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Raus

Fremde im Wald

Ein mysteriöser Typ im Internet bietet einen Pfad zurück zu den „Wurzeln“. Fünf Wildfremde um die 20 treffen sich im Wald, aber einige scheinen eher auf der Flucht als auf der Suche zu sein.

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Sie wollen einfach nur raus, weg von ihrem festgefahrenen Leben. Das Angebot ist reizvoll: Ein mysteriöser Typ im Internet bietet einen Ausweg, einen Pfad zurück zu den Wurzeln. So treffen sich fünf Wildfremde im Wald. Alle sind um die zwanzig. Was sie zurück lassen, darüber schweigen sie. Das ist eine der Regeln, die der Fremde aufgestellt hat. Lediglich die letzten 24 Stunden im Leben von Glocke (Matti Schmidt-Schaller) erleben wir zu Beginn mit. Wie er einen Luxuswagen in die Luft jagt, vor der Polizei flieht, von seinen Freunden verraten wird und fliehen muss. Er ist unser Einstieg in die Reise mit ungewissem Ausgang. Zu Beginn sind die Fünf vorsichtig, folgen den Hinweisen des Fremden und legen schließlich ihre Schutzmauern ab. Da ist Judith (Milena Tscharntke), in die sich Glocke verliebt, Steffi (Matilda Merkel), deren Tattoos, das blaue Auge und ihre Einstellungen von einer Flucht aus der rechtsextremen Szene zeugen, der finanziell besser gestellt Elias (Tom Gronau) und Paule (Enno Trebs), die gute Seele der Gruppe. Sie genießen die Freiheit, das unbeschwerte Leben im Wald, doch als sich herausstellt, dass einer von ihnen nicht die Wahrheit sagt, kehrt sich die Stimmung um.
Der schnell geschnittene Auftakt zieht uns in die Story, und die gesellschaftskritische Rede, die Glocke den Polizisten hält - und in der sich die Haltung des Regisseurs und Co-Autors Philipp Hirsch zeigt -, dürfte vielen aus der Seele sprechen, die mit der Welt, in der wir leben, nicht mehr klarkommen. Doch dann kippt der Film. Offensichtlich hat Hirsch sich für sein Debüt zu viel vorgenommen. Motive des Horrorfilms tauchen auf, die Parallele zu „Herr der Fliegen“ ist überdeutlich, die Handlungen der Figuren werden dagegen immer unschlüssiger. Zudem sind die jungen Darsteller bisweilen selbst überfordert von der Situation. Ein Film der guten Ansätze, von denen nur einige aufgehen.

Lars Tunçay

Details

Deutschland 2018, 101 min
Genre: Drama
Regie: Philipp Hirsch
Drehbuch: Thomas Böltken, Philipp Hirsch
Kamera: Ralf Noack
Musik: Johannes Lehniger, ComixXx
Verleih: farbfilm Verleih
Darsteller: Matti Schmidt-Schaller, Milena Tscharntke, Tom Gronau, Matilda Merkel, Enno Trebs
FSK: 12
Kinostart: 17.01.2019

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