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Stereo (2014)

Die weiten Felder, der blaue Himmel, die beschaulichen Landstraßen – das ist irgendwie zu schön, um wahr zu sein: Erik (Jürgen Vogel) scheint seinen Traum von Freiheit und Unabhängigkeit zu leben. Doch die Idylle beginnt, Stück für Stück zerfallen als plötzlich ein Geist aus Eriks früherem Leben auftaucht: Henry (Moritz Bleibtreu).

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Die Idylle trügt. Die weiten Felder, der blaue Himmel, die beschaulichen Landstraßen – das ist irgendwie zu schön, um wahr zu sein: Erik (Jürgen Vogel) scheint seinen Traum von Freiheit und Unabhängigkeit zu leben. Entspannt schraubt er in seiner eigenen Motorradwerkstatt an den öligen Maschinen, ansonsten hat er genügend Zeit, um sich seiner Freundin Julia (Petra Schmidt-Schaller) und deren kleiner Tochter zu widmen zu. Okay, der Dorfpolizist verpasst ihm einen Strafzettel wegen Geschwindigkeitsvergehen, aber wenn’s nichts Schlimmeres ist... Regisseur Maximilian Erlenwein (SCHWERKRAFT) lässt Eriks Idylle Stück für Stück zerfallen als plötzlich Henry (Moritz Bleibtreu) auftaucht. Der ist so etwas wie ein Geist aus seinem früheren Leben, das wird ziemlich schnell klar, und darüber wissen weder Julia, die Zuschauer, noch Erik selbst etwas. Aber die zwielichtigen Gestalten, die Henry wieder mit in Eriks neues Leben bringt, scheinen umso mehr zu wissen – und ihre Erwartungshaltungen an sein Handeln sind unmissverständlich.
Mit einer außergewöhnlichen Ästhetik schickt Erlenwein seinen Protagonisten zunächst auf einen inneren und dann auf einen äußerlichen (Psycho-)Trip in sein ganz persönliches Herz der Finsternis, geradewegs auf ein existenzielles Finale zusteuernd. Dabei bedient er sich stark bei Vorbildern wie David Lynch (BLUE VELVET, LOST HIGHWAY), DAVID FINCHER (FIGHT CLUB) und Nicolas Winding Refn (DRIVE, ONLY GOD FORGIVES), kann aber mit einem bemerkenswerten Twist, starken Bildern vom Kamerapreis-ausgezeichneten Bildgestalter Ngo The Chau (DAS LEBEN IST NICHTS FÜR FEIGLINGE, BANKLADY) und natürlich dem Hauptdarsteller-Duo Vogel-Bleibtreu einen stilistisch eigenwilligen und thematisch außergewöhnlichen Film vorlegen, der seine Hauptfigur und die Story genussvoll dekonstruiert

Jens Mayer

Details

Originaltitel: Stereo
D 2014, 95 min
Genre: Psychothriller
Regie: Maximilian Erlenwein
Drehbuch: Maximilian Erlenwein
Verleih: Wild Bunch
Darsteller: Jürgen Vogel, Moritz Bleibtreu, Petra Schmidt-Schaller
FSK: 16
Kinostart: 15.05.2014

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