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Mellow Mud

Allein auf dem Land

Raya, 17, lebt mit ihrem kleinen Bruder Robis bei ihrer Großmutter auf der Obstplantage der Eltern in der lettischen Provinz. Der Vater ist tot, die Mutter nach England verschwunden, dann stirbt die Großmutter.

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Der lettische Spielfilm MELLOW MUD (ES ESMU ŠEIT) von Renārs Vimba hat 2016 den Gläsernen Bären der Jugendjury in der Berlinale-Reihe Generation 14plus gewonnen. MELLOW MUD bedeutet auf Deutsch so viel wie „fruchtbarer Schlamm“, aber die siebzehnjährige Raya droht in dem weichen Boden, auf dem die Obstplantage ihrer Eltern steht, zu versinken. Raya wird im Herbst achtzehn. Es ist Winter in der lettischen Provinz. Ihr Vater ist tot, ihre Mutter nach England ausgewandert und dort verschollen. Ihr Telefon ist erst nicht erreichbar, später abgestellt. Raya und ihr kleiner Bruder Robis leben bei der Großmutter Olga, die gerade einen Teil der Apfelplantage verkauft hat, um die Schulden der Familie zu bezahlen. Raya, die allein die Bäume pflegt, wehrt sich mit Steinen gegen die Planierraupe und den Dorfpolizisten, und mit bitteren Worten gegen die Sozialarbeiterin, eine Freundin des Vaters, die ihr eigentlich helfen will. Dann stirbt Olga. Wenn der Tod der Großmutter herauskommt, müssen Raya und vor allem ihr Bruder ins Heim, und so begraben die beiden Olgas Leiche im Wald und versuchen, sich so unauffällig wie möglich zu verhalten. MELLOW MUD erzählt die Geschichte des Jahres, in dem Raya volljährig wird, ihren Schulabschluss macht und sich verliebt. Die Jahreszeiten durchziehen die Bilder, in denen sich Rayas Blick auf ihre Apfelbäume spiegelt. Ihr Blick ist weniger ein Ausdruck der Naturverbundenheit als eines Gefühls der Verpflichtung. Hier wird nichts am lettischen Landleben sentimentalisiert, wer kann, geht weg, aber Raya kann nicht weg. Renārs Vimba bleibt vollständig auf Rayas Seite, es gelingt ihm aber, selbst wenn die nicht geernteten Äpfel an den Ästen erfrieren, die Möglichkeit eines Aufbruchs offen zu halten. Erwachsenwerden heißt hier vor allem, das eigene Scheitern auszuhalten, und aufzugeben, was nicht zu schaffen ist.

Hannes Stein

Details

Originaltitel: Es esmu seit
Lettland 2016, 110 min
Genre: Drama
Regie: Renars Vimba
Drehbuch: Renars Vimba
Verleih: SABCAT
Darsteller: Elina Vaska, Andzejs Lilientals, Edgars Samitis
FSK: 6
Kinostart: 13.12.2018

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