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Stop the Pounding Heart

Alltag im „Bible Belt“

Die 14-jährige Sara ist das älteste von 12 Kindern einer tief religiösen christlichen Familie, die in Waller, Texas, eine ökologische Ziegenfarm betreibt. Schweigsam und nachdenklich scheint sie Ihr Leben dort in Frage zu stellen. Mit Laiendarstellern inszeniert, die vorwiegend in ihrem Alltag gefilmt wurden, balanciert STOP THE POUNDING HEART traumwandlerisch sicher auf der Grenze zwischen Dokumentation und Spielfilm.

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STOP THE POUNDING HEART balanciert traumwandlerisch sicher auf der Grenze zwischen Dokumentar- und Spielfilm. Auch im dritten Teil seiner Texas-Trilogie (die ersten beiden Teile hießen THE PASSAGE und LOW TIDE und porträtierten zum Teil dieselben Familien) hat Roberto Minervini seine Darsteller vor allem in ihrem Alltag gefilmt: bei der Arbeit, beim „homeschooling“, beim Essen und in der Freizeit, die aus Barbecue, „bull riding“ und Schießübungen besteht. Ganz sanft nur wird eine Art Plot angedeutet, dennoch entfaltet der Film eine ganz eigene, melancholische Poesie. Die 14-jährige Sara ist das älteste von 12 Kindern einer tief religiösen christlichen Familie, die in Waller, Texas, eine ökologische Ziegenfarm betreibt. Sie muss auf ihre kleinen Geschwister aufpassen und bei der Aufzucht der Ziegen helfen. Beim Füttern, Melken, Käsemachen und Zäunebauen. Minervini verbringt viel Zeit damit, Sara bei diesen Tätigkeiten zuzusehen, die sie kompetent, aber auch sehr in sich versunken erledigt. Trotz der vielen gut gelaunten Menschen, die fast immer in ihrer Nähe sind, umgibt sie ein Gefühl der Schwere und Isolation. Sie redet wenig und scheint viel nachzudenken. Worüber erfährt man nicht, aber man kann es ahnen. In der Bibel-Stunde mit den Töchtern fragt die Mutter: „Wozu wurde die Frau erschaffen?“. Sara antwortet: „Um dem Mann zu helfen“, doch ihr Blick bleibt skeptisch. Zurückhaltend sieht sie einer Hausgeburt zu. Immer wieder trifft sie Colby, den schlaksigen Jungen von nebenan, der fürs Rodeo trainiert, und steht mit ihm gemeinsam am Zaun. Die Liebesgeschichte zwischen den beiden ist so zart, dass sie fast nicht vorhanden ist. Er sieht sie an, sie schaut weg. Mehr ist undenkbar. Denn Sara steht erst ganz am Anfang eines Weges, den ihr „pounding heart“, ihr wild schlagendes Herz, ihr weist. Man hofft, dass sie ihn betreten wird, sicher ist das nicht.

Hendrike Bake

Details

USA/Italien/Belgien 2013, 101 min
Sprache: Englisch
Genre: Dokumentarfilm
Regie: Roberto Minervini
Drehbuch: Roberto Minervini
Kamera: Diego Romero
Schnitt: Marie-Hélène Dozo
Darsteller: Sara Carlson, Colby Trichell, Leeanne Carlson

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