
Neue Notiz
No Other Land (2024)
Vertreibung in der West Bank
NO OTHER LAND, vom arabischen Aktivisten Basel Adra und dem israelischen Journalisten Yuval Abraham gemeinsam gedreht, dokumentiert die Räumung der Region Masser Yatta im Westjordanland durch die israelische Armee.
NO OTHER LAND gewann bei der Berlinale den Preis für den besten Dokumentarfilm und den Panorama-Publikumspreis in der Kategorie Dokumentarfilm. Die Preisverleihung wurde zum Skandal, unter anderem auch, weil der israelische Ko-Regisseur Yuval Abraham während der Preisgala von „Apartheid“ gesprochen hatte. Yuval bezog sich damit allerdings nicht auf die in Israel lebenden Palästinenser, sondern auf die Verhältnisse in den von Israel besetzten Gebieten. Seit 2010 forciert Israels Regierung den Bau von neuen Siedlungen in der West Bank mit offizieller militärischer Unterstützung für die Siedler. NO OTHER LAND, vom arabischen Aktivisten Basel Adra und dem israelischen Journalisten Yuval Abraham gemeinsam gedreht, behandelt eine dieser Militäraktionen.
Die israelische Regierung hat die Dörfer in der palästinensischen Region Masafer Yatta zum militärischen Sperrgebiet erklärt. Alle Petitionen der rund tausend Bewohner*innen der Region wurden abgelehnt. Angeblich soll ein Panzer-Übungsgelände entstehen, aber gleich neben den palästinensischen Dörfern sind die brandneuen israelischen Siedlungen zu sehen. Basel Adras Vater betreibt in einem der Dörfer eine Tankstelle, Yuval Abraham will über die Vertreibung der Bewohner berichten. Viel Hoffnung, dass seine Artikel auf Resonanz stoßen, hat er nicht, und auch Basel hat wenig Hoffnung, dass der Widerstand der Dorfbewohner Erfolg haben könnte.
Die israelische Armee zieht mit gepanzerten Fahrzeugen und entsicherten Maschinenpistolen in die Dörfer ein, wirft jeweils den Besitz einer Familie auf die Straße und reißt mit Schaufelbaggern die Häuser ein. Normalerweise bauen die palästinensischen Familien schnell neue Häuser, aber dann beginnt die Armee, auch die Baumaterialien – je nach Perspektive – zu beschlagnahmen/zu stehlen. Ebenso werden die Autos der Bewohner*innen beschlagnahmt/gestohlen. In einem militärischen Sperrgebiet dürfe man nicht Auto fahren. Als ein Mann, Harun Abu Amar, sich gegen den Diebstahl/die Beschlagnahme eines Stromgenerators wehrt, schießt ihm ein israelischer Soldat in den Rücken. Er ist vom Hals abwärts gelähmt. Seine Familie musste nach der Vertreibung und dem Zwangsabriss ihres Hauses in eine Höhle ziehen. Dort liegt Harun apathisch auf dem sandigen Boden, langsam sterbend.
Als auch die Schule des Dorfes von der israelischen Armee zerstört wird, beginnt der Widerstand zu bröckeln, aber er bricht erst zusammen, als Basel Yadras Cousin von einem israelischen Siedler niedergeschossen wird. Die Familien beginnen, das Land zu verlassen. Ein geheimes Dokument, so der Abspann des Films, belege, dass die Deklaration des Gebietes als „Militärisches Sperrgebiet“ nur ein Vorwand war. Die „Ausweitung arabischer Dörfer“ habe verhindert werden sollen.
Originaltitel: No Other Land
Norwegen 2024, 95 min
Sprache: Arabisch, Hebräisch, Englisch
Genre: Dokumentarfilm
Regie: Basel Adra, Hamdan Ballal, Yuval Abraham, Rachel Szor
Drehbuch: Rachel Szor
Schnitt: Basel Adra, Hamdan Ballal, Yuval Abraham, Rachel Szor
Musik: Julius Pollux Rothlaender
Verleih: Immergutefilme
FSK: 16
Kinostart: 14.11.2024
Website
IMDB
Vorführungen
ALLE ANGABEN OHNE GEWÄHR.
Die Inhalte dieser Webseite dürfen nicht gehandelt oder weitergegeben werden. Jede Vervielfältigung, Veröffentlichung oder andere Nutzung dieser Inhalte ist verboten, soweit die INDIEKINO BERLIN UG (haftungsbeschränkt) nicht ausdrücklich schriftlich ihr Einverständnis erklärt hat.