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Mutter

Die Frau ist gebügelt

Anke Engelke spielt eine Frau, die einem Alltag nachgeht, Blumen bindet, eine Bluse auswäscht. Durch sie hindurch sprechen Mütter vom Alltag der Mutterschaft. Ein dokumentarisches Experiment.

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MUTTER beginnt mit der hinreißenden Anke Engelke in der Badewanne: „Ich war absolut frigide.-Dann zog ich mit dem Mann zusammen, wieso weiß ich nicht...und dann dachte der: Ja die knackst du. Egal wie lange das dauert...“ Darauf flauschige Handtücher in genauen Bildern – sofort wird die sensible Kamera von Reinhold Vorschneider klar. Die Frau zieht sich an und ist gebügelt. Sie bewegt sich, unbeeindruckt von sich selbst, in einem reichen Haus. Mit der Haut einer ihr Leben lang gebadeten Frau, steigt sie in das glänzende Auto und fährt zur Waschanlage. Dort hindurch schrubben sich wie durch eine Schablone die verschiedenen Geschichten von Müttern in die Welt. Frauen erzählen durch Anke Engelke, die synchron zu den Off-Stimmen den Mund bewegt, von den Niederlagen ihrer Körper. Das in perfektem Hochdeutsch, als hätten alle ein Priesterseminar besucht oder kämen aus Hannover. „Ich hatte ja keine Zeit um abzutreiben.“


Die Frau wird geschminkt, angezogen, liegt auf einer Bühne. Die Kette der Mütter, die durch sie spricht reißt nie ab. Tapetenmuster blenden, farbige Kostüme werden zurechtgeschnitten. Verrichtungen der Mutterschaft angegeben. „Es gab immer frisches Essen, nix aus der Dose!“ Die Bilder sind zum Sattsehen. Anke E. bindet ganz erstaunlich kunstvoll, furchtbar lieblose Sträuße. Eine Frau, Malerin, berichtet tatsächlich von Glücksgefühlen mit vier kleinen Kindern. Die Tröstung im letzten Drittel ist so knallhart gebaut, wie die Putzlappen auf dem makellosen Wäscheständer sauber sind. „Stabat Mater“ singen die einzigen Kinder mit Händen an der Hosennaht. Segelfliegen, Tennis sind wichtig.

Ist das ein inszenierter Dokumentarfilm? Geschichts-Essay? Im Reichtum schwimmen und sich dessen nicht bewusst zu sein, ist abgeschlossene westdeutsche Vergangenheit. Jedenfalls gehört dieser Film eindeutig ins Kino. Jede deutsche Mutter ein Nachkriegsstar. Anke Engelke stellt sich zur Verfügung, bietet sich dar und ist einfach eine großartige Schauspielerin. Wieviel Sorgfalt in jeder Szene liegt! Wer sind eigentlich die Kinder, wenn wir einmal annähmen, dass der Film analog „Mutterarbeit“ verrichtet. Wir? Geht es um: “Gebärmutterentfernung. Einfach so.“ Oder: „Dieses Kind war wie ich und meine Wunde.“ Beides.

Genau in dem Moment in dem man sich fragt: „Müssen auch meine Gefühle auf Ewigkeiten durch Waschanlagen gurken?“, taucht ein lebendiges Mädchen auf. Sie jongliert an einer Ampelanlage. Ihre Haare flattern durch die Gegend, sie springt und lacht. Das ist zwar sehr romantisch, nur anders eben nicht zu ertragen: Wahres Vermögen ist die Möglichkeit.

Kathrin Eissing

Details

Deutschland 2022, 88 min
Genre: Dokumentarischer Film, Drama
Regie: Carolin Schmitz
Drehbuch: Carolin Schmitz
Kamera: Reinhold Vorschneider
Schnitt: Stefan Oliveira-Pita, Annett Kiener
Verleih: mindjazz Pictures
Darsteller: Anke Engelke
Kinostart: 29.09.2022

NEUSTART

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Mutter

Deutschland 2022 | Dokumentarischer Film, Drama | R: Carolin Schmitz | NEUSTART

Anke Engelke spielt eine Frau, die einem Alltag nachgeht, Blumen bindet, eine Bluse auswäscht. Durch sie hindurch sprechen Mütter vom Alltag der Mutterschaft. Ein dokumentarisches Experiment.

Vorführungen

fsk-Kino am Oranienplatz

29.09. – Do

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30.09. – Fr

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01.10. – Sa

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03.10. – Mo

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04.10. – Di

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05.10. – Mi

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Sputnik Kino am Südstern

29.09. – Do

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30.09. – Fr

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01.10. – Sa

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02.10. – So

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03.10. – Mo

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05.10. – Mi

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