vorläufer des Mainstream-Kinos von heute. Superhelden-Filme dominieren heute viel mehr als in den achtziger Jahren die Leinwände. Der selbstironische Fanboy-Humor von Troma-Filmen hat sich auch in Großproduktionen durchgesetzt, genau wie die Praxis, hemmungslos Gags, Einstellungen und ganze Szenen aus älteren Filmen abzukupfern.
THE TOXIC AVENGER erzählt von einem harmlosen Trottel, der in ein grün blubberndes Fass mit Atommüll fällt und zum unbesiegbaren Rächer wird. Wichtiger als der schwachsinnige Plot sind die schwachsinnigen Kameraeinstellungen, die schwachsinnigen Witze, die vom schlechten alten Schwiegermutter-Scherz bis zu pubertärem Genitalquatsch (gefühlt mindestens alle zwei Minuten) reichen. Es gibt Leute, die finden „TOXIE“ total super, Kult, etc. Ich persönlich finde alle Troma-Produktionen so vollidiotisch, unerträglich, megadeppert und hirnlos wie 14-jährige Teenager mit Colaflaschen voller Wodka-Red Bull. TOXIE hat nicht nur die Horrorszene über Jahrzehnte in den Totalschrott getrieben, seine entsetzlichen Folgen sind immer noch zu spüren. Wer unbedingt muss, kann sich das ja mal ansehen. Vielleicht muss man da durch.

Tom Dorow

Details

USA 1985, 91 min
Sprache: Englisch
Regie: Michael Herz, Lloyd Kaufman
Drehbuch: Lloyd Kaufman
Kamera: Lloyd Kaufman, James A. Lebovitz
Schnitt: Richard W. Haines
Verleih: dropout cinema
Darsteller: Mitch Cohen, Andree Maranda, Cindy Manion, Mark Torgl
Kinostart: 02.04.2015

Vorführungen

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