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Something Must Break

Begehren und Identität

Eine Annäherung aus Zuneigung und Sympathie, deren sexuelle Dimension sich immer mehr vertieft. "Ich bin nicht schwul", sagt Andreas irgendwann. "Ich auch nicht." antwortet Sebastian. Ein Riss geht durch beider Welt, der so schnell nicht wieder zu kitten ist. In Sebastian schlummert Ellie, eine Frau, und eine andere Art zu sein, und er zögert, sie Andreas zu zeigen.

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Am Anfang steht Sebastian, Mitte Zwanzig vielleicht, von androgyner Gestalt. Kleine Einblicke in ein Leben: eine schwesterliche Mitbewohnerin, ein seelenloser Job, schneller Sex im Park. Eine, oder eigentlich zwei Zufallsbegegnungen mit Andreas: erst steht letzterer dem ersteren bei, als in einer öffentlichen Toilette Begehren in Gewalt umschlägt. Später begegnen sie sich wieder. Eine Annäherung aus Zuneigung und Sympathie, deren sexuelle Dimension sich immer mehr vertieft. "Ich bin nicht schwul", sagt Andreas irgendwann. "Ich auch nicht." antwortet Sebastian. Ein Riss geht durch beider Welt, der so schnell nicht wieder zu kitten ist. In Sebastian schlummert Ellie, eine Frau, und eine andere Art zu sein, und er zögert, sie Andreas zu zeigen. Und jener kommt mit der Ambiguität schlecht zurande und fordert Eindeutigkeit. Unter den gegebenen Bedingungen werden sie nicht zueinander finden: Etwas muss zerbrechen.
Ausgangspunkt der Geschichte ist der semi-autobiographische Roman You Are the Roots That Sleep Beneath My Feet and Hold the Earth in Place von Eli Levén, Ester Martin Bergsmarks Co-Autor und der Protagonist seines Dokumentarfilms SHE MALE SNAILS. Bergsmark erzählt seine transgressive Romanze mit sicherer Hand, großer Liebe zu seinen Figuren und in sinnlicher Innigkeit. Am hellsten strahlt freilich Sebastian/Ellie, für deren Darstellung Saga Becker als erste Transperson den wichtigsten schwedischen Schauspielpreis gewann. Der Film weicht ihr nie von der Seite, nicht in den naturalistischen eingefangenen Momenten des Alltags, nicht in den mal betörend gleißenden, mal dreckigen Ekstasen der Nacht. SOMETHING MUST BREAK ist dabei ein romantisches Drama, das im Kern nicht davon handelt ob zwei sich kriegen, sondern was es bedeuten mag liebend zu sein. Eine Geschichte von Begehren und Identität, in der keines von beiden ohne Rest im Anderen aufgeht.

Sebastian Markt

Details

Originaltitel: Nånting måste gå sönder
Schweden 2014, 90 min
Genre: Drama
Regie: Ester Martin Bergsmark
Drehbuch: Ester Martin Bergsmark
Kamera: Lisabi Fridell, Minka Jakerson
Schnitt: Ester Martin Bergsmark
Verleih: Edition Salzgeber
Darsteller: Saga Becker, Iggy Malmborg, Shima Niavarani, David Nzinga, Mattias Åhlén
FSK: 12
Kinostart: 26.03.2015

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