Entfernung über GPS
ab PLZ

Mein Name ist Violeta

Trans Kind

Dass sie ein Mädchen ist, weiß auch die 11-jährige Violeta genau – nur ihren Eltern musste sie es erst erklären. Der Dokumentarfilm VIOLETA erzählt was es bedeuten kann, trans zu sein und zeigt Eltern, wie sie ihre trans Kinder unterstützen können.

Mehr

Am Anfang des Dokumentarfilms MEIN NAME IST VIOLETA müssen junge Schauspieler*innen ein paar (scheinbar) einfache Fragen beantworten: Bist du ein Junge oder ein Mädchen? Und: Woher weiß man das überhaupt? „Na, weil ich es dir sage!“, antwortet ein Mädchen entrüstet und trifft damit den Nagel auf den Kopf. Dass sie ein Mädchen ist, weiß auch die 11-jährige Violeta genau – nur ihren Eltern musste sie es erst erklären. Aber als Franceska und Nacho es einmal verstanden haben, zählt für die beiden nur noch eins: Alles dafür zu tun, dass ihr Kind glücklich ist.

In rührenden Tonaufnahmen erzählen Violeta und ihre Eltern, welche Hürden sie auf diesem Weg schon gemeinsam überwunden haben und was sie sich für die Zukunft wünschen. Violeta selbst ist dabei kaum zu sehen – auf Empfehlung der Jugendschutzbehörde, die bezüglich der Doku über ein trans Kind Bedenken anmeldete. „Das ist eine Form von Diskriminierung“, findet Carla Delgado Gomez, die erste trans Abgeordnete im spanischen Parlament, die im Film neben Violeta und anderen (erwachsenen) trans Personen vorgestellt wird. Regisseure David Fernandez de Castro und Marc Parramon nutzen die Einschränkung künstlerisch und lassen Violeta von verschiedenen Jungen und Mädchen darstellen, die sich in Gesprächen und im Spiel mit Geschlechterrollen auseinandersetzen. Am Ende zeigen sie ihre Heldin aber doch: Ein selbstbewusstes, aufgewecktes Mädchen, das sich vor der Kamera ebenso wohlzufühlen scheint wie dahinter.

Je stärker reaktionäre Kräfte die Sorge um Kinder instrumentalisieren, um gegen trans Personen ins Feld zu ziehen, umso wichtiger ist ein Film wie VIOLETA. Niederschwellig und visuell einfallsreich vermittelt er, was es bedeuten kann, trans zu sein und mit der gesellschaftlichen Diskriminierung zu leben und zeigt cis Eltern, wie sie ihre trans Kinder unterstützen können.

Eva Szulkowski

Details

Originaltitel: Me llamo Violeta
Spanien 2019, 73 min
Genre: Dokumentarfilm
Regie: David Fernández de Castro
Drehbuch: David Fernández de Castro
Kamera: Anna Molins
Schnitt: Xavi Viñas
Verleih: W-Film
Kinostart: 30.06.2022

Website
IMDB

Vorführungen

Vorführungen

ALLE ANGABEN OHNE GEWÄHR.
Die Inhalte dieser Webseite dürfen nicht gehandelt oder weitergegeben werden. Jede Vervielfältigung, Veröffentlichung oder andere Nutzung dieser Inhalte ist verboten, soweit die INDIEKINO BERLIN UG (haftungsbeschränkt) nicht ausdrücklich schriftlich ihr Einverständnis erklärt hat.