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Super-Hypochonder

Dany Boon lässt nichts aus

Dany Boon ist der Super-Hypochonder, ein Typ, der sich der Milben wegen in keinem Raum mit Teppichboden aufhalten kann, an Sylvester aus Angst, ihn könne jemand küssen, in Ohnmacht fällt, und niemals ohne sein Desinfektionstuch aus dem Haus geht.

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Es gibt, grob gesagt, drei Klassen von französischen Komödien: die große bürgerliche Kunstkomödie von Alain Resnais, Claude Chabrol oder aktuell MOLIÈRE AUF DEM FAHRRAD. Dann gibt es die verträumt-surrealistische Komödie à la Jeunet (AMELIE) oder Gondry (DER SCHAUM DER TAGE). Und schließlich gibt es die schmuddelige, hysterische, überdrehte, total beknackte Klamaukkomödie, an deren Format sich seit den 50er Jahren überhaupt nichts geändert hat. Von Louis de Funès über Pierre Richard bis zu Dany Boon (WILLKOMMEN BEI DEN SCH´TIS) wird gnadenlos drauflos geblödelt. Auch Dany Boons neuer Film SUPER-HYPOCHONDER lässt nichts aus. Er spielt in einer Welt, die sich so ähnlich nur noch in den großen Donald Duck-Sonderheften finden lässt. Eine Welt in der man mal eben einen imaginären Balkanstaat erfinden kann, damit der Held dort in einem finsteren Gefängnis landen kann. Eine Welt, in der Dany Boon als der Super-Hypochonder, der sich der Milben wegen in keinem Raum mit Teppichboden aufhalten kann und an Sylvester aus Angst, ihn könne jemand küssen, in Ohnmacht fällt, permanent so viel Unheil anrichten kann, wie nur irgend möglich. Wenn man sich erst mal locker genug gemacht hat, ist das alles irre komisch. Boone ist ein großer Meister der Körperkomik, wie er in einer Szene zeigt, in der sein Hypochonder U-Bahn fährt und natürlich keinen Haltegriff anfassen darf. Aber auch, wenn er ein ganzes Fläschchen Desinfektionsmittel auf einem Türcodeschalter entleert, der natürlich explodiert und Feuer fängt, ist dieser Kampf gegen die eigene Ungeschicklichkeit und die Tücke der Objekte so old-school, dass Buster Keaton und Harold Lloyd grüßen lassen. Es gibt übrigens auch eine Handlung.

Tom Dorow

Details

Originaltitel: Supercondriaque
Frankreich 2013, 107 min
Genre: Komödie
Regie: Dany Boon
Drehbuch: Dany Boon
Kamera: Romain Winding
Schnitt: Monica Coleman
Musik: Klaus Badelt
Verleih: Prokino
Darsteller: Kad Merad, Dany Boon, Bruno Lochet, Valerie Bonneton, Judith El Zein, Alice Pol, Marthe Villalonga, Jean-Yves Berteloot
FSK: 6
Kinostart: 10.04.2014

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