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Meine Zeit mit Cézanne

Großkünstlerfreundschaft

Der Autor Emile Zola und dem Maler Paul Cézanne waren seit Kindertagen befreundet und sind es ihr Leben lang geblieben. Als der wohlhabende Zola in seinem Buch „Das Werk“ von einem Künstler erzählt, der über seinem Meisterwerk verzweifelt, erhält er Besuch von Cézanne.

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Der Schriftsteller Émile Zola und der Maler Paul Cézanne waren Revolutionäre in ihren jeweiligen Feldern. Der aus armen Verhältnissen stammende Zola schrieb wuchtige Romane, die erstmals einfache Leute zu den Hauptpersonen epischer Dramen machten. Cézanne war der einsame Vorreiter der kubistischen und impressionistischen Malerei. Landschaften und Stillleben löste er in virtuose Farbflächen auf, lange bevor irgendjemand in seinen Experimenten etwas anderes als unbeholfene Schmierereien sehen konnte. Zola und Cézanne waren auch gute Freunde seit Kinderzeiten. Der Film begegnet ihnen, als sie bereits ältere Herren sind: Zola ist wohlhabend und bürgerlich geworden und hat gerade ein Buch veröffentlich, dass „Das Werk“ heißt und von einem Künstler erzählt, der über die Arbeit an seinem Meisterwerk verzweifelt. Cézanne, der überzeugt ist, dass das Buch von ihm handelt, hat sein Eremitendasein in der Provence unterbrochen, um dem alten Freund die Leviten zu lesen. Während sich die beiden ihre künstlerischen Positionen und ihre Werdegänge um die Ohren hauen, erzählt MEINE ZEIT MIT CÉZANNE in Rückblenden die Geschichte ihrer brüderlichen Freundschaft: von der Solidarität des Bürger- und des Arbeitersohns in der Schule, vom Leben in der Pariser Bohème, von unbeschwerten Ausflügen in die Provence, von der Liebe zur gleichen Frau und schließlich vom Auseinanderdriften der Freunde, in den Erfolg auf der einen, in die Einsamkeit auf der anderen Seite.
Danièle Thompson hat den beiden französischen Großkünstlern mit MEINE ZEIT MIT CÉZANNE ein Denkmal gesetzt, das einerseits ziemlich staatstragend, andererseits fast schon wehmütig ausgefallen ist. Es zeichnet die beiden als künstlerische und charakterliche Schwergewichte. Exzentrisch, leidenschaftlich, patriarchal, sind sie Monolithe, Dinosaurier, singuläre Künstlerpersönlichkeiten der Moderne, die eine Subjektivität entfalten, wie es heute nicht mehr möglich erscheint.

Details

Originaltitel: Cézanne et moi
Frankreich 2016, 117 min
Genre: Biografie, Drama
Regie: Danièle Thompson
Drehbuch: Danièle Thompson
Kamera: Jean-Marie Dreujou
Musik: Eric Neveux
Verleih: Prokino
Darsteller: Guillaume Canet, Guillaume Gallienne, Alice Pol, Alexia Giordano
FSK: oA
Kinostart: 06.10.2016

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