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Praia do Futuro

Strand ohne Meer

Der brasilianische Rettungsschwimmer Donato lässt Beruf und Familie zurück und folgt seinem deutschen Geliebten nach Berlin, bleibt aber zerrissen zwischen den Welten. Ihm fehlt das Meer.

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Anfangsbild: Totale. Zwei Männer auf Cross-Motorrädern bewegen sich durch eine hügelige Wüstenei, ein Meer aus Sand, in dem sie immer wieder verschwinden, untertauchen, sich dann doch wieder ins Blickfeld kämpfen. Suicides „Ghost Rider“ peitscht dazu, schließlich der wilde Atlantik in Sicht, in den sich die beiden stürzen. Der Filmtitel füllt, alles überlagernd, die Leinwand: PRAIA DO FUTURO – Strand der Zukunft.
Schnell wird dieser für einen von ihnen jedoch zum Praia do Passado, zum Strand des Abschieds. Über das Unglück und die Suche nach dem Ertrunkenen entwickelt sich eine Beziehung zwischen dem überlebenden deutschen Touristen und dem brasilianischen Rettungsschwimmer. Donato, sensibel dargestellt von Wagner Moura (TROPA DE ELITE), lässt schließlich Beruf und Familie zurück und folgt dem Geliebten nach Berlin, bleibt aber zerrissen zwischen den Welten. Dem „Aquaman“, wie ihn sein wasserscheuer kleiner Bruder mit dem großen Namen Ayrton bewundernd genannt hat, fehlt das Meer, sein Element, das doch auch immer eine Bedrohung war, jeder Rettungsgang eine Herausforderung mit ungewissem Ausgang. Jahre später kreuzt eben jener Bruder unerwartet in Berlin auf, voller Wut übers Verlassenwerden und mit unangenehmen Fragen. Gemeinsam entdecken die Drei mit dem Wattenmeer schließlich einen Ort, der ihrer ambivalenten inneren Haltung entspricht: einen Strand ohne Wasser.
Von Männern über Männer für Männer – die weiblichen Figuren sind fast komplett ins Off verdrängt, der Film konzentriert sich ganz auf seine drei Suchenden. Wie sie schwankt die Kamera zwischen unruhigen, hektischen, ja aggressiven Bildern einerseits und geduldigem, feinfühligem Nachspüren andererseits. Keine leichte Kost, wagt PRAIA DO FUTURO die Zeichnung eines differenzierten Bildes von Männlichkeit. Abspann: Bowie. Heroes.

Anna Stemmler

Details

Deutschland/Brasilien 2013, 106 min
Sprache: Portugiesisch, Deutsch
Regie: Karim Ainouz
Drehbuch: Karim Ainouz
Kamera: Ali Olcay Gözcaya
Schnitt: Isabela Monteiro de Castro Araújo
Musik: Volker Bertelmann
Verleih: Real Fiction
Darsteller: Clemens Schick, Wagner Moura, Jesuita Barbosa

Vorführungen

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