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Nach dem Urteil

Tickende Zeitbombe

Das Gericht hat für ein geteiltes Sorgerecht entschieden, und nun muss der 11-jährige Julien seinen Vater Antoine regelmäßig besuchen – obwohl er und alle anderen wissen, dass Antoine eine tickende Zeitbombe ist.

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NACH DEM URTEIL ist ein genau beobachtetes Familiendrama. NACH DEM URTEIL ist ein knallharter Thriller. Xavier Legrands beeindruckender Debütfilm beginnt in einem Familiengericht. Es geht um einen Sorgerechtstreit. Sie will ihm den Umgang mit den Kindern verbieten, er will geteiltes Sorgerecht. Es werden Statements der Kinder verlesen, die keinen Kontakt zum Vater wünschen. Die Mutter führt an, sie sei Opfer häuslicher Gewalt geworden, Beweise hat sie keine. Der Vater gibt an, er habe nur vor dem Haus gewartet, um seine Kinder sehen zu können, er sieht elend und traurig aus. Die Richterin blickt von einem zum anderen. Ist der Mann gewalttätig? Hat die Frau die Kinder manipuliert? Sie schließt die Verhandlung – die Entscheidung wird beiden Parteien über die Anwältinnen mitgeteilt werden. Für einen ganz kurzen Moment sieht es so aus, als würde NACH DEM URTEIL die Ambivalenz der Richterin teilen. Doch als das Urteil „geteiltes Sorgerecht“ gefallen ist und der Vater Antoine (Denis Ménochet) seinen 11-järigen Sohn Julien (Thomas Gioria) zum ersten Besuchstermin abholt, werden die wirklichen Verhältnisse schlagartig klar. Julien will nicht zum Vater, Angst liegt in seinem Blick, und als er doch geht, ist klar, dass er das nur tut, um die Mutter Miriam (Léa Drucker) zu schützen. NACH DEM URTEIL begleitet Julien an diesem und weiteren Besuchstagen und mit jedem Mal wird offensichtlicher, dass Antoine, verletzt und cholerisch, eine tickende Zeitbombe ist. Alle wissen es, Julien, Miriam, die ältere Schwester Joséphine und sogar Antoines Eltern, nur unternehmen kann niemand etwas, solange noch nichts vorgefallen ist. Legrand inszeniert dieses Warten auf die Katastrophe dicht und souverän, und unversehens wandelt sich das fast dokumentarisch wirkende Familienporträt in einen dichten Thriller, der einen bis zum letzten Bild auf der Stuhlkante hält.

Hendrike Bake

Details

Originaltitel: Jusqu'à la garde
Frankreich 2017, 93 min
Genre: Drama, Mysterie
Regie: Xavier Legrand
Drehbuch: Xavier Legrand
Schnitt: Yorgos Lamprinos
Verleih: Weltkino
Darsteller: Léa Drucker, Thomas Gioria, Mathilde Auneveux, Denis Menochet
FSK: 16
Kinostart: 23.08.2018

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(Jusqu'à la garde) | Frankreich 2017 | Drama, Mysterie | R: Xavier Legrand | FSK: 16

Das Gericht hat für ein geteiltes Sorgerecht entschieden, und nun muss der 11-jährige Julien seinen Vater Antoine regelmäßig besuchen – obwohl er und alle anderen wissen, dass Antoine eine tickende Zeitbombe ist.

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