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Sand Dollars

Transaktionen der Liebe

Die junge Noeli leistet wohlhabenden Touristen Gesellschaft und lässt sich dafür beschenken, letzlich hofft sie, dass jemand sie mitnimmt nach Europa. Die polyglotte und über 50 Jahre ältere Anne (Geraldine Chaplin), die seit Jahren heillos in Noeli verliebt ist, möchte das gerne tun.

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Es wird nicht viel geredet am Strand von Samana, und wenn doch etwas gesagt wird, dann in Andeutungen, bei denen man immer das Gefühl hat, dass noch viel mehr nicht gesagt wurde.
Die junge Noeli leistet wohlhabenden Touristen Gesellschaft und lässt sich dafür beschenken. Eine Kette hier, ein Handy dort und immer wieder plötzliche Notfälle, wegen denen die Gäste ihr Geld „leihen“ müssen. Ihr Freund, den sie manchmal als ihren Bruder ausgibt, sieht darin größere Verdienstmöglichkeiten als in seinem eigenen Job als Waldarbeiter/Musiker und letztlich ist der große Plan, daß Noeli jemanden nach Europa begleitet und sie von dort einen Anteil schickt.
Die polyglotte Anne (Geraldine Chaplin), die selbst sagt, dass sie seit Jahren heillos in Noeli verliebt ist, möchte das gerne tun. Die Verbindung zu ihrer Familie in Paris leidet sowieso nicht nur unter der schlechten Telefonverbindung und auch wenn sie manchmal davon spricht, auf ewig im Paradies zu bleiben, ist es doch Noeli, die sie dort hält und nicht die Gesellschaft der anderen „regelmäßigen Besucher“. Aber ist dieser Traum nur ein Experiment und wem gehört Noelis Liebe letztlich?
SAND DOLLARS nimmt eine Situation, bei der man sich sicher ist, zu wissen, wie sie sich entwickeln wird und weigert sich, das zu tun. Es ist keine Geschichte über den Sextourismus und auch keine darüber, wie eine junge Frau eine ältere verführt und ausnutzt. Alle Liebe hier scheint gleichermaßen ehrlich.
Chaplin, als einzige bekannte Darstellerin des Films, spielt in der vierten Regiearbeit des Paares Cárdenas & Guzmán fast ausschließlich mit den Augen und der uneitlen Darstellung ihres Körpers, während Yanet Mojica mit ihrer jugendlichen Schönheit und melancholischen Blicken dagegenhält. Es sind Momente des stillen Suchens nach etwas Ungewissem, die diesen Film ausmachen, eingerahmt vom Lied einer Bachata-Band, einem Lied über das Leiden des Verlassenwerdens.

Christian Klose

Details

Originaltitel: Dólares de Arena
Argentinien/ Mexiko/ Dominikanische Republik 2015, 80 min
Genre: Drama, Liebesgeschichte
Regie: Israel Cárdenas, Laura Amelia Guzmán
Drehbuch: Israel Cárdenas, Laura Amelia Guzmán
Kamera: Israel Cárdenas, Jaime Guerra
Schnitt: Andrea Kleinman
Musik: Benjamín De Menil, Ramón Cordero, Edilio Paredes
Verleih: Salzgeber
Darsteller: Geraldine Chaplin, Yanet Mojica, Ricardo Ariel Toribio
FSK: oA
Kinostart: 10.12.2015

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