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Niemandsland

Melodram vor historischer Kulisse

Hamburg, unmittelbar nach Kriegsende. Die britische Offiziersgattin Rachel (Keira Knightly) hasst die Deutschen und die Tatsache, dass sie die requirierte Villa mit deren Vorbesitzer, einem charmanten deutschen Architekten mit stahlblauen Augen (Alexander Skarsgård) teilen muss.

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Deutschland 1945, direkt nach Kriegsende. Eine Frau sitzt in einem Zug. Rachel Morgan (Keira Knightley) ist auf dem Weg zu ihrem Mann Lewis (Jason Clarke), der als britischer Offizier in Hamburg stationiert ist. Knightleys Kinn wirkt noch kantiger als sonst, ihr Rücken noch gerader. Das Wiedersehen der Eheleute ist kalt und höflich, im Umgang mit der deutschen Haushälterin wirkt Rachel frostig, und dass ihr Mann dem ehemaligen Besitzer der mondänen Offiziersvilla, dem Architekten Stefan Lubert (Alexander Skarsgård), und seiner Tochter mit den BDM-Zöpfen erlaubt hat, weiter auf dem Anwesen zu bleiben, erfüllt sie mit kaum unterdrücktem Zorn. Rachel hasst die Deutschen und hat, wie man später erfahren wird, guten Grund dazu. Dann jedoch ist sie Tag für Tag allein in dem großen Haus, während Lewis die zivile Ordnung in der Stadt schützt. Immer wieder begegnet sie Lubert, einem eleganten Mann mit schönen stahlblauen Augen; beim Holzhacken im blauen Overall (der sehr gut mit den Augen harmoniert), lässig am Kamin stehend, oder am großen Flügel, an dem seine Frau, die im Hamburger Feuersturm ums Leben kam, einst gesessen und „Clair de lune“ gespielt hat.
Es kommt, wie es kommen muss. Die steife Britin und der verhasste Deutsche beginnen eine Affäre. NIEMANDSLAND will das ganz große Melodrama vor einer aufgewühlten historischen Kulisse: Liebe, Sex, Tod, Treue, Hass, Schuld und Vergebung und klassische Musik im Schlaglicht eines zerrissenen Europas. Psychologische und historische Glaubwürdigkeit standen nicht ganz so weit oben auf der Liste der Prioritäten. Ein bisschen wirkt NIEMANDSLAND, als ob eine Studioproduktion der 1950er Jahre in der Gegenwart abgeworfen worden wäre. Alexander Skarsgård hat wirklich sehr schöne blaue Augen.

Hendrike Bake

Details

Originaltitel: The Aftermath
Großbritannien/USA/Deutschland 2019, 109 min
Sprache: Englisch
Genre: Drama, Romance, Kriegsfilm
Regie: James Kent
Drehbuch: Joe Shrapnel, Anna Waterhouse
Kamera: Franz Lustig
Schnitt: Beverley Mills
Musik: Martin Phipps
Verleih: Twentieth Century Fox of Germany
Darsteller: Keira Knightley, Jason Clarke, Alexander Skarsgård, Kate Phillips
FSK: 12
Kinostart: 11.04.2019

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