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INDIEKINO BERLIN: Filmkritiken
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The Untamed

Sepia-sexuell

Amat Escalantes wilder und stilverliebter THE UNTAMED ist Sozialdrama und Hardcore-Arthouse-Horrorfilm. Es geht um das Monströse des Begehrens, um eine verklemmte, homophobe Gesellschaft – und um Sex mit einem Tentakelwesen.

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Das mexikanische Kino hat in den letzten Jahren Hollywood erobert. Iñárritu, del Toro und Cuarón regieren den Arthouse- und Blockbuster-Markt. Die eckigere mexikanische Schule um Carlos Reygades dagegen sitzt immer noch in der zweiten Reihe, und das ist mindestens für Cineasten auch ganz gut so. Reygades-Schüler Amat Escalante hat in Cannes für THE UNTAMED den silbernen Bären für die beste Regie gewonnen, aber sein Film ist so kantig, dass nur der kleine Verleih „Forgotten Films“, der sonst auf BluRay-Veröffentlichungen von Ausgrabungen wie DER PERSER UND DIE SCHWEDIN spezialisiert ist, sich an das Monstrum herangetraut hat: Veronika (Simone Bucio) hat Sex mit einem Tentakel-Wesen, aber bei dem letzten Treffen hat es sie verletzt. Im Krankenhaus trifft sie den reizenden schwulen Krankenpfleger Fabian, der eine heimliche Affäre mit Angel hat, dem nach außen homophoben und gewalttätigen Ehemann seiner Schwester Alejandra. Durch die Begegnung mit Veronica werden alle drei in die seltsame Tentakelsex-Welt, die sich in einer abgelegenen Hütte im Wald entfaltet, hineingezogen.
THE UNTAMED ist Sozialdrama und Hardcore-Arthouse-Horrorfilm und erinnert am ehesten an eine stoische Version von Andrzej Żuławskis Berlin-Kultfilm POSSESSION. Die Bilder von Kameramann Manuel Alberto Claro (MELANCHOLIA, NYMPHOMANIAC) wirken mal unterkühlt, mal hypnotisch. Die Tentakel-Sexszenen sehen aus, als wären sie direkt von Hokusais berühmtem Stich „Tako to ama“ (Kraken und Muscheltaucherin) inspiriert. Der Film entfaltet einen schönen Sog, ist aber als Exploitation besser zu genießen denn als bedeutungsschwangeres Kunstkino. Klar geht es irgendwie um das Monströse des Begehrens und eine verklemmte, homophobe Gesellschaft, aber Stil und Atmosphäre sind hier deutlich wichtiger und gelungener als die etwas krude Metapher.

Hannes Stein

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Details

Originaltitel: La region salvaje
Deutschland/ Dänemark/ Frankreich/ Schweiz/ Norwegen/ Mexiko 2016, 100 min
Genre: Horror, Fantasy, Science Fiction, Erotischer Film, Familientragödie
Regie: Amat Escalante
Drehbuch: Amat Escalante, Gibrán Portela
Kamera: Manuel Alberto Claro
Schnitt: Jacob Secher Schulsinger, Fernanda de la Peza
Musik: Lasse Marhaug, Guro Moé, Martin Escalante
Verleih: Forgotten Film Entertainment
Darsteller: Ruth Ramos, Simone Bucio, Jésus Meza, Edén Villavicencio
FSK: 16
Kinostart: 11.01.2018

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