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Remake, Remix, Rip-Off

Die Low-Budget Adaptionen der Yeşilçam-Filmindustrie

REMAKE, REMIX, RIP-OFF beleuchtet die Hintergründe der berüchtigten türkischen „Yeşilçam“-Trashfilmindutrie. In Interviews mit Produzenten, Schauspielern und Regisseuren erfährt man von den teils lebensgefährlichen Dreharbeiten, von den aberwitzigen Vorgaben der Zensur und vom kreativen Umgang mit Scores und Originalszenen bekannter Hollywoodfilme.

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Liebhabern trashiger Actionfilme ist "Yeşilçam" vielleicht schon ein Begriff. Diese Straße im Istanbuler Stadtteil Beyoglu war in den 50er bis 80er Jahren das Zentrum der türkischen Filmindustrie. Hier entstanden türkische Low-Budget-Adaptionen von nahezu jedem Hollywood-Klassiker, sei es DER EXORZIST, E.T. oder SUPERMAN. Denn in der kinoverrückten Türkei überstieg die Nachfrage bei weitem das Angebot, vor allem an Drehbüchern. Also bedienten sich die türkischen Filmschaffenden großzügig im Westen: Mal in Form einer 1:1-Umsetzung, mal als freie Adaption des Stoffes.
REMAKE, REMIX, RIP-OFF beleuchtet nun die Hintergründe der Yeşilçam-Filmindustrie. In Interviews mit nahezu allen namhaften Produzenten, Schauspielern und Regisseuren erfährt man von den teils lebensgefährlichen Dreharbeiten (immer mit Blick auf das Budget und die verbleibenden Filmrollen), von den aberwitzigen Vorgaben der Zensur und vom kreativen Umgang mit Scores und Originalszenen bekannter Hollywoodfilme. Es werden nahezu alle Aspekte des Phänomens Yeşilçam angerissen, von den politischen Hintergründen über den Vertrieb, innerhalb der Türkei und nach Deutschland, bis zu den Produktionsbedingungen und künstlerischen Entscheidungen der Regisseure. Dazwischen gestreut sind natürlich immer wieder passende Szenen aus dutzenden Yeşilçam-Produktionen. Auch einen Blick nach Hollywood selbst wirft der Film, und auf die dort immer wiederkehrenden Sujets und Tropen, derer sich Yeşilçam bedient.
Die Filmausschnitte und selbstironischen Kommentare und Anekdoten der Protagonisten bilden eine einzige Kette von Abstrusitäten, über die man abwechselnd lacht und staunt. Doch darüber hinaus werden hier berechtigte Fragen aufgeworfen nach Originalität, Zitat und Urheberrecht, über die es auch nach dem Kino noch zu diskutieren lohnt.

Yorick Berta

Details

Originaltitel: Remake, Remix, Rip-Off: About Copy Culture & Turkish Pop Cinema
Deutschland 2014, 96 min
Genre: Dokumentarfilm
Regie: Cem Kaya
Drehbuch: Cem Kaya
Kamera: Meryem Yavuz, Tan Kurttekin
Schnitt: Cem Kaya
Verleih: drop-out cinema
Kinostart: 05.05.2016

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