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Familienfilm

Entropische Entwicklung

Die Eltern brechen gemeinsam mit dem Familienhund Otto auf eine mehrmonatige Segelreise auf. Sohn Erik (15) und Tochter Anna (18) bleiben allein in der großbürgerlichen Prager Wohnung zurück. Dann bricht der Skype-Kontakt zu den Eltern ab.

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Vater, Mutter, 15-jähriger Sohn Erik, 18-jährige Tochter Anna. Die Familie dieses Familienfilms macht nach außen einen wirklich sehr gut sortierten Eindruck. Der Umgangston ist sachlich, höflich und etwas kalt und erinnert damit irgendwie auch an die weitläufige Altbauwohnung der Familie in Prag, die in Schattierungen von beige, weiß und grau gehalten ist und mutmaßlich einmal täglich von einer unsichtbaren Person durchgewischt wird. Dass die Eltern gemeinsam mit dem Familienhund Otto für mehrere Monate segeln gehen wollen, regt hier niemanden auf. Anna, die schon studiert, aber zu Hause wohnt, wird sich kümmern. Für Notfälle ist Onkel Martin da. Als der Vater seinen Sohn Erik etwas unbeholfen fragt „Wirst du ihn vermissen?“, guckt Erik ihn verständnislos an. „Na, den Otto“, stellt der Vater klar und streichelt den Border Collie, der der einzige scheint, zu dem die Familienmitglieder eine annähernd warmherzige Beziehung unterhalten.
Trotzdem fehlen die Eltern. FAMILIENFILM beschreibt - amüsiert und sehr kühl - einen Prozess der Entropie, der sich vor allem innerlich abspielt. Während die Eltern um die Welt segeln und sich hin und wieder per Skype von tropischen Inseln melden, läuft daheim still und leise die Situation aus dem Ruder – ohne dass die Wohnung dabei einen Deut unordentlicher würde. Anna und Erik holen ihre Freunde in die Wohnung und schaffen sich neue Routinen, die Weißwein, Computerspiele, und nackt im Fahrstuhl fahren beinhalten. Annas beste Freundin Kristyna beginnt mit Erik zu flirten. Irgendwann geht Erik nicht mehr zur Schule und Onkel Martin muss eingreifen. Und dann geraten die Eltern in einen Sturm und der Kontakt bricht ab. Lediglich Hund Otto hat sich retten können und kämpft in Mangrovenwäldern um sein Überleben.

Toni Ohms

Details

Originaltitel: Rodinný Film
Deutschland/ Frankreich/ Tschechien/ Slowenien 2015, 95 min
Genre: Drama
Regie: Olmo Omerzu
Drehbuch: Olmo Omerzu, Nebojsa Pop Tasic
Kamera: Lukás Milota
Verleih: déjà-vu film
Darsteller: Karel Roden, Daniel Kadlec, Jenovéfa Boková, Vanda Hybnerová
FSK: 12
Kinostart: 02.02.2017

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