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Road to Heaven

Annäherung an ein unübersichtliches Land

Dokumentarfilmer Walter Größbauer begleitet den jungen Sikh Raj, der die 2000 Kilometer lange Reise von Kalkutta nach Amritsar unternimmt, um im spirituellen Zentrum des Sikhismus Kraft für die Zukunft zu schöpfen. Der dritte Teil von Größbauers ACH, INDIEN Trilogie verzichtet auf Kommentare und zeigt die Realität eines vielschichtigen und widersprüchlichen Landes in starken und einprägsamen Bildern.

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Die Gruppenvergewaltigung einer 23-jährigen Inderin hat im Dezember 2012 auch hierzulande für Aufsehen gesorgt und in Indien zu Massenprotesten geführt, die den Fokus auf die alltägliche Gewalt gegen Frauen sowie polizei- und rechtliche Ignoranz lenkten. Seitdem vergeht kaum eine Woche, in der nicht von ähnlich brutalen Übergriffen auf junge Frauen und Mädchen im ganzen Land zu lesen ist und die die Frage nach dem Zustand der indischen Gesellschaft aufwerfen, die in der westlichen Welt immer noch häufig als spiritueller und gewaltfreier Pilgerort verkitscht wird. Auch Raj liest am Morgen in der Zeitung verständnislos von der Vertuschung des Falles eines getöteten Mädchens durch die Polizei. Der 21jährige Sikh ist modern und weltoffen, kehrt jedoch nach dem Tod seiner Mutter zur Familie zurück, damit er sich um den Vater und die Schwester kümmern kann, auch wenn er dafür sein Studium auf Eis legen muss. Nun will er quer durch das Land reisen, knapp 2000 Kilometer von Kalkutta nach Amritsar, dem spirituellen Zentrum des Sikhismus, um zu danken und Kraft für die Zukunft zu schöpfen. Auf seinem Weg auf der antiken „Grand Trunk Road“ begleitet ihn Dokumentarfilmer Walter Größbauer und zeigt die Realität eines vielschichtigen und widersprüchlichen Landes in starken und einprägsamen Bildern. Dabei gibt er Einblick in eine unübersichtliche Gesellschaft zwischen Moderne und Tradition, die von Korruption, staatlicher Willkür und erbarmungslosen Rollenbildern geprägt ist, zeigt aber auch aufstrebende Kräfte, die sich dagegen zur Wehr setzen. Der abschließende Teil von Größbauers ACH, INDIEN - Trilogie verzichtet auf erklärende Kommentare, ist aufgrund seiner beeindruckenden audiovisuellen Komposition aber dennoch ein haltungsstarker Film, der in seiner Ambivalenz und Beharrlichkeit noch lange nachhallt.

Jens Mayer

Details

Deutschland/Indien 2014, 99 min
Genre: Dokumentarfilm
Regie: Walter Größbauer
Drehbuch: Walter Größbauer
Kamera: Walter Größbauer
Schnitt: Walter Größbauer
Musik: Erich Pochendorfer
Verleih: Fortuna Media
Kinostart: 05.02.2015

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